01.03.2025
Weikert in EOC-Gremium gewählt
Die 54. Generalversammlung der Europäischen Olympischen Komitees nutzte der Deutsche Sport zum Werben um Olympia, der scheidende IOC-Präsident wurde emotional und DOSB-Präsident Thomas Weikert in ein EOC-Gremium gewählt.

DOSB-Präsident Thomas Weikert und Bundesinnenministerin Nancy Faeser haben die Gastgeberrolle bei der 54. Generalversammlung der Europäischen Olympischen Komitees (EOC) dazu genutzt, vor rund zwei Dutzend IOC-Mitgliedern um Präsident Thomas Bach und seine sieben Nachfolgekandidaten für Olympische Spiele in Deutschland zu werben.
"Deutschland ist eine Sportnation. Und wir haben das klare Ziel, große und nachhaltige Sportereignisse in Deutschland auszurichten", sagte SPD-Politikerin Faeser. Die noch amtierende Innenenministerin verwies vor rund 300 Delegierten im Ballsaal des Marriott Hotel Frankfurt Messe bei ihrem Werben immer wieder auf den Erfolg der Fußball-Europameisterschaft im vergangenen Sommer und auf anstehende Events in Deutschland wie die Summer World University Games im Juli.
"Der DOSB und der deutsche Sport sind und bleiben verlässliche Partner des internationalen Sports", erklärte Weikert in seiner Rede: "Die Olympischen und Paralympischen Spiele sind nicht nur ein Ereignis von globaler Strahlkraft, sondern auch eine einmalige Chance, den Sport und seine Werte in einer ganzen Gesellschaft zu verankern. Diese Impulse wollen wir für Deutschland im Herzen von Europa nutzen", betonte der 63-Jährige.
Deutschland erwägt eine Bewerbung um Olympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Die bisherige Bundesregierung unterstützte dieses Vorhaben. Mit welcher deutschen Stadt oder welchen deutschen Städten Deutschland konkret in den Bewerbungsprozess einsteigt, soll im Verlauf des Jahres entschieden werden. Deutschland war zuletzt 1972 mit München Ausrichter von Olympischen Spielen, die letzten sieben Anläufe um Sommer- beziehungsweise Winterspiele scheiterten.
Thomas Weikert würdigte auch den im Juni ausscheidenden Thomas Bach (71), der bis zu seiner Wahl an die Spitze des Internationalen Olympischen Komitees im Jahr 2013 den Deutschen Olympischen Sportbund angeführt hatte.
"Dear President Bach, lieber Thomas: Du wirst ein Champion des deutschen Sports sein, auch nach dem kommenden Sommer", erklärte Thomas Weikert und fügte an: "Als Ehrenpräsident des DOSB bist du keiner Amtszeit unterworfen."
Thomas Bach sprach zunächst ausführlich und routiniert über den Stand der olympischen Bewegung, seine Rede aber beendete er emotional: "Heute sage ich nicht tschüss und ade. Heute sage ich: Auf Wiedersehen und bis bald." Seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger wird am 20. März gewählt, Bach scheidet am 23. Juni aus dem Amt.
Alle sieben Bewerber um seine Nachfolge waren bei der 54. Generalversammlung des Europäischen Olympischen Komitees anwesend: Kirsty Coventry, Sebastian Coe, Johan Eliasch, David Lappartient, Juan Antonio Samaranch Junior, Prinz Feisal al-Hussein und Morinari Watanabe.
DOSB-Präsident Thomas Weikert (63) wurde am Freitag bei der Generalversammlung in Frankfurt für vier Jahre in das Gremium gewählt, er erhielt 39 von 49 Stimmen.
Für Deutschland saß bislang die langjährige Hockey-Funktionärin Uschi Schmitz im Exko, sie kandidierte allerdings nicht wieder. Spyros Capralos wurde für weitere vier Jahre als EOC-Präsident bestätigt, der 69-jährige Grieche hatte keinen Gegenkandidaten. Das EOC ist der Dachverband der Nationalen Olympischen Komitees in Europa.
Deutschland war erstmals seit 2007 wieder Gastgeber der EOC-Generalversammlung. "Wir haben einige Jahre sicherlich zu wenig auf dieser Ebene gemacht und wollen uns wieder mehr einbringen", hatte Thomas Weikert im Vorfeld gesagt.
SID, red