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Kampf um Europas Basketball-Zukunft
Die EuroLeague zeigt sich offen für eine Zusammenarbeit mit der geplanten NBA Europe. CEO Chus Bueno stellt jedoch klar: Kommt keine für beide Seiten überzeugende Einigung zustande, ist man auf einen direkten Konkurrenzkampf vorbereitet.

"Wenn wir in Europa keine Vereinbarung erzielen, werden wir in Europa konkurrieren. Das haben wir intern besprochen, und falls es nötig ist, sind wir bereit", erklärte Bueno. Eine mögliche Partnerschaft müsse "für uns beide funktionieren und nicht nur für eine Seite".
Die NBA und der Weltverband FIBA treiben die Gründung einer neuen europäischen Liga voran. NBA Europe soll nach dem aktuellen Zeitplan im Oktober 2027 starten und voraussichtlich 16 Teams umfassen. Zwölf Startplätze könnten dauerhaft vergeben werden, vier weitere sollen über sportliche Qualifikationswege erreichbar sein.
Bueno sieht durchaus Vorteile in einer Zusammenarbeit. Die NBA könne ihre Erfahrung bei der Organisation, Vermarktung und Internationalisierung eines Wettbewerbs einbringen. Im Gegenzug verfüge die EuroLeague über etablierte Klubs, jahrzehntelang gewachsene Marken und treue Fangemeinschaften. "Die NBA kann uns bei operativen Dingen helfen", sagte der Spanier. Gleichzeitig müsse die US-Liga den Wert der europäischen Klubs anerkennen: "Sie sind seit 100 Jahren vor Ort und können ebenfalls sehr viel für die NBA einbringen."
Zwei parallel um dieselben Klubs, Spieler und Zuschauer konkurrierende Wettbewerbe könnten nach Ansicht des EuroLeague-Chefs dem gesamten europäischen Basketball schaden. Bueno befürchtet eine Zersplitterung der Einnahmen, Medienrechte und Zuschauerinteressen.
Trotz der Gespräche verfolgen beide Seiten deshalb vorerst ihre eigenen Pläne weiter. "Wir haben beide gesagt, dass wir weitermachen müssen, falls wir keine Einigung erzielen", erklärte Bueno. Die NBA arbeite weiter an ihrem Projekt, während auch die EuroLeague ihre Strategie unabhängig davon vorantreibe.
Der bestehende Wettbewerb plant für die Saison 2027/28 eine Erweiterung von 20 auf 24 Mannschaften. Zudem sollen langfristige Lizenzen und ein stärker am Franchise-System orientiertes Modell den Klubs wirtschaftliche Sicherheit geben. Damit positioniert sich die EuroLeague auch gegen mögliche Abwerbeversuche der NBA.
NBA-Commissioner Adam Silver hatte zuletzt weiterhin die Hoffnung auf eine Art Zusammenführung des europäischen Spitzenbasketballs geäußert. Eine Lösung müsste jedoch sehr unterschiedliche Interessen zusammenbringen. Die EuroLeague will ihre bestehenden Strukturen und Klubs schützen, während die NBA mit neuen Investoren und einem eigenen Wettbewerb auf den europäischen Markt drängt.
kon