vor 16 Stunden
Superstars und eine Institution
Bei der Basketball-WM der Frauen 2026 (4. bis 13. September) versammelt sich in Berlin reichlich Prominenz. Ein Überblick über die wichtigsten Spielerinnen des Turniers.

Der Sieger bei den vergangenen vier Weltmeisterschaften der Frauen und amtierender Olympiasieger? Wenig überraschend handelt es sich dabei um Team USA, das es bei der anstehenden WM in Berlin vom Thron zu stoßen gilt. Am Freitagvormittag beginnt das Turnier in der Hauptstadt. Doch nicht nur bei den Amerikanerinnen sind prominente Gesichter zu finden. Ein Überblick:
Sie ist aktuell wahrscheinlich die berühmteste Basketballerin der Welt. Schon am College war sie ein Star, verdiente durch Sponsoring Millionen. Seit 2024 spielt die 24-Jährige nun für Indiana Fever in der WNBA, wo sie nach einer guten Debütsaison und anschließendem Verletzungspech im Vorjahr in der laufenden Spielzeit so richtig aufdreht. Just vor der WM-Pause brach sie mehrere Rekorde. Nachdem sie bei Olympia in Paris noch im US-Kader fehlte, werden sich bei ihrem ersten großen Turnier in Berlin alle Blicke auf Clark richten.
Eine Institution des europäischen Basketballs. Mittlerweile ist sie 37 Jahre alt, aber wenn die Nationalmannschaft ruft, ist die Veteranin da. Und sie trachtet in Berlin nach der ultimativen Krönung ihrer Karriere. Zwar gewann Torrens auf Vereinsebene sechsmal die EuroLeague, wurde mit Spanien zweimal Europameister - doch ein WM-Titel war ihr noch nicht vergönnt. Silber 2014 ist ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Weltmeisterschaft. Übrigens: Mit Bundestrainer Olaf Lange arbeitete Torrens einst in Jekaterinburg zusammen, in Valencia spielte sie an der Seite von Leonie Fiebich und zuvor Marie Gülich.
"Gemischte Gefühle" empfinde sie, sagte Frankreichs Star vor zwei Jahren, nachdem ihr Team das olympische Finale gegen die USA in Paris so knapp verloren hatte: "Weil wir natürlich so nah dran waren." Die heute 29-Jährige war mit 19 Punkten beste Schützin ihres Teams, doch beim 66:67 fehlte ein Zähler zu Gold. In Berlin soll es anders enden. Die Spielerin der Golden State Valkyries, die zwar in den USA geboren wurde, deren Mutter jedoch Französin ist, ist eine von vielen Top-Athletinnen im erstklassig besetzten Kader der Grande Nation, die noch nie Weltmeister war.
Die Nationaltrainerin der Australierinnen kennt Olaf Lange bestens. Sie ist nämlich seine Ehefrau. Gemeinsam ziehen sie seit Jahrzehnten durch die Basketball-Welt, oft als Gespann beim gleichen Verein. 2024 holte Brondello bei New York Liberty mit Lange als Assistent den WNBA-Titel, mittlerweile arbeiten sie zusammen bei Toronto Tempo. Bei der WM coachen sie nun beide ihre Heimatländer - und könnten eventuell im Viertelfinale sogar aufeinandertreffen. "Unsere Kinder freuen sich schon auf so ein Duell", sagte Lange dem rbb.
Die 26-Jährige, gebürtig aus Landsberg am Lech, sei so etwas wie "die graue Eminenz" im deutschen Nationalteam, sagte Bundestrainer Olaf Lange jüngst in der ZDF-Doku "Macherinnen". Kaum etwas geschehe im Nationalteam, ohne dass Fiebich ihre Hände mit im Spiel habe. Obendrein sei sie "unsere beste Werferin, unsere beste Verteidigerin". Mit der WNBA-Meisterin von 2024, die wegen ihrer Verpflichtungen bei New York Liberty erst am Sonntag zur Mannschaft stieß, ist Langes Team gleich eine Klasse besser - auch wenn sie nach einer Fußverletzung noch nicht wieder bei einhundert Prozent ist.

Bei ihr gerät Leonie Fiebich ins Schwärmen. "Sie ist super variabel und liest das Spiel wie keine andere", sagte die Deutsche der ARD einmal. Sowohl in den USA als auch in Europa wird die 33-Jährige hoch geachtet. 2019 gewann sie mit den Washington Mystics die WNBA, den EuroLeague-Titel holte Meesseman gar siebenmal und mit der Nationalmannschaft wurde sie zweimal in Folge Europameister. Und all das, obwohl sie von Geburt an nur über ein Hörvermögen von 50 Prozent verfügt und deshalb auf dem Court Hörgeräte tragen muss.
Die 19-Jährige ist eine beeindruckende Erscheinung. Viele ihrer Mitspielerinnen überragt Zhang um zwei, drei Köpfe. Der Weltverband FIBA führt sie mit einer Körpergröße von 2,20 Metern, andernorts heißt es, sie soll sogar 2,26 Meter groß sein. Zum Vergleich: Die NBA hält Superstar Victor Wembanyama bei 2,24 Metern. "Ihre Größe ist ihr Vorteil, eine Herausforderung für alle Nationen", sagte Luming Gong, der Nationaltrainer des Vize-Weltmeisters. Um den Korb sei die Teenagerin "extrem dominant. Aber jenseits ihrer Größe muss ihr Skill und ihre Beweglichkeit besser werden." Dafür beschäftigt der Verband eigens Konditionstrainer, Reha- sowie Ernährungsexperten.
kon, SID