vor 12 Stunden
Keine Titelgarantie für Starensembles
Seit der Jahrtausendwende hat die Frequenz von Superteams in der NBA massiv zugenommen. Einige bestätigten die hohen Personalaufwendungen mit Titeln, die meisten allerdings nicht. Vor dem heutigen Debüt der neuen 76ers um LeBron James blicken wir auf die Bilanz. Wie hoch ist die Titelgarantie von Superteams wirklich?

Stars: Shaquille O'Neal, Kobe Bryant, Karl Malone, Gary Payton
Es sollte die Krönung einer Dynastie werden. Shaquille O'Neal (Free Agent 1996) und Kobe Bryant hatten unter Phil Jackson von 2000 bis 2002 dreimal in Serie den Titel geholt. Als 2003 in Runde zwei gegen San Antonio Schluss war, legte L.A. nach: Karl Malone und Gary Payton verzichteten als Free Agents auf Geld, um endlich einen Ring zu gewinnen.
Vier künftige Hall-of-Famer in der Startformation, 18-3 zum Auftakt, dann Verletzungen, Dauerzoff zwischen Shaq und Kobe und am Ende 56-26. Im Finale 2004 war ausgerechnet das im Gegensatz zu den Lakers eher farblose Detroit deutlich besser: 1-4. Shaq zog danach nach Miami weiter.
| Saison | Abschneiden |
|---|---|
| 1999/00 | NBA-Meister (4-2 im Finale gegen Indiana Pacers) |
| 2000/01 | NBA-Meister (4-1 im Finale gegen Philadelphia 76ers) |
| 2001/02 | NBA-Meister (4-0 im Finale gegen New Jersey Nets) |
| 2002/03 | Western Conference Halbfinale (2-4 gegen San Antonio Spurs) |
| 2003/04 | NBA-Finale (1-4 gegen Detroit Pistons) |
Stars: Kevin Garnett, Paul Pierce, Ray Allen, Rajon Rondo
Im Sommer 2007 baute Kaderplaner Danny Ainge binnen weniger Wochen ein Superteam: Erst kam Ray Allen aus Seattle, dann Kevin Garnett per Mega-Trade aus Minnesota, beide zu Paul Pierce. Der Effekt war frappierend: 66 Siege statt 24 im Vorjahr, die beste Bilanz der Liga und der erste Titel seit 1986, im Finale gegen die Lakers.
2009 fehlte der verletzte Garnett, in Runde zwei war gegen Orlando Schluss. Mit dem aufblühenden Rajon Rondo ging es 2010 noch einmal ins Finale, wo Boston den Lakers erst im siebten Spiel unterlag. 2011 endete die Reise in Runde zwei gegen Miami und damit auch die Geschichte dieses Superteams.
| Saison | Abschneiden |
|---|---|
| 2007/08 | NBA-Meister (4-2 im Finale gegen Los Angeles Lakers) |
| 2008/09 | Eastern Conference Halbfinale (3-4 gegen Orlando Magic) |
| 2009/10 | NBA-Finale (3-4 gegen Los Angeles Lakers) |
| 2010/11 | Eastern Conference Halbfinale (1-4 gegen Miami Heat) |

Stars: LeBron James, Dwyane Wade, Chris Bosh
Es war der Sommer, der die NBA veränderte: In einer TV-Show verkündete LeBron James im Juli 2010 seinen Wechsel nach Miami, wo Chris Bosh (Sign-and-Trade aus Toronto) und Dwyane Wade schon warteten. Das Trio erreichte vier Finals in Serie, als erstes Team seit den Celtics 1987.
2011 verlor Miami gegen Nowitzkis Mavericks, 2012 folgte der Titel gegen Oklahoma City, 2013 der zweite, nach 66 Siegen, 27 Erfolgen in Folge und einem Finale, das erst nach Ray Allens Dreier in Spiel sechs im siebten Spiel gegen San Antonio entschieden wurde. 2014 überrollten die Spurs die Heat mit 4-1. Danach kehrte James nach Cleveland zurück.
| Saison | Abschneiden |
|---|---|
| 2010/11 | NBA-Finale (2-4 gegen Dallas Mavericks) |
| 2011/12 | NBA-Meister (4-1 im Finale gegen Oklahoma City Thunder) |
| 2012/13 | NBA-Meister (4-3 im Finale gegen San Antonio Spurs) |
| 2013/14 | NBA-Finale (1-4 gegen San Antonio Spurs) |
Stars: Deron Williams, Joe Johnson, Brook Lopez, Kevin Garnett, Paul Pierce
Brooklyn wollte groß auftreten. Beim Umzug aus New Jersey rüstete das Team um Deron Williams mit Joe Johnson aus Atlanta auf, der erhoffte Transfer von Dwight Howard blieb aber aus. Ergebnis: 49 Siege, aber Aus in Runde eins gegen Chicago, in sieben Spielen.
Also legte Manager Billy King im Juli 2013 nach und holte die alternden Kevin Garnett und Paul Pierce aus Boston, für drei Erstrundenpicks und ein Tauschrecht. Doch die Legenden waren müde: 44 Siege, ein Sieg über Toronto in sieben Spielen, dann 1-4 gegen Miami. Pierce ging, Garnett kehrte 2015 nach Minnesota zurück. Boston zog aus den Picks später Jaylen Brown und, über das Tauschrecht, Jayson Tatum.
| Saison | Abschneiden |
|---|---|
| 2012/13 | Eastern Conference Erste Runde (3-4 gegen Chicago Bulls) |
| 2013/14 | Eastern Conference Halbfinale (1-4 gegen Miami Heat) |

