14.02.2026
Bulls-Legende wird Letzter
Michael Jordan gilt als bester Spieler aller Zeiten, doch auch die Legende war vor Enttäuschungen nicht gefeit. Dazu zählt auch sein schwacher Auftritt beim Three Point Contest im Jahr 1990.

Bei Michael Jordan ging es immer um Herausforderungen und Motivation. Keine Hürde schien hoch genug für MJ zu sein, der einfach alle Facetten des Spiels beherrschte. Nun, nicht ganz. Jordan war nie ein guter Schütze aus der Distanz, über seine Karriere verwandelte die Bulls-Ikone lediglich 32,7 Prozent.
Zu seiner Ehrenrettung sei gesagt, dass der Dreier damals eine viel kleinere Rolle spielte, entsprechend trainierten Spieler das auch deutlich weniger. Und dennoch wollte sich auch Jordan einmal im Three Point Contest versuchen. 1987 und 1988 hatte MJ jeweils den Dunk Contest für sich entscheiden, zwei Jahre später wollte er auch sein Können von jenseits der Dreierlinie unter Beweis stellen.
"Das ist weniger Arbeit mit mehr Ertrag", zeigte sich Jordan im Vorfeld zuversichtlich. "Wenn ich dunken soll, dann dunke ich und wenn ihr Dreier von mir wollt, dann gebe ich euch Dreier", kündigte Jordan selbstbewusst an. Der Guard hatte in jener Saison 1989/90 immerhin 37 Prozent von draußen getroffen, gleichzeitig war das Teilnehmerfeld mit Larry Bird, Spezialist Craig Hodges, Reggie Miller oder Mark Price hochkarätig.
Jordan gegen Bird - das brachte natürlich Aufmerksamkeit, doch schon nach der ersten Runde war das Spektakel schon beendet. Jordan verwandelte nur fünf seiner 30 Versuche (16,7 Prozent) und wurde Letzter. Ähnlich schlecht hatte zuvor (und auch in folgenden Jahren) nur Detlef Schrempf zwei Jahre zuvor getroffen.

"Ich bin ein wenig enttäuscht", sagte Jordan danach. "Ich würde aber nicht sagen, dass ich mich blamiert habe. Es tut mir leid, dass ich nicht besser getroffen habe, aber beim nächsten Mal werde ich versuchen, besser zu sein." Es sollte kein zweites Mal geben.
Es siegte schließlich Teamkollege Hodges, der sich knapp gegen Miller durchsetzte und auch in den folgenden beiden Jahren den Wettbewerb gewann. Gleichzeitig verbesserte Jordan über die Jahre seinen Distanzwurf. Zwei Jahre später stellte er gegen Portland mit sechs Dreiern in einer Halbzeit einen neuen Finals-Rekord auf, 1995/96 traf MJ (bei verkürzter Dreierlinie) fast 43 Prozent.
Und dennoch war der Dreier nie Jordans Stärke. Vielleicht ist es ja ein wenig wie mit Shaq, der für seine chronische Freiwurfschwäche immer folgendes sagte: "Es war Gott, der mir zeigte, dass ich bescheiden bleiben muss. Niemand ist perfekt."
rar