vor 10 Stunden
Trainerverband schlägt Alarm
Der Vertrag von Micah Nori als neuer Head Coach der Portland Trail Blazers sorgt in der NBA für Diskussionen. Vor allem die ungewöhnliche Vertragsstruktur stößt vielen Coaches übel auf - allen voran dem Präsidenten der Trainervereinigung, J.B. Bickerstaff.

Nori unterschrieb in Portland lediglich einen Vertrag mit einem garantierten Jahr. Die beiden folgenden Spielzeiten liegen als Teamoptionen bei den Trail Blazers, zudem soll das Grundgehalt unter dem marktüblichen Niveau liegen und durch erfolgsabhängige Boni ergänzt werden. Solche Vertragsmodelle sind für NBA-Head-Coaches äußerst selten.
"Es ist eine Ohrfeige für den Wert unserer Arbeit", sagte Bickerstaff gegenüber ESPN. Zwar freue er sich für Nori und dessen erste Chance als Head Coach, gleichzeitig habe Portland ihn in eine schwierige Lage gebracht. "Jemand nutzt deinen Traum aus und entwertet damit das, was Trainer sich über Jahre erarbeitet haben", erklärte der Pistons-Coach.
Bickerstaff warnte zudem vor den möglichen Folgen eines solchen Vertrags. Die fehlende langfristige Sicherheit erschwere es einem Trainer, Autorität innerhalb einer Mannschaft aufzubauen. "Wie soll man Spieler zur Rechenschaft ziehen, wenn jeder sieht, dass man jederzeit ersetzt werden kann?", fragte der 46-Jährige und verglich die Situation mit der eines Vertretungslehrers.
Unterstützung erhielt Nori dagegen von seinem bisherigen Chef Chris Finch. Der Timberwolves-Coach verteidigte die Entscheidung seines langjährigen Assistenten und betonte, dass es bei einem der nur 30 Head-Coach-Posten in der NBA zunächst um die Chance gehe. "Man sollte Chancen nachjagen, nicht dem Geld", sagte Finch. Die Trail Blazers selbst wollten sich zu der Kritik an der Vertragsgestaltung nicht äußern.
sgm