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    Basketball - BBL

    vor 5 Stunden

    Offseason-Analyse Trier

    Gladiators blasen zum Angriff: Trier ist der Gewinner des Sommers

    Die VET-CONCEPT Gladiators Trier waren als Aufsteiger in der Vorsaison die große Überraschung und schafften nach über 20 Jahren sogar den Sprung in die Play-offs. Das soll aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein.

    Nach Intermezzo in Spanien zurück: Eli Brooks
    Nach Intermezzo in Spanien zurück: Eli Brooks IMAGO/Eibner

    Es war bislang der Sommer der Gladiators Trier. Kaum ein Team sorgte auf dem Transfermarkt so viel Wirbel wie der Verein aus der ältesten Stadt Deutschlands - und das in mehrerlei Hinsicht. Mit einer Ausnahme konnten die Säulen des Erfolgs gehalten werden, nur Forward Nolan Adekunle folgte dem Ruf des Colleges. Der Berliner hatte zuvor aber sogar seinen Vertrag verlängert, so bekommen die Trierer sogar noch eine Entschädigung für den späten Abgang.

    Stattdessen wollen die Moselstädter auf das aufbauen, was sie in den vergangenen Jahren mit dem Wiederaufstieg und dem Erreichen der Play-offs aufgebaut haben. Die Mannschaft von Coach Jacques Schneider hat eine klare Identität. Aggressive Verteidigung, schnelles Umschalten, viel Bewegung und wenn möglich schnelle Abschlüsse.

    Zwei Personalien stechen heraus. Einerseits gelang es tatsächlich, Eli Brooks aus der spanischen ACB zurückzuholen. Der Spielmacher war in den ersten Saisonmonaten einer der Favoriten auf den MVP-Award, bevor er ein lukratives Angebot aus Spanien annahm. Brooks war Alpha und Omega der Offense, seine Rückkehr ist ein echtes Ausrufezeichen.

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    Gladiators: Bamberg leer gekauft

    Gleiches gilt für die Verlängerung von Jordan Roland, der letztlich als bester Offensivspieler der Liga ausgezeichnet wurde. Der 29-Jährige verlängerte gleich bis 2028, hat aber eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag und könnte das Team womöglich noch verlassen. Im Moment ist das aber reine Spekulation. Bennet Hundt ergänzt die Guard-Rotation.

    Probleme hatten Trierer im Vorjahr vor allem unter dem Korb, hier bekommen Marten Linßen und Oldie Maik Zirbes prominente Unterstützung. EJ Onu, der beste Shotblocker der Vorsaison kommt vom Pokalsieger, von denen die Moselstädter auch noch Austin Crowley sowie Moritz Krimmer schnappten. Kein Zufall, schließlich basierte das Bamberger Spiel unter Anton Gavel auf ähnlichen Prinzipen.

    Onu schließt aber die größte Lücke, mit ihm haben die Gladiators endlich eine gewisser Präsenz unter dem Korb, die im Vorjahr schlichtweg fehlte. Insgesamt ist der Kader auch etwas breiter aufgestellt, was auch nötig ist, denn Trier wird in der kommenden Saison auch im FIBA Europe Cup an den Start gehen.

    Verlängerte seinen Vertrag um zwei Jahre: Oldie Maik Zirbes
    Verlängerte seinen Vertrag um zwei Jahre: Oldie Maik Zirbes IMAGO/Eibner

    Gladiators: Tierfutterhersteller nun Hauptgesellschafter

    Auch das spricht für die Entwicklung am Standort, in den kommenden Jahren entsteht an der Mosel zudem ein neues Trainingszentrum, was für noch mehr Stabilität sorgen soll. Möglich macht dies vor allem Namenssponsor VET-CONCEPT, ein lokaler Tierfutterhersteller. Die Firma um Geschäftsführer Torsten Herz hält seit wenigen Monaten auch die Mehrheit der Anteile an der Gesellschaft.

    So war es möglich, fast den kompletten Kader zu halten und dazu ordentlich in der Bundesliga zu wildern. So war auch die Verpflichtung von Justin Simon, zuletzt noch im EuroCup mit Ulm unterwegs, ein weiterer Coup.

    So könnte die Rotation aussehen

    PGSGSFPFC
    E. BrooksJ. RolandJ. SimonM. KrimmerE. Onu
    B. YakchaliC. GullozetA. CrowleyM. HollersbacherM. Linßen
    B. HundtE. Rapieque--M. Zirbes

    VET-CONCEPT Gladiators Trier: Alle Zu- und Abgänge im Überblick

    Zugänge: Eli Brooks (Manresa), Bennet Hundt (Alba Berlin), Austin Crowley, Moritz Krimmer, EJ Onu (alle Bamberg), Justin Simon (Ulm)

    Abgänge: Steven Ashworth, Jorke Aav (Longwood/NCAA), Urald King (Chemnitz), JJ Mann, Nolan Adekunle (Virginia/NCAA), George King, Yannis Steger (Siena/NCAA)

    VET-CONCEPT Gladiators Trier: Die Prognose

    Noch ist es zu früh, bei vielen anderen Teams gibt es im Kader noch viele Fragezeichen. Trier scheint dagegen so gut wie fertig zu sein. Im Vergleich zum Vorjahr dürfte das Shooting von Adekunle etwas fehlen, dafür wurde aber auf allen anderen Positionen qualitativ enorm aufgerüstet. Ob diese Teile dann auch so funktionieren, wie in der vergangenen Saison im Ganzen, wird sich zeigen, die Voraussetzungen dafür sind aber gut.

    Trier hat nun auf dem Flügel mehr Athletik und Defense und vor allem in Onu einen echten Anker unter dem Korb. Dazu ist auch die deutsche Rotation solide mit sechs Akteuren, die auf BBL-Niveau etwas beisteuern können. Mit dieser Mannschaft hätte Trier im vergangenen Jahr definitiv um den Heimvorteil in der ersten Runde gespielt, etwas vorsichtiger gesagt, könnte die direkte Play-off-Qualifikation machbar sein.

    Robert Arndt