03.09.2019
Desaströse Abschnitte in Offensive und Defensive
Deutschlands Basketball-Nationalmannschaft hat auch das zweite Gruppenspiel bei der WM in China gegen die Dominikanische Republik mit 68:70 (39:37) verloren. Nie konnte sich der WM-Dritte von 2002 wirklich absetzen, durch die historische zweite Niederlage steht das Team von Bundestrainer Henrik Rödl vor dem Aus.

Wie schon im ersten Viertel des Auftaktspiels gegen Frankreich erwischte Deutschland einen absoluten Kaltstart und ging mit 0:8 in Rückstand - zu überrascht schien die Mannschaft von Bundestrainer Henrik Rödl vom mutigen Auftreten des Außenseiters, der sein erstes Spiel gegen Jordanien gewonnen hatte (80:76).
Ein aktiver Theis, der Deutschlands erste sechs Punkte erzielte, sowie ein wichtiger Dreier von Akpinar brachten den WM-Dritten von 2002 wieder ran, ein "And-one" von Schröder besorgte den ersten Führungswechsel der Partie (13:12). Das erste Viertel endete 21:16, zu Beginn des zweiten Viertels zogen die Deutschen zumindest auf 27:18 davon - auch weil dem Karibikstaat aus der Dreier-Distanz überhaupt nichts gelingen wollte. Daran "orientierten" sich allerdings auch Schröder und Co. - "DomRep" kam zur Pause auf 39:37 ran.
Nach Wiederbeginn gelang Deutschlands Kontrahenten allerdings der Turnaround, plötzlich schien alles zu fallen: 43:44, 45:47, 52:55. Die Brust des Außenseiters wurde immer breiter, eine pomadige deutsche Defensive wurde teilweise nach allen Regeln der Kunst ausgespielt. Ein von der Halle ungläubig aufgenommenes 52:60 stand zu Beginn des letzten Viertels auf der Anzeigetafel.
Lo gelang nach einer Phase ohne Score ein wichtiger Dreier, Schröder und Theis bauten mit einem feinen Alley-Oop darauf auf. Nachdem Benzing zwei Freiwürfe versenkte, war das Rödl-Team wieder einen Punkt vorne (61:60). Doch abermals konnte es den Karibikstaat nicht souverän distanzieren, Schlampigkeiten zogen sich weiter durch sämtliche Offensiv- wie Defensivaktionen. Die Dominikanische Republik spürte das und bäumte sich selbst mit mehr Zielwasser nochmals auf - 63:69 aus deutscher Sicht.
Die drohende historische zweite Niederlage vor Augen - nie verlor Deutschland bei einer WM seine ersten beiden Spiele - ließ die Deutschen in einer offenen Schlussphase auf 68:70 aufholen - danach gelang auch dem zu unpräzisen Schröder (20 Punkte, aber nur fünf von 18 aus dem Feld) jedoch kein weiterer Korb. Das DBB-Team steht unmittelbar vor dem Vorrunden-Aus, kann lediglich noch auf Siege von Jordanien (Dienstag um 14.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de und im Stream bei Magenta Sport) und der Dominikanische Republik über Frankreich hoffen. Da dieses Szenario jedoch sehr unwahrscheinlich scheint, darf sich Deutschland wohl schon auf die Platzierungsrunden um die Plätze 17-32 einstellen.