06.02.2026
Würzburger heimlicher Matchwinner gegen Philly
Maxi Kleber spielte bei den Los Angeles Lakers kaum eine Rolle, gegen die Philadelphia 76ers bekam der Würzburger aber mal wieder eine Chance und nutzte diese hervorragend.

26 Minuten stand Kleber auf dem Feld, so lange wie zuletzt am Neujahrestag 2025, damals noch im Trikot der Dallas Mavericks. "Laut" waren seine Statistiken mit vier Punkten, vier Rebounds, vier Assists und drei Steals nicht, dennoch war der Deutsche einer der Katalysatoren der Lakers. Auch in Halbzeit zwei lagen die Lakers noch zweistellig hinten, am Ende stand aber ein 119:115-Erfolg.
Klebers Minuten gewannen die Lakers mit +23, seine Einwechslung nach acht Minuten in der zweiten Halbzeit brachte die Wende. Drei Steals gelangen Kleber im Rest des Viertels, zwei davon gegen Tyrese Maxey. Im Schlussabschnitt griff der Big Man dann vier Offensiv-Rebounds ab, die ebenfalls halfen, um das Momentum aufzubauen.
"Maxi war richtig stark und hat einige Plays gemacht, die man nicht im Boxscore sieht", lobte Coach J.J. Redick Als Beispiel nannte Redick den Dunk von LeBron James in der Schlussminute, als es Kleber schaffte, James die Bahn freizublocken und so zwei leichte Punkte zu ermöglichen. Von den letzten 16 Minuten der Partie stand Kleber 14 davon auf dem Feld. Der eigentliche Starter Deandre Ayton saß dagegen das komplette Schlussviertel auf der Bank.
Dass Kleber überhaupt eine Chance bekam, hatte einen kuriosen Grund. Backup-Center Jaxson Hayes fehlte gegen die Sixers gesperrt, nachdem die NBA einen Schubser gegen das Maskottchen der Washington Wizards geahndet hatte. "Du musst immer deine Mitspieler unterstützen und für sie da sein. So bleibst du mental bei der Sache", erklärte Kleber nach der Partie, wie er sich bereitgehalten habe.
In diesem Kalenderjahr hatte Kleber nur in Portland und bei den Spurs nennenswerte Minuten bekommen, ansonsten spielte der Würzburger nur, wenn die Partie bereits entschieden war. Dabei ist es nicht so, dass die Lakers so viele Alternativen haben. Ayton und Hayes, das ist eine eher mittelmäßige Rotation, doch die vielen Verletzungen beim inzwischen 34-Jährigen haben eben auch Spuren hinterlassen.

Gegen Philly wirkte Kleber aber spritzig, schnell auf den Beinen, und es gelang der fünfte Dunk der Saison. Das sorgte für große Freude auf der Bank, was Marcus Smart wie folgt erklärte: "Maxi ist der ultimative Profi. Es hat schon seine Gründe, warum er noch immer in der NBA ist. Es hat Gründe, warum wir uns so für ihn freuen, weil er jeden Tag in der Halle ackert. Ob Spiel oder Training, ob zwei oder 20 Minuten."
Dazu zählt Kleber zu den wenigen Spielern im Kader, die sich vor allem über die Verteidigung definieren. Es war auch ein Fingerzeig in Richtung von Ayton, der weiterhin enorm polarisiert. Nach dieser Vorstellung dürfte Kleber vermutlich auch in den kommenden Spielen seine Chance bekommen. Manchmal braucht es eben dafür nur ein umgestoßenes Maskottchen und ein gutes Spiel, um sich wieder zu etablieren.
rar