10.06.2012
BBL-Play-offs, Finale: Ulm gibt Führung aus der Hand
In einem ebenso hochklassigen wie dramatischen dritten Finalspiel gewann Titelverteidiger und Topfavorit Brose Baskets Bamberg mit 97:95 (43:51) gegen ratiopharm Ulm und sicherte sich so nach 2010 und 2011 zum dritten Mal in Folge das Double. Das Überraschungsteam aus Schwaben führte lange Zeit, ehe der alte und neue Meister vor ausverkauftem Haus in der Schlussphase die Partie drehte.
Zum insgesamt fünften Mal sicherten sich die Franken die deutsche Basketball-Meisterschaft. Mit dem dritten Double in Folge stellt Bamberg zugleich einen neuen Rekord auf, dies gelang noch nie einer Mannschaft in Deutschland. Seit 2010 haben die Baskets zumindest auf nationaler Ebene alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt.
Und auch in der Finalserie stellte das Team von Headcoach Chris Fleming seine derzeitige Ausnahmestellung unter Beweis. Mit 3:0 feierten sie einen "Sweep", gewannen alle sechs Partien in dieser Saison gegen die Ulmer.
Diese allerdings können trotz der auf dem Papier deutlichen Niederlage erhobenen Hauptes nach Schwaben zurückkehren. Besonders in Spiel drei am Sonntag boten sie heftige Gegenwehr und unterstrichen, weshalb sie in dieser Saison die große Überraschung im deutschen Basketball sind.
Denn lange Zeit liefen die Bamberger in einem begeisternden Match, das zwei deutsche Teams in dieser Intensität und auf diesem Niveau bisher nur selten ablieferten, einen Rückstand hinterher. Angetrieben von Isaiah Swann, der am Ende mit 36 Punkten der überragende Spieler auf dem Parkett war, schienen die Ulmer drauf und dran, ihre letzte Chance zu nutzen. 6800 Zuschauer, die wie gewohnt für eine sensationelle Atmosphäre in der Arena sorgten, gaben alles, um ihr Team zu unterstützen.
Vor der Pause bestimmte Ulm die Musik, der Acht-Punkte-Vorsprung ging völlig in Ordnung. Auch nach dem Seitenwechsel boten die Spatzen prächtig Paroli und büßten zunächst nur wenig von ihren Vorsprung ein.
Doch in der Schlussphase hielten die Nerven nicht. Bamberg holte Punkt um Punkt auf. Zudem hatte Ulm auch Pech mit einigen Entscheidungen, Point Guard Per Günther handelte sich eine harte Bestrafung ein und blieb nach seinem 5. Foul außen vor.
Danach wurde es dramatisch. Mit einem prächtigen Dunk schaffte Tibor Pleiß neun Sekunden vor Schluss einen Vier-Punkte-Vorsprung für Bamberg. Ulm gab sich aber noch nicht auf, Keaton Nankivil verkürzte auf 95:96. Dann musste Anton Gavel nach einem Foul an die Freiwurflinie. Den Ersten versenkte der Slowake, den Zweiten verwarf er. Den Angriffsball der Ulmer fing Tommy Mason-Griffin aber ab - der Jubel kannte keine Grenzen mehr.
"Die Ulmer hatten nichts zu verlieren, es war ein schwieriges Spiel", sagte Gavel nach dem neuerlichen Coup und lobte den Kontrahenten: "Ulm war ein guter, ein tapferer Gegner."
Punkte Bamberg: Roberts 16, Suput 15, Pleiß 14, Tucker 13, Gavel 11, Jacobsen 10, Slaughter 9, Jenkins 5, Tadda 4
Ulm: Swann 36, Günther 17, Nankivil 13, Bryant 8, Esterkamp 7, Watts 5, Betz 5, Mason-Griffin 4
Zuschauer: 6800 (ausverkauft)