vor 18 Stunden
Die Top4-Picks im Fokus
Drei der vier Top-Picks feierten in der vergangenen Nacht ihr Debüt. Die Draft-Klasse wurde enorm gehypt, allerdings wurde auch deutlich, dass sie alle in ihrem ersten Spiel etwas Lehrgeld bezahlen mussten.

Das galt vor allem für Nr.4-Pick Caleb Wilson von den Chicago Bulls. Zwar erzielte der Forward 16 Punkte bei der Klatsche gegen die Toronto Raptors, dabei hatte er aber einen Plus-Minus-Wert von -45 in 32 Minuten. Das war der schlechteste Wert in einem NBA-Debüt, der jemals erfasst wurde. Den Rekord hielt zuvor Jalen Green (-37, 2021) vor Amen Thompson (-34, 2023), die beide mit den Houston Rockets ordentliche Pleiten einstecken mussten.
Wilson leistete sich zudem neun Ballverluste und traf nur einen von acht Dreiern. "Das war offensichtlich ein schlechtes Spiel von ihm", gab auch Coach Tiago Splitter unverblümt zu. "Er und wir alle werden davon lernen. Er wollte es zu sehr erzwingen und hat den Ball nicht schnell genug abgegeben, wenn ihm zwei, drei Gegenspieler entgegenstanden. Wir werden daraus lernen."
Auch Wilson war nicht zufrieden, verwies aber darauf, dass eine Saison 82 Spiele lang sei und er so aus seinen Fehlern lernen könne. Letztlich war es auch nicht nur der Rookie, der Fehler machte. Chicago präsentierte sich in Toronto erschreckend schwach und unterlag mit 92:135 in der kanadischen Metropole.
| Rang | Spieler (Team) | Jahr | Plus-Minus |
|---|---|---|---|
| 1 | Caleb Wilson (Bulls) | 2026 | -45 |
| 2 | Jalen Green (Rockets) | 2021 | -37 |
| 3 | Amen Thompson (Rockets) | 2023 | -35 |
Nr.3-Pick Cameron Boozer warf sogar schlechter (2/15), doch alles andere sah beim Power Forward richtig gut aus, wie auch Coach Tuomas Iisalo anmerkte: "Das war ein typischer Cam Boozer. 2/15 aus dem Feld und Plus-Minus 32", schmunzelte der Finne. "Seine Defense gegen Markkanen war großartig und die Leute sollten nicht vergessen, dass er erst 19 Jahre alt ist."
Demnach habe Boozer viele Big Plays auf beiden Seiten gemacht, wofür laut Iisalo manche Spieler zehn Jahre brauchen würden, um sie zu verstehen. Stattdessen stehe Boozer sinnbildlich für das Team. "Wir wollen eine Mannschaft, wo es nicht darauf ankommt, ob Würfe getroffen werden, um zu gewinnen. Wir wollen robust sein, weil Würfe mal fallen, mal nicht. Alles andere soll aber konstant sein."

Boozer jagte dabei Markkanen um Blöcke, stand unter dem Korb oft richtig und verbuchte so neben seinen sieben Zählern (0/6 Dreier) auch noch elf Rebounds und fünf Assists. "Natürlich war ich ein bisschen nervös", gab Boozer nach dem Spiel zu. "Letztlich haben wir als Team hart gearbeitet und es hat wirklich Spaß gemacht."
Nicht wenige sehen Boozer als den besten Spieler unter den Top-4, vor ihm wurden aber letztlich AJ Dybantsa (fehlte den Wizards verletzt) und Darryn Peterson gezogen. Jener Peterson stand seinerseits bei den Jazz in der Starting Five, nahm aber in 31 Minuten nur sieben Würfe für neun Zähler.
Bisweilen wirkte der Guard aber noch wie ein Fremdkörper, was auch Coach Will Hardy anmerkte. "Es war für ein Debüt okay, aber er muss sich bei seinen Entscheidungen verbessern", mahnte der Trainer. "Ich will damit aber nicht Darryn an den Pranger stellen, das galt heute für unser gesamte Team."
rar