16.04.2026
Playoff-Preview: Knicks-Hawks
Für die New York Knicks zählt in dieser Saison nur der Titel, doch schon in Runde eins erwartet die Knicks eine womöglich schwierige Serie gegen die Atlanta Hawks.

Nichts anderes als der Titel soll in New York her, das war von Beginn der Saison an klar. Die Conference Finals waren nicht genug, Coach Tom Thibodeau musste seinen Hut nehmen und wurde durch Mike Brown ersetzt. Im nervösen New York herrscht aber trotz Rang drei und dem Gewinn des NBA Cups (dafür wurde kein Banner aufgehangen, aber für Divisionstitel schon?!) nicht wirklich Zufriedenheit.
Mikal Bridges‘ Offense und die Defense von Karl-Anthony Towns sind Dauerthemen im Big Apple, letztlich sind das gute Probleme, schließlich beenden die Knicks die Saison unter den Top 10 in Angriff UND Verteidigung. Das ist der Stoff, aus dem Contender gemacht sind und im Vergleich zum Vorjahr hat sich auch nicht viel verändert. Die Bank wurde mit Jordan Clarkson und zur Deadline mit Defensiv-Ass und Hometown-Hero Jose Alvarado aufgepolstert, ansonsten ist die Rotation fast die Gleiche.
Ausreden gibt es keine und auch Besitzer James Dolan, nahm das Team in die Pflicht. Man müsse die Finals erreichen und man sollte die Meisterschaft gewinnen, kündigte Dolan an, der in den vergangenen Jahren eher selten öffentlich sprach. Entsprechend kann sich jeder vorstellen, dass New York ordentlich Druck hat.
| Knicks | Stat | Hawks |
|---|---|---|
| 53-29 | Bilanz | 46-36 |
| 118,7 (4.) | Offensiv-Rating | 115,0 (14.) |
| 112,3 (7.) | Defensiv-Rating | 112,9 (10.) |
| +6,4 (5.) | Net-Rating | 3+2,2 (12.) |
| 2-1 | Direkter Vergleich | 1-2 |
Das Gegenteil gilt für die Hawks, die nach den Trades von Trae Young und Kristaps Porzingis eigentlich in einer Übergangsphase sind. Stattdessen katapultierte sich das Team von Coach Quin Snyder mit einer Bilanz von 19-5 nach der All-Star-Pause direkt in die Playoffs. Das hatte so kaum jemand kommen sehen, vermutlich auch die Hawks selbst nicht.
Die Abkehr vom heliozentrischen Young-Stil hat der Mannschaft gut, sechs Spieler punkten jetzt zweistellig und der Ball läuft wieder. Jalen Johnson ist dabei der wichtigste Baustein als Passgeber aus Handoffs, davon profitieren insbesondere die Guards Nickeil Alexander-Walker und C.J. McCollum, der seit seinem Trade aus New Orleans wieder eine wichtige Rolle übernimmt.
Atlanta kann den kleinen Guard durch Alexander-Walker und Defensiv-Ass Dyson Daniels bestens verstecken. Erstmals seit neun Jahren haben die Hawks wieder eine Top-10-Defense. Das ist die Grundlage für den überraschenden Erfolg, der ohne echten Star realisiert wurde.

Gefühlt sollte dies eine Serie für Towns sein. Atlanta hat zwar eine gute Defense, aber unter dem Korb mangelt es ein wenig an Physis. Auch Mitchell Robinson dürfte mit seinem Offensiv-Rebounding jede Menge zweite Chancen generieren. Dass bei den Hawks Backup-Center Jock Landale fraglich ist, hilft hierbei auch nur bedingt.
Das dürfte wichtig werden, weil es Brunson schwieriger haben dürfte. Atlanta hat hier mehrere interessante Optionen, um den Knicks-Spielmacher über 48 Minuten zu ärgern. Mit Alexander-Walker und Daniels steht jede Menge Länge zur Verfügung, weswegen diesmal auch andere gefragt sein werden.
Kann das zum Beispiel Bridges sein? Der Swingman war in dieser Saison nicht besonders konstant und ist sehr abhängig von seinem Wurf. Die Knicks sehen aber dann am besten aus, wenn Bridges auch einmal attackiert und Löcher reißt. Leider sieht man dies viel zu selten.
Bekommen die Hawks die Offensiv-Rebounds kontrolliert? Der Frontcourt ist eine der Schwachstellen Atlantas, erst ohne Landale. Es fehlt hier an Länge und und Physis, was gegen New York alles andere als ideal ist. Entsprechend dürfte es schwierig werden, das Possession Game zu kontrollieren.
Um das auszugleichen, werden die Hawks viele Dreier nehmen und das können sie mit Ausnahme von Daniels sehr gut. Ein X-Faktor ist zudem Jonathan Kuminga, der hier zeigen kann, dass man in ihn investieren sollte. In Atlanta kommt der Ex-Warrior von der Bank, aber vielleicht kann er auch ein wenig Towns beschäftigen.
Und was passiert in engen Spielen? Ist McCollum der Closer? Darauf läuft es vermutlich heraus, schließlich überzeugte der Guard in seiner bisherigen Zeit in Atlanta. Ob dies allerdings auch in einem Playoff-Setting klappt, ist die große Frage.
So gut die Hawks in den vergangenen Wochen auch waren, ist New York vermutlich das schlechteste Matchup, was sie bekommen konnten. Es ist fraglich, wie sie den besten Offensiv-Rebounder der Liga (Robinson) in den Griff bekommen können. New Yorks Offense lebt von diesen zweiten Chancen und vor allem den schnellen Dreiern im Anschluss.
Dazu fehlt Atlanta etwas die Erfahrung und eine echte erste Option. McCollum kann das sein, aber New York hat auch hier zu viel Länge anzubieten. Ein Spaziergang wird es nicht, dennoch sollten die Knicks sich hier durchsetzen.
Prognose: Knicks in 5.
Robert Arndt