24.04.2025
Berliner steckt erneut in der Wurfkrise
Franz Wagner machte in Spiel 2 bei den Boston Celtics erneut ein gutes Spiel, allerdings mit einem Makel. Der Dreier hat den Berliner erneut verlassen und lässt diesen ein wenig ratlos zurück.

2/18. Das ist die Ausbeute von Wagner aus der Distanz in den drei Spielen dieser Postseason, wenn man das Play-In-Spiel gegen Atlanta miteinbezieht. Zur Unzeit scheint der Wurf den Berliner wieder verlassen zu haben und lässt diesen ein wenig ratlos zurück. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll", entgegnete der 23-Jährige auf die Frage, warum seine Würfe bisher nicht fallen wollen.
Zwar erzielte der Nationalspieler auch in Spiel 2 dank entschlossener Korbattacken wieder 25 Punkte (10/20 FG), doch nur einer seiner sieben Dreier flutschte durch die Reuse. "Ich habe mich gut gefühlt und war ein bisschen überrascht, dass ein paar davon nicht gefallen sind", führte Wagner weiter aus.
Er selbst dürfte von dieser Diskussion auch genervt sein, schließlich war dies bereits vor einem Jahr ein großes Thema, als Wagner in der engen Serie gegen Cleveland (3-4) auch nur 26,5 Prozent seiner Dreier (9/34) treffen konnte. Immer wieder dieser Wurf. In den ersten beiden NBA-Jahren traf Wagner noch 36 Prozent, in den beiden vergangenen dagegen unter 30, obwohl er immer wieder Phasen hatte, in denen es funktionierte.
| Spiel | Datum | Uhrzeit | Team 1 | Team 2 | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 20. April (So) | 21.30 Uhr | Celtics | Magic | 103:86 |
| 2 | 24. April (Do) | 1 Uhr | Celtics | Magic | 109:100 |
| 3 | 26. April (Sa) | 1 Uhr | Magic | Celtics | |
| 4 | 28. April (Mo) | 1 Uhr | Magic | Celtics | |
| 5* | 30. April (Mi) | tba | Celtics | Magic | |
| 6* | 2. Mai (Fr) | tba | Magic |
In den ersten beiden Saisonmonaten waren es noch annehmbare 35 Prozent, danach rauschte die Quote auf 26 Prozent ab. Im Sommer hatte Wagner bei der Nationalmannschaft noch verraten, dass er einiges verändert habe, vor allem mit den Augen: „Es geht um Timing. Man kann ganz früh auf den Ring gucken, ganz spät, auch dann, wenn der Ball weg ist. Verschiedene Spieler machen verschiedene Sachen und damit habe ich einfach ein bisschen rumexperimentiert und habe, glaube ich, zu dem wiedergefunden, was ich als kleiner Junge gelernt habe."
Es half nur bedingt, auch von der kürzeren FIBA-Dreierlinie schoss Wagner bei Olympia nur 20 Prozent. Ist Wagner deswegen ein schlechter Schütze? Auf keinen Fall. Die Freiwurfquote ist oft ein Indikator, hier versenkte der Berliner über seine Karriere starke 85,6 Prozent und steigerte seine Erfolgsrate in dieser Spielzeit auf über 87 Prozent, was ihn unter allen qualifizierten Spielern auf Rang 24 ligaweit katapultierte (Leader: Stephen Curry mit 93,3 Prozent).
Coach Jamahl Mosley vertraut Wagner dennoch, er soll diese Würfe weiter nehmen, auch wenn der Deutsche die schlechteste Quote aller Spieler mit diesem Volumen (5,9 Versuche pro Spiel) aufweist. "Er bekommt gute Würfe, aber wir müssen auch anerkennen, dass Boston es richtig gut macht", führte Mosley aus und lobte gleichzeitig auch die Celtics-Defense. "Sie sind sehr schnell im Rotieren, sodass wir schnelle Entscheidungen treffen müssen."

Zumindest geht es nun zurück nach Orlando, was auch Wagner Hoffnung macht: "Wir hatten jetzt zwei schlechte Shooting-Spiele, aber zuhause werfen wir meistens besser." Die Situation ist damit die Gleiche wie im Vorjahr, als man die ersten beiden Spiele in Cleveland abgab. Und dennoch war dieses zweite Spiel eine vergebene Chance, da Boston auf Superstar Jayson Tatum verzichten musste.
Der Champion wird keine Geschenke verteilen, das zeigte sich auch in der vergangenen Nacht. Orlando braucht Offense, um diese Serie kompetitiv zu gestalten, ein paar Dreier von Wagner könnten durchaus helfen.
Robert Arndt
| Celtics |
| 7* | 4. Mai (So) | tba | Celtics | Magic |