31.10.2024
Startschuss einer neuen Ära im Basketball
Heute vor genau 74 Jahren, am 31. Oktober 1950, betrat der damals 21-jährige Earl Lloyd im Saisoneröffnungsspiel die Bühne der NBA für die Washington Capitols. Ein geschichtsträchtiger Moment, da er der erste afroamerikanische Spieler der Liga war und einen weiten Weg ebnen sollte.

Lloyd, aufgewachsen in Virginia, hatte sich zuvor an der West Virginia State University als Star der Meistermannschaft einen Namen gemacht. Über seine Draft-Auswahl in die NBA erfuhr er eher zufällig, als ihm eine Kommilitonin mitteilte, dass er angeblich nach Washington ziehen würde. Tatsächlich hatten die Capitols ihn in der neunten Runde des Drafts ausgewählt.
In seiner Debütsaison trat Lloyd nicht allein auf. Zwei weitere afroamerikanische Spieler, Chuck Cooper und Nat Clifton, wurden ebenfalls in die NBA berufen, allerdings starteten ihre Teams, die Boston Celtics und die New York Knicks, ihre Saison erst im November. So wurde Lloyd zum ersten afroamerikanischen Spieler, der ein NBA-Spiel bestritten hat - ein zufälliger Pionier.
Die Herausforderung, in einem ausschließlich weißen Team zu spielen, war für Lloyd einschüchternd. Glücklicherweise waren seine Teamkollegen, viele von ihnen mit Erfahrungen in integrierten College-Teams, sofort freundlich und unterstützend. Der Empfang war jedoch nicht überall so herzlich. Als der Spielleiter die Aufstellung der Capitols an diesem ersten Abend bekannt gab, warf ein Zuschauer in der ersten Reihe einen rassistischen Kommentar in die Menge.
Nach sieben Spielen wurde Lloyd in den Militärdienst eingezogen und verbrachte zwei Jahre in Korea. Nach seiner Rückkehr in die USA war das Team der Capitols nicht mehr existent, sodass er zu den Syracuse Nationals wechselte, die später zu den Philadelphia 76ers wurden. Seine Karriere in der NBA umfasste neun Jahre, in denen er insgesamt 4.682 Punkte für Washington, die Nationals und die Detroit Pistons erzielte. Den NBA-Titel holte er 1955 mit den Nationals, wodurch er zusammen mit seinem Mitspieler Jim Tucker der erste afroamerikanische Spieler wurde, der für ein Meisterschaftsteam spielte.

Nach seiner aktiven Laufbahn blieb Lloyd in Detroit und arbeitete als Scout und dann als Assistenztrainer bei den Pistons. 1970 wurde er der erste afroamerikanische Cheftrainer in der NBA, als er das Zepter bei den Pistons übernahm. Nach einer Saison als Head Coach engagierte er sich in verschiedenen Positionen in der Stadt, unter anderem in der Polizei und im Schulwesen.
2003 wurde er in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen, eine Anerkennung seiner außergewöhnlichen Leistungen im Basketball. In seiner Dankesrede würdigte Lloyd die Einflüsse seiner Familie, Lehrer und Trainer auf seinen Erfolg.
Earl Lloyd verstarb 2015 im Alter von 86 Jahren. Sein Vermächtnis als der erste afroamerikanische Spieler in der NBA wird nie vergessen werden und hat den Weg für unzählige Spieler geebnet, die nach ihm kamen. Lloyds Einfluss auf den Basketball und seinen Kampf gegen die Rassentrennung bleiben ein wesentlicher Teil der Geschichte der NBA.
kon