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    NBA

    vor 15 Stunden

    Der Domino-Effekt mit James

    Auch Schröder betroffen: Wie LeBron die Free Agency lahmlegt

    LeBron James ist noch immer ohne neuen Verein - und bringt damit die gesamte NBA-Free-Agency ins Stocken. Mehrere Teams warten auf die Entscheidung des Superstars, ehe sie weitere Kaderbewegungen vorantreiben können.

    LeBron James
    LeBron James ist weiterhin Free Agent. Jayne Kamin-Oncea-Imagn Images

    Fast zwei Wochen nach Beginn der Free Agency dreht sich in der NBA noch immer alles um einen einzigen Spieler. LeBron James ist der größte verbliebene Name auf dem Markt - und obwohl bereits zahlreiche Stars neue Teams gefunden haben, warten mehrere Franchises weiterhin auf seine Entscheidung. Denn sie könnte weit mehr beeinflussen als nur den nächsten Arbeitgeber des viermaligen MVPs. Ein Großteil der größten Namen hat inzwischen einen neuen Verein gefunden. Doch die prominenteste Personalie der NBA bleibt weiter offen: LeBron James. Während der 41-Jährige sich mit seiner Entscheidung Zeit lässt, geraten immer mehr Teams in eine Warteschleife. Denn zahlreiche Kaderpläne hängen direkt oder indirekt davon ab, wo der Superstar am Ende unterschreibt.

    Anders als bei seinen legendären Free Agencies 2010 oder 2014 geht es diesmal nicht darum, jahrelang Gehaltsspielraum für einen Maximalvertrag freizuhalten. Damals richteten ganze Organisationen ihre Planungen nach James aus. Heute ist der 41-Jährige zwar nicht mehr der dominierende Spieler der Liga, doch sein Einfluss auf den Markt ist geblieben. Der Unterschied: Statt den Startschuss der Free Agency zu geben, blockiert James nun deren letzte Phase. Zahlreiche Klubs warten mit weiteren Personalentscheidungen, bis Klarheit über seine Zukunft herrscht.

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    Das zeigt sich vor allem bei den Teams, die sich Hoffnungen auf eine Verpflichtung machen. Cleveland, Denver, Golden State, Miami, Minnesota und Philadelphia verfügen allesamt noch über mindestens zwei freie Kaderplätze, die Nuggets und Warriors zusammen sogar über acht. Vieles spricht dafür, dass sich die Klubs diese Flexibilität bewusst erhalten, solange James noch keine Entscheidung getroffen hat. Erst dann wird sich zeigen, ob sie ihren Kader für einen letzten Titelangriff mit dem 41-Jährigen ausrichten - oder die offenen Plätze und den finanziellen Spielraum anderweitig nutzen.

    LeBron James: Seine Stationen

    ZeitraumTeam
    2003-2010Cleveland Cavaliers
    2010-2014Miami Heat
    2014-2018Cleveland Cavaliers
    2018-2026Los Angeles Lakers

    Muss Schröder für LeBron gehen?

    Die Auswirkungen gehen dabei weit über LeBron selbst hinaus. In Cleveland halten sich seit Wochen Gerüchte, dass Dennis Schröder und/oder Max Strus getradet werden könnten, um die volle Mid-Level Exception freizumachen und James einen Vertrag über rund 15 bis 16 Millionen Dollar anbieten zu können. Gleichzeitig könnten auch die Vertragsverlängerungen von James Harden bei den Cavaliers und Draymond Green bei den Warriors von der LeBron-Entscheidung beeinflusst werden. Beide gelten zwar als wahrscheinliche Rückkehrer, doch sowohl Cleveland als auch Golden State liegen derzeit noch rund 39 Millionen Dollar unter dem Second Apron. Je nachdem, wie viel Gehalt James am Ende verlangt, könnte das unmittelbare Auswirkungen auf die neuen Verträge der beiden Stars haben.

    Dass die Warriors weiter auf James hoffen, machte Green zuletzt sogar selbst deutlich. Der viermalige Champion bestätigte öffentlich, dass er seinen langjährigen Freund während eines gemeinsamen Golfurlaubs in Puerto Rico persönlich von einem Wechsel nach Golden State überzeugen wollte. Parallel halten sich Berichte über mögliche Trades rund um Moses Moody oder sogar Szenarien mit Anthony Davis. Solange James keine Entscheidung trifft, dürfte auch dort kaum endgültige Planungssicherheit herrschen. Ähnlich ist die Lage in Denver, wo unter anderem die Zukunft von Peyton Watson Auswirkungen auf die finanziellen Möglichkeiten der Nuggets haben könnte.

    LeBron James hat bereits 23 NBA-Jahre auf dem Buckel.
    LeBron James hat bereits 23 NBA-Jahre auf dem Buckel. Gary A. Vasquez

    Auch mit 41: LeBron bleibt das Gesicht der Liga

    Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass James sportlich längst nicht mehr die Rolle einnimmt, die er noch vor zehn Jahren innehatte. Die vergangenen NBA-Champions wurden überwiegend über den Draft, clevere Trades und Kaderbreite aufgebaut - nicht durch spektakuläre Verpflichtungen in der Free Agency. Dennoch dominiert kein Spieler die Schlagzeilen so sehr wie der viermalige Champion. Laut NBA-Daten war James in der vergangenen Saison mit 2,9 Milliarden Videoaufrufen erneut der meistgesehene Spieler der Liga. Während jüngere Stars um Titel kämpfen, bleibt der "King" der größte Aufmerksamkeitsmagnet der NBA.

    Geld dürfte bei seiner Entscheidung diesmal ohnehin eine untergeordnete Rolle spielen. Sein langjähriger Agent Rich Paul stellte zuletzt klar, dass James vor allem auf die sportliche Situation und sein persönliches Wohlbefinden achte. "Wenn es um Zufriedenheit geht, geht es nicht zwangsläufig um das meiste Geld", sagte Paul in seinem Podcast. Einen Zeitplan für die Entscheidung gebe es bewusst nicht: "Im Juli sieht auf dem Papier alles großartig aus. Aber man muss sehr vorsichtig sein."

    Bis LeBron seine Wahl getroffen hat, dürfte die NBA deshalb weiter im Wartemodus bleiben. Denn längst geht es nicht mehr nur um den nächsten Arbeitgeber des wohl größten Spielers seiner Generation. Seine Entscheidung könnte gleichzeitig mehrere Trades, Vertragsverlängerungen und Kaderplanungen ins Rollen bringen - und damit die letzte große Domino-Kette dieser Free Agency auslösen.

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    Sam Müller