09.04.2009
Köln: 73:66-Erfolg in Gießen
Aufatmen bei den Köln 99ers: Der Basketball-Bundesligist kann die laufende Saison wie geplant zu Ende spielen. Mithilfe von vorzeitigen Zuwendungen aus dem bestehenden Sponsorenpool und zusätzlichen Einlagen der Gesellschafter konnte das entstandene 600.000-Euro-Loch gestopft werden, die 99ers sind vorerst gerettet, die Insolvenz abgewendet. Wegen eines "Verstoßes der Mitteilungspflicht" verurteilte sie aber die BBL zu einer Geldstrafe. Und auch sportlich fand man in die Erfolgsspur zurück.
Auch Spieler, Trainer und Mitarbeiter helfen in der finanziellen Notlage mit aus und verzichten auf Teile ihres Gehalts. "Wir sind sehr stolz darauf, mit unserer Arbeit und unserem Konzept überzeugt zu haben und werden nun alles daran setzen, mit der Umsetzung dieser mittel- und langfristigen Bausteine einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Sicherung des Basketballstandorts Köln zu leisten", teilte Kölns Geschäftsführer Stephan Baeck am Donnerstag mit.
Der Dank gelte ausdrücklich "der Stadt Köln, der Steuerungsgruppe der Sportstadt Köln, allen Unterstützern und Sponsoren sowie allen Mitarbeitern für die Erhaltung des Basketballstandorts Köln".
Allerdings müssen die 99ers eine Geldstrafe von 6500 Euro zahlen, zu der sie die BBL am Donnerstag verurteilte. BBL-Geschäftsführer Jan Pommer begründete die Entscheidung damit, dass die Verantwortlichen der 99ers den BBL-Gutachterausschuss "über einen nicht unerheblichen Zeitraum über ihre wirtschaftliche Lage im Unklaren gelassen haben", was die Arbeit der BBL im Bereich Lizenzierung deutlich erschwere.
"Nach intensiver Auswertung aller relevanten Fakten", so Pommer weiter, "müssen wir konstatieren, dass eine Regelverletzung begangen wurde. Diese ist unter dem Gesichtspunkt des Fair-Play-Gedankens nicht akzeptabel und somit zu sanktionieren." Mit dieser Nachricht konnte man in Köln an diesem Tag vermutlich leben.
Auch aus sportlicher Sicht gab es für die Kölner gute Nachrichten. Mit einem knappen 73:66 (57:57,24:26) nach Verlängerung setzten sich 99ers am Donnerstagabend beim Abstiegskonkurrenten Gießen 46ers durch. Die Rheinländer rangieren nun auf dem 16. Rang und haben zwei Punkte Vorsprung auf die Mittelhessen. Bei Köln sorgten Michael-Hakim Jordan (18 Punkte), Edin Bavric (15) und Stevan Milosevic (14) für Akzenten. Für Gießen trafen Michael Umeh (18), Johannes Lischka (12) und Rickey Hickman (11) zweistellig.