25.09.2026
Finals-Rematch schon am zweiten Wochenende
Nur drei Monate ist es her, dass der FC Bayern im entscheidenden Finale gegen Alba Berlin die Meisterschaft wegwarf, jetzt komm es zum Wiedersehen mit dem ewigen Rivalen.

Noch immer ärgert sich Uli Hoeneß, wenn er an diese Schmach denkt, an diese weggeworfene Chance, diese Enttäuschung. "Das ist nicht Bayern München", sagte der Ehrenpräsident zuletzt, angesprochen auf den Auftritt im entscheidenden Finalspiel gegen Alba Berlin, nach dem es für den Ligakrösus die Medaillen gab, die niemand haben will. Erinnerungen prägen das nächste Kapitel im Dauerduell der easycredit BBL.
Nicht weniger als der Gipfel steht schon kurz nach dem BBL-Saisonstart an, am Samstag (15.40 Uhr) ist neben Dyn auch die ARD live dabei. Beim schnellen Wiedersehen zwischen Vizemeister und Meister geht es um Punkte, aber noch mehr um das Prestige.
Eine Revanche ist für die Bayern nach dem Tiefschlag vom 21. Juni nicht drin, der Titel ist futsch, zumindest etwas Wiedergutmachung soll her. Denn die vergangene Spielzeit hat nicht nur bei Andreas Obst "einen bitteren Nachgeschmack da gelassen", unter anderem wegen des Knock-outs in eigener Halle.
Der Welt- und Europameister hatte im fünften Playoffduell gegen Alba kurz vor der Pause auf 47:27 gestellt, 66:53 hieß es Anfang des Schlussviertels, dann drehten die Berliner auf. Es war Obst, der Sekunden vor dem Ende einen Dreier und damit die letzte Chance auf eine weitere Wende vergab. 81:84 stand auf der Anzeigetafel des SAP Garden, erstmals in der BBL-Geschichte gewann das Auswärtsteam ein fünftes Finale.
"Man kann immer ein Spiel verlieren, aber wenn man mit 20 Punkten führt, dann darf das nicht passieren", meint Hoeneß. Niemand wird dem Patron widersprechen. Der FC Bayern hat reagiert, Anton Gavel als Trainer aus Bamberg geholt, den Kader umgebaut. Auch Johannes Thiemann, wie Obst Welt- und Europameister, ist neu da und steht vor einem besonderen Spiel: Von 2018 bis 2024 lief der 32-Jährige für Alba auf.

Dazu kommt es zum MVP-Duell. Obst, wertvollster Spieler der Hauptrunde, trifft auf Justin Bean, wertvollster Spieler der Finals. Alba will "möglichst lange im Spiel" bleiben, sagt Malte Delow, und es gehe darum, sich "weiterzuentwickeln" und "zusammenzuwachsen" - Spitzenspiel hin oder her.
Berlin reist mit 4:0-Punkten an, gewann nach dem Auftaktsieg über Chemnitz am Donnerstag auch gegen Frankfurt. Die Bayern, fast gleichzeitig in der EuroLeague im Einsatz (86:84 gegen Hapoel Tel Aviv), haben erst ein BBL-Spiel absolviert, dabei gegen den Pokalsieger Bamberg aber ein Ausrufezeichen gesetzt (108:72).
München und Berlin lieferten sich im Juni das engste Finale der Ligageschichte, 414:418 hieß es aus Sicht der Bayern in der Addition aller Spiele. Dass beide Klubs wieder die besten Aussichten auf den Meistertitel haben, dürfte keiner anzweifeln. Zwar könnte sich am Samstag zeigen, in welche Richtung es eher gehen wird, doch eines ist nicht erst seit dem 21. Juni 2026, diesem besonderen Tag, klar. Abgerechnet wird später.
SID