18.04.2025
Real gegen Bayern zum Siegen verdammt
Bei Real Madrid ist Feuer unter dem Dach. Nach der Play-In-Niederlage gegen Paris steht im Do-or-Die-Spiel gegen den FC Bayern München viel auf dem Spiel für die Königlichen.

Playoffs ohne Real Madrid? Das gab es seit der Einführung des Round-Robin-Systems im Jahr 2016 noch nie. In diesem Zeitraum verpassten die Königlichen nur einmal das Final Four, zweimal reckten die Spanier die Trophäe in die Höhe. Seit Dienstagabend ist das Verpassen der Playoffs jedoch ein realistisches Szenario für die Blancos, nachdem man daheim gegen Paris nur 73 Punkte aufs Scoreboard brachte.
"Ich hatte das Gefühl, dass wir in gewissen Situationen Angst hatten", resümierte Trainer Chus Matteo, der schon im November angezählt wurde und unter anderem mit Star-Forward Mario Hezonja seine Meinungsverschiedenheiten hatte. Angst und die Königlichen? Das klingt absurd, wenn man auf den Kader Madrids schaut. Facundo Campazzo, Hezonja, Dzanan Musa, Sergio Llull, Edy Tavares oder Gabriel Deck - die Königlichen haben weiterhin einen exquisiten Kader und dennoch passt es in dieser Saison einfach nicht.
Nach den Stars kommt zu wenig, die Second Unit war DER Schwachpunkt der Mannschaft, auch wenn die Königlichen in der Rückrunde wieder etwas Fahrt aufnahmen und sechs der letzten sieben Spiele der Hauptrunde für sich entschieden. Wirklich stabil ist Madrid aber nicht, vor allem ein zweiter Spielmacher geht dem Starensemble ab.
Das sollte eigentlich Ex-NBA-Spieler Dennis Smith Jr. sein, doch nach wenigen Wochen wurden dieses Experiment sofort wieder beendet. Es stellte sich zudem heraus, dass die Abgänge von Rudy Fernandez, Sergio Rodriguez (beide Karriereende) und Guerschon Yabusele (Philadelphia 76ers) einfach nicht kompensiert werden konnten - auf und neben dem Feld.
Hezonja und Musa sollten mehr Verantwortung übernehmen, auch weil Llull oder Center Tavares nicht mehr in ihrer Prime sind. Das Spiel gegen Paris zeigte jedoch, dass beide nicht konstant liefern können. Zusammengerechnet erzielte das Duo nur elf Zähler (4/15 FG), dazu erwischte auch Legende Llull (3, 1/7) einen rabenschwarzen Abend.
"Wenn mir nicht treffen, können wir nicht gewinnen", merkte Hezonja an, dazu steckte Tavares in Foulproblemen, was in dieser Saison ebenfalls mehrfach Thema war. Unabhängig vom Ausgang gegen die Bayern wird es Veränderungen geben. Musa soll ein Angebot über zehn Millionen Euro (für drei Jahre) aus Dubai vorliegen, Llull könnte im Sommer seine glanzvolle Karriere beenden. Im Gegenzug wird der französische Shooting-Star Theo Maledon (ASVEL) bei den Königlichen gehandelt.

Seine Offense könnten die Blancos gegen die Bayern gut gebrauchen, denn wenn die Bayern etwas können, dann scoren. Das weiß auch Mateo: "Sie spielen auf einem hohen Niveau und haben mit Roter Stern ein Team geschlagen, dass über viele Ressourcen verfügt", warnte der Spanier. "Wenn wir es tatsächlich schaffen wollen, müssen wir uns definitiv steigern."
In der Hauptrunde waren beide Spiele hart umkämpft. Die Bayern gewannen zur Eröffnung des SAP Garden in einer wilden Schlussphase, im Rückspiel in Madrid (damals ohne Nick Weiler-Babb) kontrollierte Real das Spiel über weite Phasen, wackelte am Ende aber noch einmal kurz. Bei einem Sieg würde es für Madrid auch nicht leichter werden.
Es würde gegen Top-Seed Olympiakos Piräus gehen, die man im Vorjahr noch im Halbfinale schlug. Von dieser Mannschaft, einer Top-Four-Maschine sind die Königlichen derzeit aber weit entfernt.
rar