19.03.2026
Nur Rang 18 in Clutch-Spielen
Die Houston Rockets haben gegen die Lakers die nächste enge Partie aus der Hand gegeben - und Kevin Durant nahm die Niederlage anschließend auf seine Kappe. Während der Superstar einerseits Selbstkritik übte, machte der Abend erneut sichtbar, wo Houston im Big Picture aktuell Probleme hat.

Durant kam erneut auf 18 Punkte, blieb aber über weite Strecken blass: Nach nur zwei Zählern in der ersten Hälfte folgte ein starkes drittes Viertel (13 Punkte), ehe er im Schlussabschnitt bei lediglich zwei Würfen wieder kaum eingebunden war. Gerade in der entscheidenden Phase fehlte Houston einmal mehr die offensive Durchschlagskraft.
Auf seine nur zwei Abschlüsse im vierten Viertel angesprochen, wollte Durant das Thema zunächst nicht zu groß machen. "Es ist ein Teamspiel. Dass ich nur zwei Würfe nehme, sollte keine Rolle spielen", sagte er und verwies stattdessen auf das Gesamtbild: "Defensiven haben sie am Ende Stopps geholt und offensiv haben sie im vierten Viertel die Würfe getroffen, wir nicht." Später wurde Durant dann deutlich selbstkritischer. "Ich hatte das Gefühl, dass ich uns das Spiel gekostet habe. So einfach ist das", sagte der 37-Jährige und schob hinterher: "Ich bin die Offense, und der Gegner wird all seine Mittel einsetzen, damit ich mich nicht wohlfühle." Fast exakt die gleichen Worte hatte KD nach der Niederlage vor zwei Tagen auch schon verwendet.
Gleichzeitig zeigte sich Durant überzeugt, dass die Rockets aus der Niederlage lernen können - auch mit Blick auf ein mögliches Playoff-Duell. "Das ist wahrscheinlich die beste Version ihrer Defense, die sie gegen uns bringen können", sagte er. "Wenn wir noch einmal auf sie treffen, haben wir jetzt Film, aus dem wir lernen können."
Im größeren Kontext offenbart sich ein bekanntes Muster. Houston gehört mit einer 18-20-Bilanz nur zum Mittelfeld der Liga in sogenannten Clutch-Spielen. Auch gegen die Lakers kippte das Spiel spät, als die Rockets offensiv ins Stocken gerieten. Die Abhängigkeit von Durant wird dabei immer wieder zum Thema: "Alle stehen nur herum und schauen KD zu", kritisierte Ex-Rocket Vernon Maxwell zuletzt deutlich.

Auch Ex-NBA-Champ Matt Barnes sieht strukturelle Probleme und verwies auf die fehlende Organisation im Spielaufbau: "Sie haben niemanden, der wirklich das Spiel lenkt." Ohne klaren Playmaker und mit einer Offensive, die in engen Phasen oft stagniert, fehlt Houston aktuell die Balance. Das macht sich besonders dann bemerkbar, wenn Durant - wie gegen die Lakers - aus dem Rhythmus gebracht wird.
Trotz der Niederlage bleibt Houston (41:27) im Westen auf Platz fünf, doch die jüngsten Spiele werfen Fragen auf. Vor allem in engen Situationen fehlt es an Konstanz und klaren Lösungen. Die nächste Chance zur Antwort folgt am Freitag - ausgerechnet gegen die formstarken Atlanta Hawks, die zuletzt elf Spiele in Serie gewonnen haben.
sgm