22.02.2026
Ex-Serienmeister stürzt die Bayern
In der laufenden Saison weisen die BMA365 Bamberg Baskets die niedrigsten Personalkosten aller 18 Bundesligisten auf. Im Halbfinale des BMW TOP FOUR setzten sich die Oberfranken dennoch gegen den wohlhabendsten Klub des Landes durch.

Trotz Strittigkeiten veröffentlichte die BBL im vergangenen Herbst auch für die Saison 2025/26 wieder die Budgets aller Klubs. Der Ergebnis sorgte für Aufsehen: Der ehemalige Serienmeister Bamberg verbucht dabei, gemessen an den Ausgaben allein für Spieler, das niedrigste Budget aller Bundesligisten.
Auffällig: Das Gesamtbudget ist im Vergleich zu den anderen BBL-Teams durchaus konkurrenzfähig. Allerdings stellen die Baskets verhältnismäßig wenig Geld für den Kader ab. Nur 1,46 Millionen Euro sind es in dieser Saison und damit fast eine halbe Million weniger als noch in der vergangenen Spielzeit (1,92 Mio.).
Dabei muss aber auch gesagt werden. Unterschiedliche Posten fließen bei den Teams in diese Kennzahl ein. Manche Teams unterhalten eine zweite Mannschaft oder haben größere Investitionen in Personal im Jugendbereich. Gleichzeitig handelt es sich hierbei um Planzahlen und (noch) nicht um die tatsächlichen Ausgaben. All diese Parameter sorgten auch für Kritik, unter anderem vor damaligen Geschäftsführer des FC Bayern, Marko Pesic.
Dennoch zeichnet sich ein Bild ab und das spricht eine deutliche Sprache. Dem amtierenden Deutschen Meister steht in etwa so viel Geld zur Verfügung wie der Hälfte aller BBL-Klubs zusammen. Rund 18 Millionen fließen in dieser Saison allein in die Spieler. Das ergibt in etwa das zwölffache von Pokalgegner Baskets Bamberg.

"Wir haben den Etat zur aktuellen Saison nochmals deutlich senken müssen, nicht nur im Spielerbereich", sagte Sportdirektor Philipp Höhne im November gegenüber basketball-world.news. "Unser Ziel ist klar: budgetseitig den Turnaround schaffen und wieder wachsen." Ein Erfolg im Pokal kann dabei helfen, schließlich winkt dem Sieger ein Preisgeld von 200.000 Euro. Für Bamberg wäre das eine stattliche Summe.
Doch nicht nur in dieser Pokalsaison, auch in der vergangenen mussten sich die Bayern gegen einen finanziell weitaus weniger breit aufgestellten Klub im Pokal-Halbfinale geschlagen geben. Gegner damals: der Syntainics MBC - mit 1,49 Millionen Euro Kaderbudget ähnlich dünn aufgestellt wie die Bamberger in dieser Spielzeit.
Julius Ostendorf