vor 6 Stunden
Die besten Fans der NBA?
Vom Gespött der NBA bis ins Finale. Dank Jalen Brunson träumen die Stars Spike Lee, Ben Stiller und Timothée Chalamet wieder von einer Meisterschaft der New York Knicks.

Wenn die Scheinwerfer im Madison Square Garden aufflammen, verwandelt sich die Celebrity Row am Spielfeldrand in ein Who's Who des Showbusiness. Nirgends in der NBA ist die Dichte an Prominenten so hoch wie bei den New York Knicks - und jetzt gibt es auch aus sportlicher Sicht wieder Grund, die besten Plätze einzunehmen. Nach 27 langen Jahren ist das Team aus dem Big Apple zurück im Finale.
Spike Lee, die wohl leidenschaftlichste Berühmtheit, hat nach eigener Aussage bereits "über zehn Millionen Dollar" für Tickets ausgegeben. Der Filmemacher besitzt seit über 30 Jahren Dauerkarten in der ersten Reihe. An seiner Seite zuletzt stets das Schauspielduo Ben Stiller und Timothée Chalamet. Den Finaleinzug feierte Chalamet in der Arena in Cleveland mit den New Yorker Spielern um den deutschen Center Ariel Hukporti. "Die Knicks sind im verdammten Finale, das ist es!" schrieb er auf Instagram.
Doch die Knickerbockers sind nicht nur ein Team der Reichen und Berühmten. Wer ihre Auswärtsspiele verfolgt, erlebt ein Phänomen, das in der NBA einzigartig ist: Egal, ob in Philadelphia, Miami oder Cleveland, die Hallen der Gegner sind regelmäßig in New Yorker Hand. "Die Fans stellen sicher, dass sie gehört werden - ganz gleich, in welchem Gebäude sie sich gerade befinden", sagte Superstar Jalen Brunson zuletzt.
Der Grund für diese Reisefreudigkeit sind die exorbitanten Ticketpreise im MSG. Für viele Fans ist es günstiger, in die gegnerische Stadt zu fliegen, dort ein Hotel zu buchen und ein Ticket zu kaufen, als sich ein Heimspiel zu leisten. Angebot und Nachfrage regieren die NBA, die Nachfrage nach Knicks-Tickets kennt keine Grenzen.

Dass die Fanbase heute so laut und titelhungrig ist, liegt an einer langen und schmerzhaften Vorgeschichte. Über zwei Jahrzehnte hinweg versank ihr Team durch verfehlte Star-Verpflichtungen in der Bedeutungslosigkeit. Vor elf Jahren saßen Fans mit braunen Papiertüten über dem Kopf in der ersten Reihe. Stummer Protest auf den teuersten Plätzen, nachdem das Team 35 der ersten 40 Spiele verloren hatte.
Doch dann kam Brunson. Als der kleine Point Guard 2022 als Free Agent verpflichtet wurde, schüttelten viele nur den Kopf. "104 Millionen Dollar für vier Jahre? Völlig überbezahlt!", hieß es in einer Expertenrunde bei ESPN.
Heute ist die Kritik verstummt. Brunson legt in den Playoffs bisher 26,9 Punkte sowie 6,6 Assists pro Spiel auf und hat nicht nur auf dem Platz bewiesen, dass er der unumstrittene Anführer ist. Im vergangenen Sommer unterschrieb er eine Vertragsverlängerung und verzichtete auf 113 Millionen Dollar. Warum? Um dem Management die finanzielle Freiheit zu geben, ein echtes Meisterschaftsteam aufzubauen. "Ich wollte zeigen, dass Taten lauter sind als Worte", sagte der 29-Jährige.
Nach einem Sweep in den Eastern Conference Finals gegen Dennis Schröder und Cleveland stehen die Knicks erstmals seit 1999 im Finale. Der Gegner? Die San Antonio Spurs. Ein Déjà-vu mit Twist: 1999 unterlagen die Knicks den Spurs 1:4. Damals spielte Rick Brunson, Jalens Vater, für New York.
Los geht es in der Nacht zu Donnerstag (2.30 Uhr MEZ/Amazon Prime) in San Antonio. Ob Spike Lee, Ben Stiller oder Timothée Chalamet dabei sein werden? Nicht ausgeschlossen.
SID, red