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    NBA

    vor 6 Stunden

    Berliner Center über Summer-League-Erfahrungen

    "Cooles Gefühl": Agbakoko über Summer League, eigene NBA-Highlights und Toptalent Dybantsa

    Als AJ Dybantsa in Las Vegas sein erstes Summer-League-Spiel bestritt, schaute die halbe Basketballwelt auf den Nummer-eins-Pick der Washington Wizards. Auf derselben Bank saß ein 2,18-Meter-Center aus Bremen, der kurz zuvor noch mit Alba Berlin Meister geworden war - und der zum ersten Mal in seinem Leben amerikanischen Boden betrat. Was Norris Agbakoko über den meistdiskutierten Rookie des Sommers erzählt, passt erstaunlich wenig zum Bild aus den Highlight-Clips.

    Norris Agbakoko
    Gingen in der Summer League gemeinsam auf Korbjagd: AJ Dybantsa (l.) und Norris Agbakoko (r.). IMAGO/camera4+

    27 Punkte, sieben Rebounds und ein Sieg gegen die Utah Jazz und Nr.-2-Pick Darryn Peterson - in seinem ersten Einsatz auf NBA-Boden, am 9. Juli im Rahmen der Summer League, lieferte Toppick AJ Dybantsa genau das, was die Öffentlichkeit von ihm erwartet hatte.

    Die Wizards hatten den Flügelspieler von der BYU wenige Wochen zuvor an Position eins des Drafts gezogen, entsprechend groß war das Scheinwerferlicht. Mitten in diesem Trubel stand Norris Agbakoko - 26 Jahre alt und Center von Alba Berlin. Keine drei Wochen vor dem Jazz-Spiel hatte er mit den Berlinern das fünfte Finalduell in München mit 84:81 gewonnen und damit seine erste deutsche Meisterschaft gewonnen. Nun also direkt das nächste Highlight für den Big Man, der charakterlich dem norddeutschen Raster entspricht.

    "Ein sehr, sehr entspannter Typ", beschreibt Agbakoko seinen Eindruck von Dyantsa im Gespräch mit basketball-world.news. Vor der Kamera wirke vieles größer, abseits davon habe er allerdings einen Mann erlebt, der viel Wert auf Teamwork und Kommunikation lege - auch Dybantsas Vater sei oft dabei gewesen. Selbstbewusstsein habe der Rookie natürlich, "das brauchst du auch, um in der NBA zu überleben", aber von Arroganz keine Spur: "ein sehr aufrichtiger, selbstloser Kerl".

    AJ Dybantsa
    AJ Dybantsa soll die Washington Wizards in neue Höhen führen. Rafael Suanes

    Scouts im Playoff-Publikum

    Den Weg nach Vegas hatte sich Agbakoko ausgerechnet in der heißesten Phase der Saison erspielt. Während der Halbfinalserie gegen Bamberg, die Alba ebenfalls erst im entscheidenden fünften Spiel für sich entschied, saß nach seinen Worten das Scouting-Team der Wizards in der Halle. Kurz darauf meldete sich Washington bei seinem Agenten und bot einen Kaderplatz für die Summer League an.

    Alba gab grünes Licht, wofür sich der Center ausdrücklich dankbar zeigt. Dann ging alles sehr schnell hinsichtlich Agbakokos erstem USA-Trip: Finale, Meisterfeier, Koffer packen. Die erste Station war nicht etwa die Wüste, sondern Washington, wo das Team eine Woche lang in den Trainingsanlagen der Wizards arbeitete.

    Agbakoko bekam die komplette Führung: Büros, Trainingshalle, auch ein WNBA-Spiel stand auf dem Programm. Besonders hängen geblieben sind ihm jedoch die Werte, die der Klub in jeder Situation zu vermitteln versuchte. "Teambuilding, Selbstlosigkeit, Hardwork, Effort", zählt er die Sachen auf, die die Wizards in den kommenden Jahren zurück auf die Landkarte des amerikanischen Basketballs bringen sollen.

    Agbakoko ackert, während die ganze Liga Urlaub macht

    In Las Vegas wurde aus dem Trainingslager dann ein Schaufenster. "Gefühlt ist die ganze NBA da", so Agbakoko. Nach den Wizards trainierte direkt das nächste NBA-Team in derselben Halle, und die Pressekonferenz zu Trae Youngs Vertragsverlängerung erlebte er aus nächster Nähe.

    Sportlich kam Agbakoko in vier Spielen auf durchschnittlich 13,4 Minuten, 4,5 Punkte, 4,0 Rebounds und 1,2 Blocks. Sein bestes Spiel lieferte er am 15. Juli gegen die Los Angeles Clippers mit zehn Punkten, vier Rebounds und drei Blocks, wenngleich die Wizards das Spiel verloren.

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    NBA postet Agbakoko-Highlights: "Natürlich ein cooles Gefühl"

    Ein paar wuchtige Dunks aus seinen Einsätzen landeten anschließend auf den Social-Media-Kanälen der NBA, die - wohlgemerkt - ein Millionenpublikum anziehen. Agbakoko sah die Clips erst nach dem Spiel. Trotz seines offensichtlichen Stolzes darüber präsentierte er sich betont bescheiden: Man solle das nicht größer machen, als es sei, aber als Basketballfan sei das "natürlich immer ein cooles Gefühl".

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    Der Preis für den NBA-Sommer war ein kurzer Urlaub. Nach Vegas blieb eine Woche Mexiko, dann folgten knapp zwei Wochen zwischen Regeneration und Vorbereitung, und die Einladung zum Länderspielfenster im Juli musste er wegen der Summer League ebenfalls sausen lassen. Hinterherweinen will Agbakoko trotzdem nicht: Man wisse nie, ob so eine Chance noch einmal komme.

    Wie recht er damit hat, zeigte sich schneller als gedacht. Nach nur zwei BBL-Spieltagen zog sich der Center einen Knöchelbruch zu. Bis zu einem halben Jahr könnte er offenbar ausfallen - was in Vegas passiert ist, bleibt also erst recht im Kopf.

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    Julius Ostendorf