05.02.2026
Mavericks richten Fokus auf Flagg
Nach einem Jahr in Dallas ist Anthony Davis schon wieder weg. Die Mavericks traden den Center zu den Washington Wizards. Der Gegenwert ist klein, doch darum ging es der Franchise letztlich gar nicht mehr.

Letztlich ging es in diesem Trade einfach nur darum, dass Davis nicht mehr Teil der Mavericks ist und das sich die Pressemitteilung einigermaßen gut liest. Das ist gelungen, denn Dallas darf sich damit rühmen, zumindest zwei Erstrundenpicks sowie drei Second Rounder für Davis bekommen zu haben.
Dass dies vermutlich die schlechtesten First Rounder sind, die so im Umlauf sind (OKCs Pick 2026, also Nr. 20, sowie ein Warriors-Pick, der Top-20-geschützt ist)? Geschenkt. Auch die Spieler, also Khris Middleton, A.J. Johnson, Malaki Branham sowie Marvin Bagley III, werden langfristig keine Rolle bei den Texanern spielen.
Es war von vornherein klar, dass Dallas keinen guten Gegenwert für Davis bekommen würde und somit ein massives Verlustgeschäft eingehen müsse (im Vergleich zum Doncic-Trade vor einem Jahr), um Davis zu verschiffen. Ein 32-Jähriger, der verletzungsanfällig ist und auch noch im Sommer eine Vertragsverlängerung will, ist eben nicht für jedermann. Im Sommer wäre die Lage kaum anders gewesen.
| Spiele | PTS | FG% | 3P% | REB | AST | BLK |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 29 | 20,2 | 49,2 | 25,4 | 10,8 | 3,3 | 1,8 |
Gleichzeitig mussten die Mavs handeln, da sie weiterhin ein Luxussteuerteam waren, welches aber auf Rang zwölf der Western Conference lag. So etwas passt einfach nicht zusammen. Deswegen war es auch richtig, Ex-GM Nico Harrison zu entlassen. Unter ihm hätte es einen solchen Trade mit großer Sicherheit nicht gegeben, vielmehr hätte man von der Vision gesprochen, dass diese Mannschaft mit fitten Davis, Kyrie Irving und Cooper Flagg 2026/27 um den Titel mitspielen wolle.
Wer sich die Western Conference aber genauer anschaut, kann nur zu dem Schluss kommen, dass dies einfach nicht realistisch ist. Zwar haben die Mavs noch immer keinen offiziellen Nachfolger für Harrison, dafür scheinbar aber Mitarbeiter, die besser einschätzen konnten, dass diese "Vision" niemals eintreten wird.
Stattdessen gibt man Top-Rookie Cooper Flagg Zeit und addiert keinen zusätzlichen Druck, schon jetzt mit dem 19-Jährigen gewinnen zu müssen. Mit 20 Punkten und knapp sieben Rebounds im Schnitt erfüllt der Forward zwar alle Erwartungen, doch die Playoffs wären noch einmal ein anderes Kaliber.

Stattdessen geht es nun darum, um Flagg neu aufzubauen und wenn möglich, Spieler in einem ähnlichen Alter zu bekommen. Der eigene Pick für den Sommer hilft, danach haben die Mavs bis 2030 keine Kontrolle über ihre eigenen Draft-Rechte. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass bis zur Deadline um 21 Uhr noch weitere Trades folgen werden.
Klay Thompson, Daniel Gafford oder P.J. Washington dürften alle zu haben sein, womöglich auch Max Christie und Naji Marshall. Auch Kyrie Irving, der weiter mit einem Kreuzbandriss ausfällt, wird vermutlich kaum noch das Mavs-Jersey tragen.
Da er verletzt ist und somit auch nichts mehr beitragen kann in dieser Saison, hat ein Trade aber keine Eile. So oder so: Das Paket für Davis war (wie zu erwarten) dürftig, dafür herrscht in Dallas nun Klarheit, wohin es gehen soll. Gleichzeitig ist es der letzte Schnitt des Doncic-Trades und somit auch die letzte Etappe, um sich mit den Fans endgültig zu versöhnen. Das macht das Debakel nicht rückgängig, rückt es so aber ein wenig in den Hintergrund.
Robert Arndt