vor 2 Stunden
Fast eine Million für den Bundesliga-Verbleib
Trotz sportlichen Abstiegs stehen die Chancen der Basketball Löwen Braunschweig auf einen Verbleib in der Basketball-Bundesliga gut. Möglich macht diese Ausgangslage die sportliche Qualifikation von Zweitligist Kirchheim, der allerdings keine BBL-Ambitionen hegt. Grundlage für den Nichtabstieg ist allerdings eine kostspielige Wildcard. Nun erklärte der Verein, wie man das Geld dafür aufbringen will.

Während sich die BBL-Wildcard allein auf rund 800.000 Euro beläuft, erwartet der Verein mitsamt der zusätzlichen Bemühungen Kosten von knapp einer Million Euro, die freilich auch den Etat für die kommende Saison belasten. Um den "Wildcard-Fluch" zu vermeiden, der bei den drei zurückliegenden Käufern den sportlichen Abstieg in der Folgesaison zur Konsequenz hatte, versucht Braunschweig die Zusatzkosten allerdings anderweitig aufzubringen.
Wie Geschäftsführer und Sportdirektor Nils Mittmann der Braunschweiger Zeitung erklärte, haben sich Gesellschafter Dennis Schröder sowie auch Sponsoren darauf geeinigt, zusätzliches Geld aufbringen zu wollen. Zur weiteren Tilgung sei darüber hinaus eine Veranstaltung geplant, in der NBA-Star Schröder eine Rolle spielen werde: "Wir wollen ein größeres Event mit Reichweite veranstalten und damit zusätzlich Geld generieren, indem wir es vermarkten und Tickets verkaufen", so Mittmann.
Positives ist indes auch, dass Braunschweig trotz der hohen Kostenbelastung durch die Wildcard nicht mit vermindertem Etat in die neue Spielzeit gehen will. Das geplante Budget von 6,68 Millionen Euro solle nicht gekürzt werden. "Ich bin vorsichtig optimistisch, dass wir die Finanzierung hinbekommen", sagt Mittmann, der gleichzeitig die große Bedeutung des Erstligaverbleibs für Stadt und Region unterstreicht.
Rund drei Wochen nach dem folgenschweren 104:90-Sieg gegen Chemnitz, der Braunschweig noch den 17. Tabellenplatz und damit das Vorgriffsrecht auf die Wildcard ermöglichte, scheinen die Löwen also tatsächlich nochmal mit dem Schrecken davonzukommen. "Wir verschließen nicht die Augen vor der Tatsache, dass wir sportlich abgestiegen sind. Aber es ist in den letzten zwölf Monaten auch viel gegen uns gelaufen." Knapp verpasster Halbfinaleinzug im Vorjahr, Abgang von Erfolgstrainer Ramirez und die vielen Verletzungen nennt Mittmann dabei vordergründig.
"Nun bekommen wir wahrscheinlich die große Chance, aus unseren Fehlern unsere Lehren zu ziehen. Die nehmen wir an und freuen uns mit Demut."
jos