06.12.2024
Angesichts Spekulationen um einen Rauswurf des Spaniers
Nach dem enttäuschenden Saisonstart für Alba Berlin schien der Stuhl von Trainer Israel Gonzalez immer mehr ins Wanken zu kommen. Geschäftsführer Marco Baldi stellte dem Spanier nun jedoch eine Jobgarantie aus.

Lediglich sechs Siege sammelte Alba Berlin in dieser Saison in BBL und EuroLeague. Demgegenüber stehen 16 Niederlagen, zehn davon in der Königsklasse. Nach dem Overtime-Sieg gegen Bologna gaben die Hauptstädter zwar die rote Laterne weiter, die Probleme bestehen allerdings weiterhin.
"In 35 Jahren Alba war schon so ziemlich alles dabei", erklärte Geschäftsführer Marco Baldi im Interview mit der SPORT BILD. "Was allerdings in 35 Jahren nicht dabei war, dass wir acht Leistungsträger gleichzeitig verletzt draußen hatten. Das hat Auswirkungen." In der laufenden Spielzeit reihen sich für die Berliner einzelne, wenige emotionale Siege in noch mehr Tiefpunkte ein. "Uns fehlt das spielerische Fundament. Wir konnten das noch nicht ansatzweise aufbauen."
Trainer Israel Gonzalez nimmt er ebenfalls nicht aus der Pflicht. "Wir haben ja grundsätzlich eine klare Ausrichtung. Wir haben viele junge, gute Spieler, die alle noch besser werden können und wollen. Dafür braucht es ein entsprechendes Umfeld und einen bestimmten Trainer." Die seit Wochen und Monaten angespannte Personalsituation behindere diese Arbeit allerdings. "Wenn [der Trainer] nur am Improvisieren ist, erschwert es das natürlich."
Dennoch habe auch Baldi wahrgenommen, dass Gonzalez in der Öffentlichkeit unter Druck stehe. "Natürlich wird man trotzdem immer beurteilt. Sie sind ja nicht der Einzige, der fragt, ob man jetzt über den Trainer nachdenken müsste", gab der 59-Jährige zu. "Die Antwort ist: wir denken nicht darüber nach! Natürlich suchen wir nach Optimierungen, wo und wie können wir das Team von außen stützen. Aber wir denken nicht darüber nach, irgendwelche Spieler oder Trainer auszutauschen."
Kritik äußerte Baldi indes am Management der EuroLeague. Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass das Final Four 2025 in Abu Dhabi stattfinden werde. Alba Berlin sei in die Entscheidungsfindung jedoch überhaupt nicht einbezogen worden. "Wie die EuroLeague das handhabt, nur die A-Lizenz-Teams, also die Shareholder zu befragen (...), halte ich für schwierig."
Generell stelle er die Entscheidungsprozesse unter den Verantwortlichen der "Königsklasse des Basketballs" infrage. "Es gibt viele Baustellen. Ich muss es deutlich sagen. Außer den A-Lizenzlern nimmt an diesen Beratungen und der Entscheidungsfindung keiner teil. Auch rein informell findet das nicht statt. Das halte ich zumindest für fragwürdig."
Mit Hinblick auf eine langfristige A-Lizenz hielt sich Baldi aus diesem Grund zurück: "Wir lieben die EuroLeague und wollen da auch sein. Wenn da aber keine klare Strategie zu erkennen ist, dann ist es schwierig sich zu bekennen. (...) Wir können uns nicht comitten, wenn wir nicht wissen, wo es hingeht."
jos