17.07.2009
Köln: Ex-Meister zieht sich zurück
Diesmal wird es keine Rettung mehr geben: Die insolventen Köln 99ers ziehen sich aus der Basketball Bundesliga (BBL) zurück. Der Traditionsklub erklärte am Freitagnachmittag seinen Verzicht auf das sportliche Teilnahmerecht für die kommende Saison.
"Nach eingehender Prüfung der wirtschaftlichen Gegebenheiten und insbesondere auch nach erschöpfender Prüfung aller Kontakte, die sich in den letzten Tagen zum Suchen weiterer Sponsoren eröffnet haben, erscheint es nicht möglich, das von den Köln 99ers angestrebte sportliche Konzept mit der Sicherheit umzusetzen, die außerhalb der formalen Notwendigkeit gegenüber dem Team und den Konkurrenten verantwortet werden sollte", hieß es in einer Pressemitteilung des zuständigen Insolvenzverwalters Norbert Heimann und der beiden Geschäftsführer Stephan Baeck und Jens Brämer.
Vor einer Woche hatten die Rheinländer beim Amtsgericht Köln einen Insolvenzantrag gestellt. Zuvor hatten die Gesellschafter der Köln 99ers offenbar beschlossen, dass der Etat von lediglich 1,2 Millionen Euro den Ansprüchen an einen Erstligastandort Köln nicht genüge und daraufhin ihre Finanzierungszusagen zurückgezogen. Neue Sponsoren konnten nun nicht gefunden werden. "Aus Gründen der Fairness gegenüber der Liga und anderen Vereinen ist es besser, nicht in eine neue Saison zu taumeln", sagte 99ers-Gesellschafter Anton Bausinger der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Da die Arbeitsgemeinschaft 2. Basketball-Bundesliga bereits erklärte, die 99ers nicht aufzunehmen, bedeutet der Rückzug aus der BBL für den Meister von 2006 wohl das endgültige Aus. Der frei gewordene BBL-Platz wird vom sportlichen Absteiger Eisbären Bremerhaven eingenommen. "Wir freuen uns natürlich sehr über den Erhalt der Wildcard. Sie eröffnet den Eisbären die Möglichkeit, trotz einer verkorksten Saison 2008/2009 und dem sportlichen Abstieg, einen Neuanfang in der Basketball-Bundesliga zu starten", sagte Eisbären-Manager Jan Rathjen.
Bremerhaven hatte die Bundesliga-Saison als Tabellenletzter beendet. "Wir sind all unseren Förderern zu großem Dank verpflichtet, denn nur mit ihrer Hilfe konnten wir die finanziellen Grundlagen für die Lizenzerteilung und die damit verbundene Möglichkeit eines Wildcard-Erhalts schaffen", ergänzte Rathjen.
Die BBL begrüßte den Verbleib der Norddeutschen in der Eliteliga. "Mit den Eisbären Bremerhaven rückt ein geschätzter und hoch professionell arbeitender Klub auf", sagte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer am Freitag. Bremerhaven erhielt die zweite Wildcard der Liga nach den Giessen 46ers. Die Hessen rückten ihrerseits nach, weil Nördlingen noch während der Saison auf sein Teilnahmerecht verzichtet hatte.