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    NBA

    vor 14 Stunden

    Minnesota in der Offseason-Analyse

    Edwards bekommt seinen Co-Star: Wie gut sind die neuen Timberwolves?

    Die Minnesota Timberwolves haben ihren Kader grundlegend verändert und Anthony Edwards einen zweiten offensiven Superstar zur Seite gestellt. LaMelo Ball soll die Offensive auf eine neue Stufe heben, dafür opferte Minnesota aber zwei wichtige Leistungsträger und große Teile seines Draftkapitals. Ob der neue Plan aufgeht, hängt auch von einer riskanten Wette auf dem Flügel ab.

    Das neue Superstar-Duo in Minnesota: Anthony Edwards und LaMelo Ball.
    Das neue Superstar-Duo in Minnesota: Anthony Edwards und LaMelo Ball. Getty Images

    Minnesota Timberwolves: Das wurde in der Offseason gemacht

    Die letzte Saison endete für die Minnesota Timberwolves früher als erhofft. Man gewann 49 Spiele und zog als Sechster der Western Conference in die Playoffs ein. In der ersten Runde setzte sich die Mannschaft von Chris Finch mit 4-2 gegen die Denver Nuggets durch, danach war gegen die San Antonio Spurs nach sechs Spielen Schluss. Nach zwei Conference-Finals in Serie reichte es dieses Mal nur für die zweite Runde.

    Im Sommer entschieden sich die Verantwortlichen deswegen für einen großen Umbau. Julius Randle wurde zusammen mit dem 28. Pick nach Brooklyn geschickt. Dafür erhielt Minnesota den 33. Pick, mit dem später Isaiah Evans ausgewählt wurde. Der Trade sparte Randles Gehalt ein und schuf finanziellen Spielraum für weitere Veränderungen.

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    Der größte Deal folgte kurz darauf. Minnesota holte LaMelo Ball und Josh Green aus Charlotte. Dafür gingen Naz Reid, ein ungeschützter Erstrundenpick 2033, drei Pick-Swaps in den Jahren 2028 bis 2030, drei Zweitrundenpicks und die Draftrechte an Matteo Spagnolo zu den Hornets. Green wurde später zusammen mit finanziellen Mitteln für Cody Williams und John Konchar nach Utah weitergeschickt. Konchar wurde direkt danach entlassen.

    Ball ist der neue Spielmacher an der Seite von Anthony Edwards. Der frühere All-Star machte in der letzten Saison 72 Spiele und kam für Charlotte auf durchschnittlich 20,1 Punkte, 7,1 Assists und 4,8 Rebounds.

    Mit Jonathan Kuminga kam ein weiterer prominenter Neuzugang. Der 24-Jährige unterschrieb einen Zweijahresvertrag über rund 13 Millionen Dollar, wobei das zweite Jahr eine Spieleroption enthält. In Minnesota soll er den freigewordenen Platz auf Power Forward übernehmen und vor allem verteidigen, rebounden und das Tempo mitgehen.

    Ayo Dosunmu wurde nach seinem starken Start in Minnesota langfristig gebunden. Der Guard unterschrieb einen Fünfjahresvertrag über 112 Millionen Dollar. Nach seinem Wechsel aus Chicago hatte Dosunmu in 24 Hauptrundenspielen im Schnitt 14,4 Punkte, 4,2 Rebounds und 3,5 Assists aufgelegt. Dabei traf er 52,1 Prozent seiner Würfe aus dem Feld und 41,4 Prozent seiner Dreier.

    Minnesota Timberwolves: Zu- und Abgänge

    Zugänge: LaMelo Ball (Charlotte Hornets), Jonathan Kuminga (Atlanta Hawks), Cody Williams (Utah Jazz), Trey Lyles, Isaiah Evans (NBA-Draft)

    Verlängert: Ayo Dosunmu, Jaylen Clark, Bones Hyland

    Abgänge: Julius Randle (Brooklyn Nets), Naz Reid (Charlotte Hornets), Mike Conley (Boston Celtics), Kyle Anderson (Toronto Raptors), Josh Green (Utah Jazz), John Konchar (entlassen)

    Jonathan Kuminga kam aus Atlanta.
    Jonathan Kuminga kam aus Atlanta. IMAGN IMAGES via Reuters Connect

