06.04.2009
Entscheidung bis Donnerstag
Den finanziell stark angeschlagenen Köln 99ers droht erneut das Aus. Die Entscheidung über die Zukunft des abstiegsbedrohten Bundesligisten soll bis Donnerstag fallen, wenn die Rheinländer im Kellerduell gegen den punktgleichen Tabellenvorletzten aus Gießen antreten müssen. Bei dem Budgetloch von rund 600.000 Euro handelt es sich je zur Hälfte um noch ausstehende Zahlungsverpflichtungen und Kosten für den Rest der Spielzeit.
"Es ist nicht möglich, mit eigenem Geld diese Saison zu Ende zu spielen und die nächste Saison zu finanzieren", bestätigte Geschäftsführer und Gesellschafter Jürgen Wollny gegenüber Spiegel online. Die fällige Gehaltsüberweisung an die Spieler sei in der vergangenen Woche ausgeblieben, die Trainer und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle müssten bereits seit zwei Monaten auf ihr Geld warten. "Es war mir klar, dass wir uns in dieser Saison darauf einstellen mussten, auch ohne Namenssponsor klar zu kommen. Was ich aber nicht einplanen konnte, war die Krise an sich - mit der Folge, dass dann Zusagen nicht mehr eingehalten wurden", sagte Wollny weiter.
Bis zum Abstiegskrimi gegen die Gießen 46ers am Donnerstag soll nun Klarheit herrschen. "Es ist schwer vorstellbar, in diese Partie zu gehen, wenn wir den Spielern dann nicht glaubwürdig sagen können, wie es weiter geht", meinte Wollny. Trotz Finanzkrise und den kurzfristig fehlenden finanziellen Mitteln zeigen sich die 99ers verhalten optimistisch. Am vergangenen Donnerstag hatten sie dem Lenkungsausschuss der Sportstadt Köln ihre Situation dargelegt, gleichzeitig aber auch die Gesamtkonzeption als Deutschlands größter Basketball-Verein mit 800 Aktiven und 48 Mannschaften vom Jugend-Team bis zum Rollstuhl-Basketball präsentiert.
Kurzfristig erhofft sich der Klub, der nach dem überraschenden Rückzug des Hauptsponsors bereits im Januar 2008 kurz vor der Insolvenz gestanden hatte, Unterstützung von der Stadt, der lokalen Wirtschaft und den bereits vorhandenen Sponsoren. Langfristig soll ein Konzept, das überwiegend auf deutsche Nachwuchsspieler setzt, das Interesse von überregionalen Sponsoren wecken, erklärte ein Klubsprecher dem sid.
Neben den Kölnern klagen auch die Paderborn Baskets und die Giants Nördlingen über finanzielle Probleme. Eine Entscheidung über die weitere Erstliga-Zugehörigkeit wird in diesen Fällen wahrscheinlich erst nach der Saison fallen. "Es macht keinen Sinn anzutreten, wenn der Etat nicht zustande kommt, sagte Nördlingens Vorstandsvorsitzender Jürgen Kohl Spiegel online.