vor 10 Stunden
Rückblick auf den Draft 2013
Es gehört zu den größten "Was wäre wenn?"-Geschichten der NBA-Geschichte: Die Dallas Mavericks hätten 2013 die Chance gehabt, Giannis Antetokounmpo zu draften. Stattdessen entschieden sie sich dagegen - und das laut Ex-Mehrheitseigentümer Mark Cuban vor allem aus Respekt vor Dirk Nowitzki.

In einem Interview blickte Cuban auf den Draft 2013 zurück und erklärte, dass Teile der Organisation den damals 18-jährigen Griechen unbedingt verpflichten wollten. General Manager Donnie Nelson und mehrere Scouts hätten sich für Giannis ausgesprochen, während Cuban einen Trade nach unten bevorzugte. Am Ende landete über mehrere Trades Shane Larkin in Dallas - vor allem, um zusätzlichen Gehaltsspielraum zu schaffen.
Der Hintergrund: Die Mavericks wollten ihrem inzwischen 35 Jahre alten Franchise-Star Dirk Nowitzki unmittelbar nach dem Titelgewinn von 2011 einen weiteren Superstar an die Seite stellen. Das große Ziel war Center Dwight Howard. "Ich konnte das Dirk nicht antun. Wir hatten einen Plan", sagte Cuban. Er habe Nowitzki versprochen, sofortige Verstärkung zu holen, statt einen jungen Spieler zu entwickeln, der zunächst Zeit gebraucht hätte.
Hinzu kam, dass über Antetokounmpo damals nur wenige Informationen verfügbar waren. "Alles, was wir hatten, waren zwei VHS-Kassetten mit Spielen aus der zweiten griechischen Liga", erinnerte sich Cuban. Auch andere Teams hätten nur wenige Eindrücke vom späteren Superstar gehabt. Dennoch räumte er rückblickend ein, dass die Entscheidung falsch gewesen sei: "Es stellte sich als eine weitere schlechte Entscheidung heraus."
Die Mavericks erhielten den benötigten Cap Space zwar tatsächlich, konnten Howard in der Free Agency jedoch nicht verpflichten - der Center entschied sich stattdessen für die Houston Rockets. Antetokounmpo wurde schließlich an Position 15 von den Milwaukee Bucks ausgewählt und entwickelte sich dort zum zweifachen MVP, NBA-Champion und einem der besten Spieler seiner Generation. Für Dallas bleibt die verpasste Chance eine der größten Draft-Geschichten der Franchise-Historie.

Trotz der verpassten Chance auf Giannis Antetokounmpo bezeichnet Cuban den Draft 2013 nicht als seine größte Fehlentscheidung als Mavericks-Besitzer. Diesen Platz nimmt für ihn bis heute der Abgang von Steve Nash ein. "Steve Nash gehen zu lassen. Ja, das bereue ich. Es sind fast 20 Jahre vergangen und ich bereue es immer noch", sagte Cuban.
Die Mavericks hatten Nash 2004 nach einer negativen medizinischen Einschätzung ziehen lassen. Der Point Guard wechselte daraufhin zu den Phoenix Suns und gewann dort in den beiden folgenden Jahren jeweils die MVP-Auszeichnung.
sgm