vor 3 Stunden
Deutscher Big Man überragt gegen die Lakers
Isaiah Hartenstein erzielte gegen die Los Angeles Lakers zwar nur fünf Punkte, dennoch war der Deutsche der heimliche MVP des Spiels. Sein Einfluss war in jeder Minute auf dem Feld spürbar.

Fünf Punkte, zehn Rebounds, fünf Assists, drei Steals - das ist eine solide Statline, doch erzählt nur die halbe Geschichte über die bärenstarke Vorstellung von Isaiah Hartenstein in Los Angeles. Ja, die Guards der Thunder, Shai Gilgeous-Alexander und Ajay Michell, erzielten zusammengerechnet 63 Punkte, doch den Unterschied machte der deutsche Center.
Hartenstein hatte vor allem in der zweiten Halbzeit Foulprobleme und das war zu jedem Zeitpunkt spürbar. Der 28-Jährige machte auch in der Crunchtime wichtige Plays. So fand der Center zweimal Frontcourt-Kollege Chet Holmgren unter dem Korb für leichte Punkte, einmal warf er dabei sogar einen Alley Oop. Dazu machte er den Floater von LeBron James 20 Sekunden vor Schluss so schwer, dass dieser vergab und die Thunder mit Freiwürfen das Spiel entscheiden konnten.
Clever dabei: Er sammelte den Rebound ein und brachte sofort einen Pass zu Gilgeous-Alexander an, um nicht gefoult zu werden. Stattdessen hatte der beste Schütze der Thunder den Ball in der Hand. Die Kombo mit Holmgren konnten die Lakers nie entschlüsseln, es bleibt in der NBA ein Cheatcode, dass OKC mal eben zwei Seven-Footer nebeneinander stellen kann, die sich so perfekt miteinander ergänzen.
"Er ist wirklich ein Monster", stellte Holmgren fest. "Er macht keine coolen Punkte oder hat viele Highlight-Plays, aber er hält auf beiden Seiten des Feldes die Mannschaft zusammen. Das Plus-Minus heute sagt schon alles, aber es überrascht mich auch nicht, weil ich weiß, wie enorm sein Einfluss auf unser Spiel ist."
Auch defensiv ist es fast schon unfair, zwei der besten Ringbeschützer der NBA Seite an Seite spielen zu können. Hartenstein ist dabei auch mobil genug, um selbst auch am Perimeter zu verteidigen. Die Lakers waren nur im Spiel, weil sie ihre Jumper trafen und oft an die Freiwurflinie kamen. In der Zone erzielten die Lakers zwar 46 Punkte, trafen aber nur 57 Prozent in der Zone.

Vieles hatte mit Hartenstein zu tun, der zwar keinen Block verbuchte, aber eben wie beim Play gegen LeBron gesehen, es seinen Gegenspielern so schwer wie möglich machte. Dazu war Hartenstein stets eine Option im Angriff, wenn SGA gedoppelt wurde, da nur wenige Center so gute Entscheidungen aus dem Short Roll treffen wie der Deutsche.
Auch deswegen stockte auch die Thunder-Offense, wenn Hartenstein mit Foulproblemen auf der Bank saß. Ein Plus-Minus-Wert von +30 in einem Spiel, welches mit fünf Punkten gewonnen wurde, ist schlichtweg absurd und zeigt bestens Hartensteins Wichtigkeit in diesem Spiel. Über die Playoffs hat der Deutsche ein Net-Rating von +20, das ist der Bestwert unter den regulären Startern der Thunder (Mitchell steht bei +27,1, startet aber nur wegen der Verletzung von Jalen Williams).
Und das wird nicht nur gegen die Lakers gefragt sein. Sowohl San Antonio als auch Minnesota sind groß und physisch, die Thunder werden Hartenstein wieder brauchen, egal, wie seine Zahlen aussehen.
Robert Arndt