16.03.2026
Noch ein LeBron-Sohn auf dem Weg?
Seit nunmehr bereits zwei Jahren weiß LeBron James Sohn Bronny an seiner Seite. Dessen jüngerer Bruder Bryce ist ebenfalls im Draft-Alter, dürfte allerdings einen anderen Weg einschlagen.

Es war ein Novum, als die Los Angeles Lakers LeBron James Jr., besser bekannt als Bronny James an 42. Stelle des Drafts 2024 auswählten. Nie zuvor standen Vater und Sohn gemeinsam in einem NBA-Spiel auf dem Parkett. Beim 110:103-Sieg der Lakers gegen die Timberwolves im folgenden Oktober schrieb das Duo dann Geschichte.
Nun, zwei Jahre später, geistert die Frage durch die Basketballlandschaft, ob die James-Familie denn nicht noch einen draufsetzen könnte. In Bryce James hat LeBron noch einen weiteren Sohn im besten Basketballalter. Nachdem der 18-Jährige im Vorjahr den Schritt aufs College wagte, würde er für den kommenden Draft eigentlich zur Verfügung stehen.
Das änderte sich jedoch im Februar, als Bryce gemeinsam mit seinem Uniteam bekanntgab, die laufende Spielzeit als "Redshirt" zu beenden. Heißt: Er würde in dieser Saison nicht zum Einsatz kommen. Für den Teenager ergibt sich dadurch der Vorteil, dass sein Freshman-Jahr in Arizona nicht zur maximalen College-Dauer zählt. Lediglich bis zu vier Jahre dürfen Studenten auf den Unis verbringen. Für Bryce ist dann wohl erst das kommende das erste Jahr.
| Alter | 18 Jahre (14.06.2007) |
| Größe | 1,95 Meter |
| Gewicht | 88 kg |
| Position | Shooting Guard |
| Team | Arizona Wildcats |
| Jahrgang | Freshman |
Zwar verpasst der Sohn vom Scoringkönig der NBA damit den March-Madness-Run seiner Arizona Wildcats, die zuletzt auch die Big-12-Conference gewannen, dafür dürfte er im Gegensatz zu seinem Bruder einen konservativeren Ansatz in Bezug auf eine mögliche NBA-Karriere fahren.
Bronny James hatte das College nach nur einem Jahr wieder verlassen, um sich umgehend am Draft anzumelden. Hier nahmen ihn die Lakers zwar durchaus unter Vertrag, die kritischen Stimmen, dass das ohne eine familiäre Bindung zu Papa LeBron nicht möglich gewesen wäre, schrillen allerdings bis heute. Die 2,1 Punkte pro Spiel (bei nur 7,0 Minuten) sorgen da nicht gerade für Entlastung.
Wie bei Bronny wird auch die Karriere von Bryce unter dem Brennglas analysiert werden. Die Entscheidung, sein erstes College-Jahr auszusetzen, hatte deshalb auch ganz praktische Gründe: "Ein Teil der Entscheidung war es, Bryce Zeit zu geben, sich an die Physis seiner Mitspieler anzupassen", sagte Trainer Tommy Lloyd kürzlich. "Und das hat er wirklich getan."
Bereits in der kommenden Saison dürfte der 1,95 Meter große Guard an der Seite vom deutschen Jugendnationalspieler Ivan Kharchenkov stehen. "Ich habe den starken Glauben daran, dass Bryce in der nahen Zukunft von Arizona teilhaben wird."

Ein direkter Sprung in die NBA ist daher ausgeschlossen, wäre aber auch auf Basis seiner sportlichen Leistungen nicht realistisch. Im 247Sports-Ranking der besten Shooting Guards seines Jahrgangs belegte Bryce 2025 lediglich den 47. Platz. Bruder Bronny wurde da regelmäßig deutlich höher gelistet.
Das Problem wird auch schnell klar. Zwar verfügt Bryce James offensichtlich über gute Ansätze von Spielintelligenz und Shooting, dafür wirkte er in seinen letzten Einsätzen körperlich noch nicht ausgereift - wobei in der James-Blutlinie kaum auszumalen ist, dass dem so bleibt.
Während es für Bryce' sportliche Entwicklung die richtige Entscheidung war, schließt sie wohl aus, dass er nochmal mit seinem Vater zusammenspielen wird. Noch immer ist unklar, ob LeBron James einen erneuten Vertrag in der NBA unterschreiben wird. Das aktuelle Arbeitspapier bei den Lakers läuft am Saisonende aus.
Eine Entscheidung will der inzwischen 41-Jährige noch nicht getroffen haben. Die Timeline von Bryce spiele dabei aber keine Rolle, bestätigte der viermalige NBA-Champion bereits: "Ich sitze nicht hier und warte auf Bryce", hatte James im vergangenen September darüber gesagt. "Ich weiß auch nicht, wie sein Zeitplan aussieht." Aktuell weiß das wohl noch niemand.
Julius Ostendorf