vor 12 Stunden
NBA-Boss Silver äußert sich
Nur Tage nach dem gestoppten Trade von Kawhi Leonard sickern weitere Informationen rund um die laufende Untersuchung der Liga durch. Demnach seien im Zuge der Überprüfung weitere Vorwürfe zutage gefördert worden. Indes äußerte sich NBA-Boss Adam Silver zum Stand der Ermittlungen.

Einem Bericht von TheAthletic zufolge habe die mit der Untersuchung beauftragte Anwaltskanzlei Wachtel Lipton von einem zweiten, wohl ebenfalls nicht der NBA gemeldeten Werbevertrag für Kawhi Leonard Wind bekommen. Laut Tarifvertrag sind alle Franchises und Spieler verpflichtet, die Liga über gültige Verträge zu informieren.
Darüber hinaus sei ebenfalls Gegenstand von Überprüfungen, ob die Los Angeles Clippers unrechtmäßig Ausgaben für Leonard übernommen hätten, die dieser daraufhin nicht erstattet habe.
Die gesamte Untersuchung, die im Frühherbst vergangenen Jahres aufgenommen wurde, geht inzwischen in ihren elften Monat und stellt die Liga zunehmend vor Probleme. Der auf Eis gelegte Trade von Leonard zu den Toronto Raptors hat auch dafür gesorgt, dass mehrere Teams auf dem Trade- und Free-Agency-Markt auffällig zurückhaltend agieren, um den Ausgang der Untersuchung abzuwarten.
Indes ist noch nicht abzusehen, wann die finalen Ergebnisse vorliegen. NBA-Commissioner Adam Silver äußerte sich auf einer Pressekonferenz am Rande der Summer League nun vorsichtig optimistisch, dass es bald soweit sei: "Ich habe kürzlich in einem Interview die Hoffnung geäußert, dass wir das Thema in diesem Sommer hinter uns lassen können - das ist auch weiterhin das Ziel."
Dennoch rennt der Liga so langsam die Zeit davon. Das Vorliegen des entsprechenden Berichts, der lediglich eine Aussage zur Schuldlast treffen soll, wäre freilich nur der erste Schritt. Die Entscheidung über Sanktionsmaßnahmen - falls sich die Vorwürfe bewahrheiten würden - bleibt Sache der Liga und damit Gegenstand weiterer Verhandlungen und Beratungen.
Silver jedenfalls verteidigte die lang andauernde Untersuchung, wenngleich auch er eingestand, dass "es länger dauert, als ich gehofft habe". Die medialen Bemerkungen, dass der Commissioner den Vorgang abbrechen solle, wies er zurück: "Ich habe sie beauftragt. Ich könnte ihnen auch sagen, dass sie aufhören sollen. Aber der Vorteil einer unabhängigen Untersuchung ist, dass sie ihre eigene Reputation einbringen. (...) Wenn wir selbst untersucht werden würden, würden wir auch wollen, dass ein gewisser Standard erreicht wird, z.B. hinsichtlich der Unschuldsvermutung."
Zu den neu hinzugekommenen Vorwürfen, die rund um die Pressekonferenz aufkamen, äußerte sich Silver nicht.
jos