vor 12 Stunden
Verwirrung um Reset-Timeout
Nach der dramatischen Overtime-Niederlage gegen Atlanta herrscht bei den New York Liberty Frust. Breanna Stewart kritisierte widersprüchliche Angaben der Schiedsrichter zu einem verfügbaren Timeout, während Leonie Fiebich die Verantwortung auch bei der eigenen Mannschaft suchte.

Atlanta setzte sich in einem hochklassigen Overtime-Krimi mit 101:98 durch und führt die Best-of-Five-Serie nun mit 2:0 an. Marine Fauthoux hatte New York 10,3 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit per Dreier in die Verlängerung gerettet. Dort brachte Naz Hillmon die Dream mit einem freien Korbleger entscheidend in Führung, ehe Sabrina Ionescu bei einem Drive den Ball ins Aus warf.
Nach zwei verwandelten Freiwürfen von Angel Reese lag New York mit drei Punkten zurück. Die Liberty mussten den Ball unter dem eigenen Korb einwerfen, obwohl sie offenbar noch über ein Reset-Timeout verfügten, mit dem sie das Spielgerät ohne Besprechung in die gegnerische Hälfte hätten verlegen können. Breanna Stewarts Verzweiflungswurf aus großer Entfernung verfehlte anschließend sein Ziel.
"Ich will den Schiedsrichtern nicht die Schuld geben. Aber wenn ich beide frage, ob wir noch ein Reset-Timeout haben, sie Nein sagen und wir das Spiel dann mit diesem Timeout beenden, ist das ziemlich frustrierend", erklärte Stewart. Nach ihrer Darstellung habe Referee Kevin Fahy am Anschreibertisch nachgefragt und anschließend die Auskunft erhalten, dass kein Reset mehr verfügbar sei. Die Liberty haben deshalb eine offizielle Anfrage bei der Liga eingereicht.
Crew-Chefin Fatou Cissoko-Stephens widersprach dieser Darstellung. Fahy habe in Stewarts Anwesenheit bestätigt, dass New York noch ein Reset-Timeout besaß. Eine weitere Kommunikation mit Spielern oder Betreuern habe es nicht gegeben. Liberty-Coach Chris DeMarco erklärte dagegen, mehreren Mitgliedern seines Trainerstabs sei gesagt worden, dass kein Timeout mehr zur Verfügung stehe.
Die Liberty machten den umstrittenen Moment dennoch nicht allein für die Niederlage verantwortlich. Ionescu übernahm die Verantwortung für ihren späten Ballverlust, während Fiebich deutlich wurde: "Ich glaube, wir alle haben im Laufe des Spiels irgendwann Sch**ße gebaut." New York leistete sich insgesamt 17 Turnover, aus denen Atlanta 28 Punkte erzielte. Noch nie hat ein WNBA-Team in einer Best-of-Five-Serie einen 0:2-Rückstand aufgeholt.
sgm