    Minnesota Timberwolves: So könnte die Rotation aussehen

    PGSGSFPFC
    L. BallA. EdwardsJ. McDanielsJ. KumingaR. Gobert
    A. DosunmuT. Shannon Jr.C. WilliamsT. LylesJ. Beringer
    B. HylandJ. ClarkI. EvansE. Freeman*
    D. DiVincenzo (verletzt)

    * Two-Way-Vertrag

    Donte DiVincenzo fehlt nach seinem Achillessehnenriss zunächst. Die Verantwortlichen rechnen mit einer Rückkehr im Laufe der Saison, einen konkreten Zeitplan gibt es bislang aber nicht. Sobald der Guard wieder zur Verfügung steht, dürfte er eine wichtige Rolle hinter Ball und Edwards übernehmen.

    Minnesota Timberwolves: Die Ausrichtung der Franchise

    Minnesota richtet weiterhin alles auf die besten Jahre von Anthony Edwards aus. Der Guard legte in der letzten Saison durchschnittlich 28,8 Punkte auf und gehört mit 25 Jahren zu den besten Scorern der NBA. Mit LaMelo bekommt er jetzt einen Spielmacher an die Seite, der die Offensive dauerhaft organisieren und seine Mitspieler mit Pässen einsetzen kann.

    Vor allem Ant könnte von dieser Aufgabenverteilung profitieren. In der vergangenen Saison traf er 49,6 Prozent seiner Dreier nach Zuspiel, aber nur 35,3 Prozent seiner Pull-up-Dreier. Trotzdem entstanden nur 27 Prozent seiner Distanzwürfe aus Catch-and-Shoot-Situationen. Ball soll Edwards häufiger ohne Ball einsetzen und verhindern, dass jeder wichtige Angriff mit einer Einzelaktion endet.

    Daneben soll das Team schneller und athletischer werden. Ball, Edwards, McDaniels und Kuminga können in der Transition viel Druck entwickeln. Mit McDaniels und Rudy Gobert bleiben außerdem die beiden wichtigsten Verteidiger im Kader. Cody Williams, Terrence Shannon Jr., Jaylen Clark und der erst 19-jährige Joan Beringer geben Finch mehrere junge Spieler mit Größe und Athletik.

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    Minnesota Timberwolves: Wo liegen die Schwächen?

    Die größte offene Frage ist die Tiefe. Randle machte in der vergangenen Saison 21,1 Punkte, Reid kam auf 13,6 Zähler und 6,2 Rebounds. Kuminga und Lyles müssen einen großen Teil auffangen, haben aber nicht dieselbe Kombination aus Scoring, Spielaufbau und Physis.

    Dazu kommt das Verletzungsrisiko. Ball blieb in der letzten Saison zum ersten Mal seit Jahren gesund, seine Historie bleibt aber ein Warnsignal. DiVincenzo wird nach seinem Achillessehnenriss vermutlich einen Großteil der Saison verpassen. Fällt Ball wieder länger aus, müssten Dosunmu und Edwards wieder deutlich mehr Verantwortung im Spielaufbau übernehmen.

    Julius Randle und Naz Reiz verließen die Timberwolves im Sommer.
    Julius Randle und Naz Reiz verließen die Timberwolves im Sommer. picture alliance / ASSOCIATED PRESS

    Minnesota Timberwolves: Die Prognose

    Die neue Starting Five hat riesiges Potenzial. Ball und Edwards können zu einem der gefährlichsten Backcourts der Liga werden, McDaniels und Gobert bilden weiter das defensive Fundament. Schafft Kuminga den erwarteten Entwicklungsschritt, hat Minnesota genügend Qualität, um wieder mehr als 50 Spiele zu gewinnen. Der Kader bietet aber weniger Sicherheit als in den vergangenen Jahren.

    Minnesota sollte wieder zu den besten sechs Mannschaften im Westen gehören. Realistisch erscheint ein Platz zwischen drei und sechs und mindestens das Erreichen der zweiten Playoff-Runde. Für einen tieferen Run müssen Ball und Edwards gesund bleiben, Kuminga funktionieren und die jungen Bankspieler schnell Verantwortung übernehmen.

    Lukas Hetterich