27.06.2021
Griechischer Guard macht mit 38 Jahren Schluss
Vasilios Spanoulis beendet seine Karriere - und Europa verabschiedet sich von einer echten Basketball-Legende.

"Der Basketball hat mir eine einzigartige Reise voller Intensität und Emotionen beschert. Er gab mir alles und ich gab ihm alles", schrieb Spanoulis auf Instagram und ergänzte: "Ich gehe mit Stolz, aber vor allem gehe ich, weil ich länger gespielt habe, als ich es mir erträumt habe."
Der 38-Jährige ist mit 4445 Punkten der erfolgreichste Scorer der Euroleague, die er gleich dreimal gewann (2009, 2012 und 2013) und jedes Mal auch direkt Finals-MVP wurde - einzigartig in der Euroleague bislang. Dazu kommen noch sieben Meisterschaften und vier Pokalsiege in Griechenland. Mit der Nationalmannschaft wurde er 2005 Europameister und ein Jahr später Vize-Weltmeister.
Kein Zweifel, Spanoulis prägte den griechischen Basketball in den vergangenen 20 Jahren wie kaum ein anderer. Auch deshalb wird er in seiner Heimat fast schon vergöttert - auch von den Fans der beiden Erzrivalen Panathinaikos (2007 bis 2010) und Olympiakos (2010 bis 2021), die sich sonst spinnefeind sind. Dem populären "Billy" wird verziehen, dass er für beide Klubs gespielt hat. Er selbst merkte aber an, dass es sich herausgestellt habe, dass "Olympiakos sein Schicksal war und sein schönster Hafen".
Bis auf ein kurzes und wenig erfolgreiches Intermezzo in der NBA bei den Houston Rockets (2006/07) spielte Spanoulis durchweg in seiner griechischen Heimat, dennoch avancierte er zu einem Vorbild über die Landesgrenzen hinaus. Europaweit eiferten junge, aufstrebende Basketballer dem Guard nach. Luka Doncic etwa. Das slowenische Wunderkind, das mittlerweile bei den Dallas Mavericks in der NBA für Furore sorgt, ließ es sich folglich auch nicht nehmen, dem Griechen via Twitter "für alles zu danken" - seinen Tweet versah der 22-Jährige NBA-Star zudem noch mit dem Hashtag "idol".
drm