vor 16 Stunden
Bologna wird Opfer von Fanbetrug
Bundestrainer Alex Mumbru muss weiter auf seinen ersten EuroLeague-Sieg mit Virtus Bologna warten. Nach der Derby-Niederlage gegen Mailand am Dienstagabend zeigte sich der Spanier aber besonders wegen eines vermeintlichen Fake-Schiedsrichterpfiffes aus dem Publikum fassungslos.

Eine Minute vor Spielende, Bologna führt mit einem Punkt. Mailand ist in Ballbesitz, als plötzlich ein Pfiff aus dem Publikum ertönt. Im Glauben, dabei habe es sich um einen Eingriff der Schiedsrichter gehandelt, blieben Bolognas Spieler stehen und hörten auf zu spielen - nicht aber Mailands Devon Hall, der einen Dreier zum Führungswechsel verwandelte.
"Ich frage mich, wie sowas auf diesem Niveau möglich ist", sagte der 47-Jährige nach der Partie. "Jemand pfeift, alle bleiben stehen und das Spiel geht einfach weiter." Kritik äußerte er damit auch am Nichtstun der Unparteiischen, die die Szene unkommentiert ließen. "Wir haben nicht wegen dieser Aktion verloren, aber sowas darf nicht passieren!"
Mumbru nahm die Situation sportlich, wobei die Frage durchaus erlaubt sein darf, ob die Partie andernfalls eine andere Wendung genommen hätte. Halls Distanztreffer brachte Mailand mit zwei Zählern in Front (85:83). Nach Diarras Ausgleich war es dann wieder Hall, der mit der Sirene auch noch für den Siegtreffer sorgte.
Mumbru, der den Trainerjob bei Bologna erst in diesem Sommer übernommen hat und diesen parallel zu seinen DBB-Verpflichtungen ausübt, trauert der vertanen Chance jedoch nicht lange hinterher. Vielmehr wolle er daraus einen Lernprozess ableiten. "Milan hat viele Spieler mit großer EuroLeague-Erfahrung, wir hingegen haben viele Neulinge. Ich bin stolz darauf, wie die Mannschaft bis zur letzten Minute gekämpft hat.“
Die nächste Chance zur Wiedergutmachung bietet sich bereits am Donnerstag, wenn Bologna EuroLeague-Primus Olympiakos Piräus empfängt (20.30 Uhr/live bei MagentaSport).
jos