28.05.2025
Haliburton auf den Spuren von Stockton
Tyrese Haliburton schreibt Geschichte: Mit einer beispiellosen Statline führt der Point Guard die Indiana Pacers zum 130:121-Sieg über die New York Knicks und an den Rand des NBA-Finaleinzugs. Trotz seiner Rekorde bleibt Haliburton bescheiden. Der Fokus liegt klar auf Game 5 im Madison Square Garden.

Schon im ersten Viertel war klar: Haliburton ist on fire. Drei von drei Dreier netzte der Point Guard ein, kam auf 15 Punkte, 6 Assists und 4 Rebounds, ganz ohne Turnover. Noch nie zuvor hatte ein Spieler in der Postseason nach einem Viertel solche Werte vorzuweisen. Nach zwölf Minuten hatte Indiana bei nahezu 70 Prozent Trefferquote satte 43 Punkte erzielt. Die Knicks dagegen kassierten so viele Punkte wie noch nie in einem Playoff-Viertel ihrer Franchise-Geschichte.
Der Matchwinner zeigte sich allerdings bescheiden nach seiner historischen Performance: "Ich habe nur versucht, aggressiv zu sein. Ich hatte das Gefühl, dass ich mein Team in Spiel 3 im Stich gelassen habe. Heute habe ich richtig reagiert."
Dabei war es nicht nur die Offensive, die Haliburtons Nacht so besonders machte. Alle 12 Rebounds holte er in der Defensive, dazu forcierte er vier Steals und das gegen ein Knicks-Team, das mit Spielern wie Josh Hart und Mitchell Robinson bekannt dafür ist, aggressiv zum Offensiv-Rebound zu gehen. "Der Coach sagt mir immer, ich soll mehr rebounden. Ich versuche einfach, meinen Beitrag zu leisten", sagte Haliburton.
Noch ein Sieg fehlt den Pacers zum Einzug in die NBA Finals. "Wir bauen hier etwas Besonderes auf", sagte der 25-Jährige.
Auf seine historischen Zahlen angesprochen, winkte Haliburton ab: "Ich glaube, irgendwann denkt man sich die Statistiken aus, um mich besser aussehen zu lassen. Ich will einfach nur gewinnen. Ich habe euch das die letzten zwei Jahre gesagt." Tatsächlich war es bereits das elfte Spiel seiner Karriere mit 15+ Assists und 0 Turnovers. Nur John Stockton hat mehr solcher Spiele.
Head Coach Rick Carlisle hielt sich mit Lob zurück, konnte sich aber einen Seitenhieb nicht verkneifen: "Vielleicht wird es irgendwann mal eine eigene Statistik-Kategorie geben, die seinen Namen trägt."
Trotz der überragenden Einzelleistungen wollte er noch nicht zu viel Euphorie aufkommen lassen: "Tyrese war großartig. Aber unser Ziel ist ein anderes. Wir sind noch nicht fertig."
Indiana steht nun mit 3:1 in der Serie nur noch einen Sieg vom ersten Finaleinzug seit 2000 entfernt. Game 5 steigt in der Nacht auf Freitag im Madison Square Garden. Dort haben die Pacers in dieser Serie bereits zwei Siege geholt. Haliburton zumindest weiß um die Schwere der Aufgabe: "Das wird ein Riesenspaß. Aber wir wissen, wie tough es dort ist. Wir müssen bereit sein."
Für die Knicks heißt es nun: Alles oder nichts. Noch nie in ihrer Playoff-Geschichte haben sie eine Serie gedreht, in der sie 1:3 zurücklagen. In der gesamten Geschichte der Eastern Conference Finals gelang dieses Kunststück zuletzt 1981.
kon