vor 14 Stunden
Die Hochzeit muss warten
Deutschland steht im Halbfinale der Heim-WM - und Lina Sontag hatte schon vor dem 93:74 gegen Belgien ein gutes Gefühl. Die 22-Jährige sprach im Anschluss mit basketball-world.news über ihr Bauchgefühl, die Frage, ob Deutschland aktuell über sich hinauswächst - und einen ganz persönlichen Termin.

Manchmal spürt man es einfach schon vorher. "Ich habe heute den ganzen Tag irgendwie ein gutes Gefühl gehabt", sagte Lina Sontag nach dem überzeugenden Viertelfinalsieg gegen Belgien im Gespräch mit basketball-world. Die 22-Jährige habe schon vor dem Spiel gewusst, dass etwas möglich ist: "Ich glaube, wir sind alle reingegangen und haben gesagt, wir lassen alles auf dem Parkett."
Genau das habe Deutschland auch getan - sei fokussiert geblieben, ohne zu sehr zu verkopfen. "Man braucht immer so eine Balance", erklärt Sontag. "Und ich meine, der Sieg spricht für sich".

Dass Bundestrainer Olaf Lange zuletzt davon sprach, seine Mannschaft spiele in manchen Bereichen "besser, als wir sind", würde Sontag durchaus unterschreiben - allerdings mit einer wichtigen Einschränkung. "Über unserem Niveau würde ich jetzt nicht sagen", meint sie. "Wenn wir es bringen können, dann ist das ja wohl unser Niveau. Aber ich verstehe, was er meint - dass es wirklich einfach sehr gut läuft im Moment bei uns."
Dass es derzeit so gut funktioniert, führt Sontag vor allem auf das Zusammenspiel zurück. "Ich glaube, es liegt viel am Teamspiel und der Chemie, die wir haben", sagt sie. Die Entwicklung seit dem schwierigen Auftakt gegen Spanien ist offenkundig. "In der Vorbereitung lief es gar nicht mal so super teilweise und auch gegen Spanien zum Beispiel. Aber dass wir das jetzt immer weiter zeigen - das ist einfach eine Lernkurve, die wir haben."
Passend dazu sorgte Sontag gegen Belgien auch für einen Highlight-Moment. Ihr Monsterblock gegen Julie Allemand brachte die Halle zum Beben. "Ich wollte eigentlich nur nicht, dass sie scored gegen mich", erzählt sie lachend. Dass die Aktion anschließend für einen zusätzlichen Energieschub auf den Rängen sorgte, sei "die Kirsche obendrauf" gewesen.
Und während Deutschland nun weiter vom ganz großen Wurf träumen darf, musste Sontag für die Heim-WM sogar einen privaten Termin sausen lassen. Rund 30 Freunde und Bekannte waren gegen Belgien in der Halle - normalerweise sind es aber viel mehr.
"Ganz viele meiner Freunde sind auf einer Hochzeit eingeladen, auf der ich eigentlich auch sein sollte", erzählt sie. Doch daraus wird nichts: "Ich glaube, ich habe was Besseres zu tun", sagt sie mit einem Augenzwinkern. "Ich hoffe, die kommen dann am Samstag auch zum Spiel oder gucken es bei ihrer Hochzeit."
Franziska Staupendahl