04.08.2024
Erster DBB-Titel auf Junioren-Ebene
Die U 18 des DBB ist Europameister. Im finnischen Tampere setzte sich Deutschland gegen Serbien mit 93:83 durch. Es ist der erste Titel für den DBB auf Junioren-Ebene.

Die deutsche U 18 ist Europameister. Erstmals stand einen DBB-Junioren-Auswahl in einem Finale bei einem großen Turnier und setzte sich prompt gegen den amtierenden Europameister Serbien durch. Am Ende hieß es 93:83 für die DBB-Auswahl, allerdings war es über 40 Minuten eine Achterbahnfahrt.
Die DBB-Junioren legten los wie die Feuerwehr, mal wieder war die Starting Five dominant und jeder konnte etwas beitragen. Christian Anderson (Texas Tech) hatte die heiße Hand und befeuerte einen 17:0-Lauf der Deutschen, sodass das Team von Head Coach Alan Ibrahimagic früh im zweiten Viertel mit bis zu 20 Punkten vorne war. Auch Ivan Kharchenkov (FC Bayern München) kam immer wieder zum Korb und stand zur Pause bereits bei 14 Zählern, 6 Rebounds und 6 Assists.
Allerdings: Deutschland blieb die letzten 3:13 Minuten vor der Halbzeit ohne einen eigenen Punkt, während Serbiens Top-Talent Savo Drezgic mit 7 Zählern einen 11:0-Lauf der Serben einleitete. Das deutsche Polster betrug da nur noch sechs Zähler. Und der amtierende Europameister kam immer näher, doch wieder war es Kharchenkov, der für Entlastung sorgte. Auch Anderson war wieder mit Drives zur Stelle, mit einer Neun-Punkte-Führung ging Deutschland in den Schlussabschnitt.
Dort war es Drezgic, der Serbien in Schlagdistanz hielt, aber Anderson konnten die Serben nicht in den Griff bekommen. Der Guard riss beständig Löcher und zog zahlreiche Fouls, dazu hatte auch Jack Kayil, unter anderem mit einem And-1 endlich gute Momente. Ein Dunk von Hannes Steinbach stellte 80 Sekunden vor Schluss auf +10 und wenig später konnte auf der deutschen Bank ausgelassen gefeiert werden.

Bester Scorer der Deutschen war Point Guard Anderson mit 31 Punkten (10/17 FG, 9/12 FT) und 5 Assists, dazu verbuchte Kharchenkov ein Double-Double aus 18 Zählern, 10 Rebounds sowie 8 Assists.
Der im Turnier überzeugende Kayil (Mega Basket/Serbien) hatte lange wenig Fortune, lieferte aber wichtige Plays in der Schlussphase und kam auf 15 Zähler (5/15). Auch Center Hannes Steinbach (11, 5 Rebounds) konnte nicht an die Dominanz vorheriger Spiele anknüpfen. Deutschland traf zwar nur 30 Prozent seiner Dreier, ließ dafür aber nur 43 Prozent aus dem Zweierbereich zu. Für die Serben waren Drezgic (30, 10/18, 7 Assists) und Andrej Kostic (23, 8/19) die besten Schützen.
Deutschland spielte ein perfektes Turnier und gewann in Tampere in nur zehn Tagen alle sieben Spiele, fünf davon mindestens zweistellig.
Im Anschluss wurde Israels Ben Saraf, der in der kommenden Saison für ratiopharm Ulm aufläuft, mit dem MVP-Award ausgezeichnet. Das All-Tournament-Team komplettieren Anderson, Steinbach, Drezgic sowie der Slowene Urban Krofilic.
Robert Arndt