Stars: Kobe Bryant, Steve Nash, Dwight Howard, Pau Gasol
Nash, Howard, Bryant, Gasol: Auf dem Papier war das ein Traum, in der Realität ein Albtraum. Im Sommer 2012 holte L.A. Steve Nash und Dwight Howard per Trade, doch die Harmonie fehlte. Erst ging die Preseason 0-8 verloren, dann startete die Saison mit 1-4, und Trainer Mike Brown wurde entlassen. Phil Jackson wurde übergangen, Mike D'Antoni übernahm.
Nash brach sich früh das Bein und verpasste 24 Spiele. Zwar gewannen die Lakers 28 ihrer letzten 40 Partien, dann riss sich Kobe Bryant kurz vor Saisonende die Achillessehne. Am Ende standen 45-37, Platz sieben und ein 0-4 gegen die Spurs. Howard ging wenige Monate später.
| Saison | Abschneiden |
|---|---|
| 2012/13 | Western Conference Erste Runde (0-4 gegen San Antonio Spurs) |
Stars: Stephen Curry, Kevin Durant, Klay Thompson, Draymond Green, DeMarcus Cousins (2019)
Sie hatten 2016 mit 73 Siegen die beste Hauptrunde der Geschichte gespielt und im Finale trotz 3-1-Führung gegen Cleveland verloren. Die Antwort der Warriors war radikal: Am 4. Juli 2016 verkündete Kevin Durant seinen Wechsel zu Curry, Thompson und Green.
2017 folgten 67 Siege und mit 16-1 die beste Playoff-Bilanz aller Zeiten, 2018 ein Finalsweep gegen Cleveland, beide Male war Durant Finals-MVP. 2019 stand mit DeMarcus Cousins sogar ein fünfter All-Star im Kader, doch im Finale gegen Toronto verletzten sich Durant (Achillessehne) und Thompson (Kreuzband). 2-4. Durant ging nach Brooklyn.
| Saison | Abschneiden |
|---|---|
| 2016/17 | NBA-Meister (4-1 im Finale gegen Cleveland Cavaliers) |
| 2017/18 | NBA-Meister (4-0 im Finale gegen Cleveland Cavaliers) |
| 2018/19 | NBA-Finale (2-4 gegen Toronto Raptors) |

Stars: Kevin Durant, Kyrie Irving, James Harden
Als Kevin Durant und Kyrie Irving 2019 nach Brooklyn kamen und im Januar 2021 auch James Harden per Trade folgte, schien der Weg zum Titel vorgezeichnet. Doch der Traum blieb Theorie: Das Trio stand nur 16 Mal gemeinsam auf dem Parkett und gewann 13 davon.
2021 verpassten die Nets im siebten Spiel gegen Milwaukee um Haaresbreite das Conference-Finale: Durants vermeintlicher Siegwurf war nur ein Zweier, in der Verlängerung verloren sie. 2022 flog Brooklyn als Siebter in Runde eins gegen Boston 0-4 raus. Harden ging im Februar 2022 nach Philadelphia, Irving und Durant folgten im Februar 2023 nach Dallas und Phoenix.
| Saison | Abschneiden |
|---|---|
| 2020/21 | Eastern Conference Halbfinale (3-4 gegen Milwaukee Bucks) |
| 2021/22 | Eastern Conference Erste Runde (0-4 gegen Boston Celtics) |
| 2022/23 | Eastern Conference Erste Runde (0-4 gegen Philadelphia 76ers) |
Stars: Kevin Durant, Devin Booker, Bradley Beal
Owner Mat Ishbia, seit Februar 2023 im Amt, setzte auf die Star-Karte: Erst holte er Kevin Durant aus Brooklyn, im Sommer kam Bradley Beal aus Washington zu Devin Booker. Es wurde eine der teuersten Epochen der NBA-Geschichte, ohne den erhofften Ertrag. 2023/24 reichte es für 49 Siege und Rang sechs, dann fertigte Minnesota Phoenix in Runde eins 0-4 ab, Trainer Frank Vogel musste gehen.
Unter Nachfolger Mike Budenholzer startete das Team 2024/25 mit 8-1, endete aber mit 36-46 auf Platz elf ohne Playoffs, der Trainer wurde nach einem Jahr entlassen. Im Sommer 2025 ging Durant nach Houston, Beal per Buyout zu den Clippers.
| Saison | Abschneiden |
|---|---|
| 2023/24 | Western Conference Erste Runde (0-4 gegen Minnesota Timberwolves) |
| 2024/25 | Playoffs verpasst (36-46) |

Stars: Jayson Tatum, Jaylen Brown, Kristaps Porzingis, Jrue Holiday
Nach dem Aus im Conference-Finale 2023 machte Manager Brad Stevens ernst: Zu den 2016 und 2017 gedrafteten Jaylen Brown und Jayson Tatum holte er per Trade Kristaps Porzingis und Jrue Holiday. Die Bilanz von 2024: 64 Siege, 16-3 in den Playoffs, ein 4-1 im Finale gegen Dallas und der 18. Titel.
Ein Jahr später blieb das Niveau (61 Siege), doch in Runde zwei riss sich Tatum in Spiel vier gegen die Knicks die Achillessehne, Porzingis kämpfte mit einer Erkrankung, Boston verlor 2-4. Weil der Kader samt Luxussteuer über 500 Millionen Dollar gekostet hätte, wurden Holiday und Porzingis im Sommer 2025 abgegeben.
| Saison | Abschneiden |
|---|---|
| 2023/24 | NBA-Meister (4-1 im Finale gegen Dallas Mavericks) |
| 2024/25 | Eastern Conference Halbfinale (2-4 gegen New York Knicks) |
jos