28.11.2025
Nationalspieler wechselte im Sommer nach Spanien
Seine gesamte aktive Spielerkarriere verbrachte Louis Olinde in Deutschland, ehe er im Sommer nach Spanien wechselte. Für die Nationalmannschaft ist er nun zurück. Vor dem Auftakt in die WM-Quali spricht der Forward über seine Beweggründe gegen eine Verlängerung in Berlin, die Freundschaft zu seinen ehemaligen Kollegen und den Worst-Case beim Kartenspielen.

Seine gesamte Spielerkarriere in Deutschland, knapp die Hälfte davon in Berlin. Dass Louis Olinde und sein langjähriger Arbeitgeber aus der Hauptstadt im Sommer getrennte Wege gehen würden, wog für viele Anhänger des Traditionsvereins schwer. Dabei kam der Schritt, ob Albas Umbruch, gar nicht allzu überraschend. Besonders der Austritt aus der EuroLeague markierte eine Wende in der Ausrichtung des Vereins.
"Ja, klar war das ein Grund", machte Louis Olinde gegenüber basketball-world.news deutlich. Er selbst habe sich daraufhin umgehört, "ob man nicht doch vielleicht in der EuroLeague bleiben kann - oder eben etwas anderes." Letztlich wurde es etwas anderes. Olinde schloss sich dem spanischen Klub Basquet Manresa an, wo er nun im EuroCup auf Korbjagd geht.
| Jahre | Verein |
|---|---|
| 2015-2016 | Towers Hamburg |
| 2016-2020 | Brose Bamberg |
| 2020-2025 | Alba Berlin |
| 2025- | Basquet Manresa |
"Ich genieße es sehr, ich habe mich gut eingelebt", konstatiert der 27-Jährige nach den ersten anderthalb Monaten. Sportlich läuft es für den Klub bislang zwar eher "okay", dafür hat der neue Arbeitgeber andere Vorzüge. "Das Wetter ist viel besser, um die 20 Grad. Das ist sehr schön", sagt er schmunzelnd.
Spielte Olinde in seiner gesamten Karriere zuvor nur in Deutschland, genießt er nun die neuen Herausforderungen im Ausland. Große Fortschritte habe er auch schon im Erlernen der spanischen Sprache gemacht. Genügt es bereits für ein Gespräch mit Bundestrainer Mumbru? "Ein paar kleine Konversationen bekomme ich schon hin. Das kommt Stück für Stück", versichert er.
Die überwiegend gesprochene Sprache am Rande der WM-Qualifikation bleibt allerdings das Deutsche. Schließlich trifft Olinde hier auch auf seine ehemaligen Teamkameraden von Alba Berlin. Es sei das erste Wiedersehen seit seinem Weggang. In der Zwischenzeit habe man allerdings in regem Kontakt gestanden.

"Ich war fünf Jahre in Berlin, fünf Jahre, in denen ich fast jeden Tag mit den Jungs verbracht habe. Dann ist man eben mehr als nur Mitspieler, es sind richtige Freundschaften entstanden." Nun sei es "sehr, sehr schön", sich "wieder zu umarmen und einfach Zeit miteinander verbringen zu können."
Bis auf wenige Ausnahmen, wie die Alba-Connection, ist das DBB-Team in der aktuellen Formation allerdings zum ersten Mal zusammengekommen. Die meisten kenne man zwar, so Olinde, aber eben auch nicht alle. "Dann spielt jeder im Heimatverein ein anderes System", beschreibt er die Herausforderungen vor dem Auftakt in die WM-Qualifikation heute Abend gegen Israel (19.30 Uhr, kostenfrei bei MagentaSport).
Eine Hilfe beim Kennenlernen seien die vielen Teambuilding-Maßnahmen abseits des Parketts. So verbringe die Nationalmannschaft viel Zeit mit gemeinsamen Gesellschaftsspielen. "Ja, wir spielen Karten - so richtig wie vor 50 Jahren", sagt Olinde lachend. Weil die jüngere Generation kein Skat könne, fiele die Wahl häufig auf Poker. "Mit kleinen Einsätzen, gar kein großes Geld. Aber einfach so, dass das Spiel funktioniert." Schließlich wolle auch niemand mit einem finanziellen Minus aus dem Länderspielfenster gehen: "Das wäre der Worst Case", schiebt Olinde witzelnd hinterher.
In die beiden Partien gegen Israel (heute) und Zypern (Montag, 18 Uhr) gehe er deshalb mit einem guten Gefühl. "Wir haben ein gutes Team. Das sind alles smarte Jungs." Und: "Wir haben ein Heimspiel in Ulm, das ist geil! Was will man mehr?" Das kann wohl nur ein Sieg sein.