09.03.2026
Bulls-Legende kritisiert Generationen-Vergleiche
Die GOAT-Debatte gehört zu den meistdiskutierten Themen im Basketball, doch ausgerechnet Michael Jordan selbst kann mit diesem Vergleich wenig anfangen. Die Bulls-Legende erklärt, warum er Generationenvergleiche für problematisch hält und den Einfluss früherer Spieler würdigen möchte.

Die Diskussion um den größten Basketballspieler aller Zeiten begleitet die NBA seit Jahren, doch ausgerechnet Michael Jordan selbst hält wenig davon. In der neuesten Folge der NBC-Reihe "MJ: Insights to Excellence" sprach die Legende der Chicago Bulls offen über die GOAT-Debatte und machte deutlich, dass sie für ihn keine große Bedeutung hat.
"Der Begriff GOAT ist nichts, worüber ich mich jemals besonders freuen oder ärgern würde. Für mich existiert das einfach nicht", erklärte Jordan im Gespräch mit Moderator Mike Tirico.
MJ begründete seine Haltung vor allem damit, dass Vergleiche zwischen verschiedenen Epochen kaum sinnvoll seien. "Ich habe nie gegen Oscar Robertson oder Jerry West gespielt. Das hätte ich gern getan", sagte Jordan. "Ich habe von ihnen gelernt. Und wir haben den Weg für Spieler wie Kobe Bryant und LeBron James geebnet. Das ist für mich die Schönheit des Basketballs: Jede Generation entwickelt das Spiel weiter."

Gerade deshalb hält er nichts davon, eine Generation über eine andere zu stellen. Diese Diskussion sei vor allem ein Produkt der Medien. "Das gehört zum Hype und zum Marketing, eine Generation über die andere zu stellen. Ich glaube, das schafft eher Animosität."
Trotz der häufigen Vergleiche mit LeBron James betonte Jordan ausdrücklich seinen Respekt für den aktuellen Superstar: "LeBron hatte eine unglaubliche Karriere, und ich bewundere, was er erreicht hat. Genauso Kobe, Kevin Durant und all die anderen Spieler dieser Ära. Sie haben das Spiel enorm weiterentwickelt."
Doch für die Bulls-Legende funktioniert der direkte Vergleich zwischen Spielern verschiedener Generationen schlicht nicht. "Es ist ein leerer Vergleich. Wir werden nie eine endgültige Antwort darauf finden."
Besonders wichtig ist Jordan, dass frühere Legenden des Spiels nicht aus der Diskussion verdrängt werden. Er verwies dabei auf Spieler wie Kareem Abdul-Jabbar, Wilt Chamberlain oder Bill Russell, der mit 11 Meisterschaften eine der beeindruckendsten Karrieren der NBA-Geschichte hinlegte. "Wie kann man diese Spieler einfach in eine Ecke stellen und sagen: 'Wir denken nicht mehr an euch'? Genau da verliere ich den Faden."
kon