08.07.2025
FCBB-Trainer gibt Transfer-Update
Ein Jahr nach dem Aus als Bundestrainer hat sich Gordon Herbert mit den Bayern zum deutschen Meister gekrönt. In einem Vereinsinterview resümiert der Kanadier seine Debütsaison in München und gesteht dabei auch einen Fehler ein.

Als "richtig gut" bezeichnete Herbert die Saison in der EuroLeague. Die 19 Siege in der Hauptrunde waren schließlich die zweitbeste Bilanz der Vereinsgeschichte. "Damit haben wir uns in die Position gebracht, ein Play-off-Team zu sein." Aufgrund der Niederlage im Play-In-Spiel gegen Real Madrid verpasste man dieses Ziel letztlich knapp. "Klar macht es mich traurig, dass wir die Play-offs nicht erreicht haben. (...) Denn das hätten wir verdient gehabt."
Einen Fehler gesteht Herbert hingegen mit Blick auf die BBL-Saison ein. Er bereue, "nicht auf mehr Spieler zugegriffen" zu haben. "Als dann Lucic und Giffey lange verletzt ausfielen, mussten wir einige der Jungs zu viele Minuten spielen lassen." Das führte zu Erschöpfung und dazu, dass man in den BBL-Play-offs nicht den besten Basketball spielte.
Daraus wolle Herbert allerdings seine Lehren ziehen. In der kommenden Saison sollen alle 15 Spieler Teil der Rotation sein. "Ich muss viel mehr im Hinterkopf haben, dass nicht alle immer jedes (BBL-)Spiel bestreiten können."
Während sich Herbert in seiner zweiten Wahlheimat Pyhämaa in Finnland auf die neue Saison vorbereitet, schreitet auch die Kaderplanung der Münchner kontinuierlich voran. Wie der 66-Jährige bestätigt, befinde er sich derzeit in intensivem Kontakt mit neuen Spielern.
Gleichzeitig dämpft Herbert allerdings die Hoffnungen auf namhafte Neuzugänge: "Wir haben kein Budget, um uns mit den großen Teams messen zu können bei Transfers. Doch ich mag ohnehin mehr jene Spieler, die aus einem schweren Jahr kommen, die hochmotiviert sind und etwas beweisen wollen."

Bayerns erster Neuzugang, Wenyen Gabriel, erfüllt diese Kriterien. Doch auch sportlich soll der Südsudanese ein Loch stopfen: "Er gibt uns jene Rim-Protection, die wir letztes Jahr nicht hatten. (...) Booker und Voigtmann konnten das Feld mit ihrer Fähigkeit von außen zu werfen öffnen. Doch wir benötigen auch mehr defensive Präsenz."
Den Abgang von jenem Devin Booker betrachtet Herbert indes mit einem lachenden und weinenden Auge. "Natürlich bin ich traurig, dass Booker geht. Auf der anderen Seite freut es mich, dass er mit 34 einen guten Zweijahresvertrag erhält." Dafür werden Oscar da Silva und Johannes Voigtmann in der kommenden Saison noch besser sein, ist sich der FCBB-Coach sicher.
jos