12.11.2024
Sorgen in der Liga
Die NBA-Saison steckt noch in Kinderschuhen, dennoch müssen die 30 Teams bereits jetzt auf zahlreiche ihrer Spieler verletzungsbedingt verzichten. Steht die Liga jetzt unter Handlungszwang?

Die Diskussionen um die steigende Anzahl an Verletzungen reißen nicht ab. Die ersten drei Saisonwochen sind absolviert und dennoch sind bereits zahlreiche Starspieler zum Zuschauen verdammt. Kürzlich wurde die Liste um namhafte Akteure wie Ja Morant, Kevin Durant oder Chet Holmgren verlängert.
Die Verletzungen sind erneut Wasser auf die Mühlen der ohnehin lange währenden Diskussion um die Schonung der Spieler, die in den vergangenen Playoffs ihren zwischenzeitlichen Höhepunkt erreichte. Antetokounmpo, Lillard, Mitchell, Haliburton und Porzingis sind nur einige Spieler, die in der Saisonendrunde komplett oder zeitweise nicht zur Verfügung standen.
"Ich habe noch nie Playoffs gesehen, wo so viele Starspieler wegen Verletzungen fehlen", hatte Koby Altman, Präsident der Cleveland Cavaliers, damals noch gesagt. "Ich glaube, es ist eine sehr gute Frage: Wie lösen wir das Verletzungsproblem?"
| Point Guard | Shooting Guard | Small Forward | Power Forward | Center |
|---|---|---|---|---|
| Ja Morant | Jalen Brown | Kawhi Leonard | Kevin Durant | Joel Embiid |
| Tyrese Maxey | CJ McCollum | Jeremy Sochan | Paolo Banchero | Isaiah Hartenstein |
| Lonzo Ball | Bogdan Bogdanovic | Aaron Gordon | Zion Williamson | Kristaps Porzingis |
| Dejounte Murray | Jordan Hawkins | Khris Middleton | Scottie Barnes | Chet Holmgren |
| Malik Monk |
Nicht zuletzt, weil die Liga zu dieser Zeit kurz vor dem Abschluss des neuen TV-Vertrags stand, zeigte man wenig Interesse daran, den Spielplan zu verkürzen. Stattdessen argumentierte man damit, dass es keinerlei wissenschaftlichen Beleg für den Zusammenhang der gestiegenen Anzahl an Verletzungen und den vielen Partien gebe.
Anders sieht es OKC-General Manager Sam Presti: "In der zweiten Saisonhälfte hatten wir einmal 17 Spiele in einem Monat. Das waren fünf back-to-backs."
Im Vergleich zu den früheren Generationen von NBA-Spielern ist die Intensität heute höher. Das Spiel ist aufgrund der Dreierwürfe deutlich schneller und dynamischer geworden, Verteidiger müssen größere Distanzen verteidigen und dabei zurücklegen. Das nagt an der Substanz.
War es in den 80er und 90er Jahren für Spieler wie Michael Jordan oder Magic Johnson die Regel, knapp 80 Spiele pro regulärer Saison abzuspulen, ist es heute nur noch die Ausnahme.
Nach Abschluss des TV-Vertrages ist die Kürzung des Spielplans als Option wohl vom Tisch. Stattdessen werden die Rufe nach anderen Eingriffen ins Regelsystem lauter. Beispielsweise könnte Körperkontakt durch Fouls noch schneller geahndet werden, um die Belastung niedrig zu halten. Auch eine Deckelung der Dreierwürfe pro Spiel wurde bereits ins Spiel gebracht.
Allesamt keine No-Brainer. Völlig klar ist allen nur eines: So kann es ist nicht weitergehen!
Julius Ostendorf