vor 7 Stunden
Indianas Offseason im Check
Es ist nur gut ein Jahr her, da waren die Indiana Pacers nur einen Sieg von ihrer ersten Championship entfernt. Nach einer Übergangssaison wollen die Pacers nun wieder angreifen und sich in der erstarkten Eastern Conference neu behaupten.

Trotz gerade einmal 19 Siegen in der Vorsaison veränderten die Pacers wenig am Kader - und das aus gutem Grund. Das Vorjahr wurde komplett abgeschenkt, da Franchise-Star Tyrese Haliburton wegen eines Achilllessehnenriss, den er sich in Spiel 7 der NBA Finals zuzog, das ganze Jahr pausieren musste.
Der Point Guard ist quasi ein Neuzugang, gleiches gilt für Ivica Zubac. Der Kroate kam zur Trade Deadline nach Indy, absolvierte in der Folge aber nur fünf Spiele. Er ist der Ersatz des im Vorjahr nach Milwaukee abgewanderten Big Man Myles Turner, auch wenn ihre Qualitäten durchaus verschieden sind.
Dazu wurde der Kader im Sommer mit zwei Veteranen ergänzt. Kelly Oubre Jr. unterschrieb für zwei Jahre und 16 Millionen Dollar, Larry Nance Jr. kommt zum Minimum und gibt der Center-Rotation etwas mehr Tiefe. Nicht mehr mit dabei sind Guard Kam Jones und Big Micah Potter, die aber ohnehin keine Rolle mehr in den Planungen der Franchise spielten.
Zugänge: Kelly Oubre Jr. (Philadelphia), Larry Nance Jr. (Cleveland)
Abgänge: Kam Jones (Chicago), Micah Potter
Verlängerungen: -
| Spieler | Position | 26/27 | 27/28 | 28/29 | 29/30 | 30/31 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Pascal Siakam | PF | 48,9 | 52,3 | UFA | - | - |
| Tyrese Haliburton | PG | 48,9 | 52,3 | 55,7 | UFA | - |
| Ivica Zubac | C | 20,3 | 21,8 | UFA | - | - |
| Andrew Nembhard | PG | 19,6 | 21,0 | UFA | - | - |
| Obi Toppin | PF | 15,0 | 16,0 | UFA | - | - |
| Aaron Nesmith | SF | 11,0 | 19,4 | 21,0 | UFA | - |
| T.J. McConnell | PG | 11,0 | 11,8 | 11,8** | UFA | - |
| Jarace Walker | PF | 8,5 | RFA | - | - | - |
| Kelly Oubre Jr. | SF | 8,1 | 8,5 | UFA | - | - |
| Ben Sheppard | SF | 5,0 | RFA | - | - | - |
| Jay Huff | C | 2,7 | 3,0** | UFA | - | - |
| Quenton Jackson | G | 2,6 | 2,9 | UFA | - | - |
| Larry Nance Jr. | PF | 2,4 | UFA | - | - | - |
| Johnny Furphy | SG | 2,3 | 2,5** | UFA | - | - |
Trotz des Wettrüstens in der Eastern Conference wollen auch die Pacers im kommenden Jahr wieder ordentlich mitmischen. 2024 erreichte man die Conference Finals, eine Saison später war erst in den Finals Schluss. Die Pacers wurden immer etwas unterschätzt, auch weil sie nicht diesen einen Megastar besitzen, dafür aber sehr unangenehm zu bespielen sind und eine beeindruckende Kaderbreite vorweisen können.
Stand jetzt würden die Pacers sogar seit über 20 Jahren mal wieder Luxussteuer bezahlen (nur knapp 6 Mio.), was ebenso die Ambitionen verdeutlicht. Pascal Siakam befindet sich weiterhin in der Blüte seines Schaffens, wie Haliburton nach seinem Comeback aussieht, wird man sehen.
Aus dem Team von 2025 fehlen lediglich Turner und Youngster Bennedict Mathurin, die aber sinnvoll ersetzt wurden. So steht Coach Rick Carlisle wieder eine stabile Zehn-Mann-Rotation zur Verfügung, die nur wenige andere Teams aufbieten können.

Die Pacers werden ein wenig anders auftreten, da der Shooting-Aspekt von Turner wegfällt. Gleichzeitig ist Zubac einer der besten Pick’n’Roll-Partner der NBA, sein Zusammenspiel mit Haliburton sollte kein Problem sein. Im Gegenzug wird Indy mit dem Kroaten gefährlicher am offensiven Brett sein.
Was womöglich fehlt, ist weiteres Scoring. Hier war Mathurin als Anführer der Second Unit wichtig, Oubre ist nur bedingt als Shot Creator geeignet. Dazu ist T.J. McConnell inzwischen 34 Jahre alt. Ob er weiterhin so gut wie in der Vergangenheit kreieren kann, wird sich zeigen. Letztlich bleiben die Pacers aber ein recht komplettes Team.
Der Osten ist nicht mehr die Conference von 2025, entsprechend interessant wird es sein, wo sich die Pacers einordnen. Was für sie spricht: Die Mannschaft ist mit Ausnahme von Zubac seit Jahren eingespielt und hat einen sehr eigenen Stil, auf den man sich nur schwer vorbereiten kann.
Wenn Haliburton an seine Form von vor der Verletzung anknüpfen kann, wird Indiana trotz der großen Konkurrenz wieder um den Heimvorteil spielen, auch wenn die meisten Wettanbieter die Pacers nur knapp über Durchschnitt sehen (43,5 Siege). Realistisch gesehen sollte es aber eher wieder in Richtung 50 gehen, die Qualität dafür ist definitiv gegeben.
Robert Arndt