28.07.2024
DBB zufrieden mit erstem Wochenende
Die deutschen Basketballer haben ein anstrengendes, aber erfolgreiches Wochenende hinter sich. Der Kurztrip nach Paris soll nicht der letzte gewesen sein. Dennis Schröder bereut aber eine Sache.

Nach ihrem perfekten Start ins Wochenende durften Dennis Schröder und Co. zunächst einmal ausschlafen. Erst am Sonntagabend bat Trainer Gordon Herbert seine Weltmeister wieder in die Trainingshalle. Bis dahin konnten sich die deutschen Basketballer von den Strapazen der ersten Olympia-Tage erholen und die vielen Eindrücke verarbeiten.
"Das war Wahnsinn. So ein Gefühl, mit so vielen Augen auf dich gerichtet", sagte Fahnenträger Dennis Schröder nach der spektakulären Eröffnungsfeier auf der Seine. "Es war ein Riesenerlebnis und schon etwas ganz, ganz Großes. Ich habe es keine Sekunde bereut", sagte Co-Kapitän Johannes Voigtmann zu der nicht ganz unumstrittenen Aktion, trotz des Auftaktspiels gegen Japan in Lille am Samstag am Tag zuvor abends in Paris an der Zeremonie teilzunehmen.
Herbert und der Verband hatten es den Spielern freigestellt, ob sie bei dem mehrstündigen Spektakel dabei sein wollten. Und die Profis rechtfertigten das in sie gesteckte Vertrauen, indem sie die erste Hürde Japan keine 20 Stunden nach der Eröffnungsfeier weitgehend ohne Probleme mit 97:77 nahmen.
"Die Jungs sind mit der Situation großartig umgegangen. Sie hatten eine tolle Zeit. Ich bin froh für sie, dass sie es gemacht haben", sagte Herbert, der selbst nicht mit in die französische Hauptstadt gereist war und die beeindruckende Zeremonie am Fernseher verfolgt hatte. "Ich habe geguckt bis Deutschland durch war. Dann habe ich geschlafen."

Seine Spieler waren gegen Japan ebenfalls von Beginn an hellwach. Zwar lief vor allem in der Defensive noch nicht alles rund, in Gefahr geriet der Weltmeister aber zu keiner Zeit. Franz Wagner (22 Punkte) und Daniel Theis (18) waren die besten Werfer in einem soliden deutschen Team, Schröder kam wenige Stunden nach seiner besonderen Rolle auf dem deutschen Boot auf 13 Zähler.
Für den NBA-Profi sind es die ersten Sommerspiele. Vor drei Jahren in Tokio hatte der Point Guard gefehlt, weil Versicherungsfragen nicht geklärt waren. "Das habe ich damals vermasselt", sagte Schröder nach seinem ersten Olympia-Auftritt. "Wenn ich etwas rückgängig machen könnte, dann wahrscheinlich, dass ich in Tokio gespielt hätte."
Seit drei Jahren ist Schröder nun aber jeden Sommer dabei und hat das Team 2022 bei der Heim-EM zu Bronze und im vergangenen Jahr in Manila sensationell zum WM-Titel geführt. In Frankreich soll der inzwischen legendäre Dreijahresplan mit einer weiteren Medaille gekrönt werden.
Die Konkurrenz im olympischen Turnier ist aber noch einmal größer als bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr. Schon der Auftakttag in Lille zeigte, wie riesig die Qualität der anderen Teams ist. Im zweiten Spiel der deutschen Gruppe zwischen Frankreich und Brasilien reihte sich im mit 27 500 Zuschauern ausverkauften und imposanten Stade Pierre Mauroy ein Highlight an das nächste. Vor allem das französische Wunderkind Victor Wembanyama verzückte die Fans beim 78:66 der Gastgeber mit krachenden Dunks und fast surrealen Blocks.
Auf die Franzosen treffen Schröder und Co. am Freitag im letzten Vorrundenspiel. Zunächst geht es an diesem Dienstag (21.00 Uhr) gegen Brasilien. Mit einem Sieg hätte Deutschland das Viertelfinal-Ticket und einen Umzug nach Paris bereits sicher. Bis dahin standen im sonnigen Lille aber erst einmal körperliche Erholung und mentale Verarbeitung auf dem Programm. "Es war ein perfektes Wochenende", sagte NBA-Jungstar Franz Wagner.
DPA