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    NBA

    vor 8 Stunden

    Jetzt zählt's

    Beste Voraussetzungen? Warum Jahr 3 für da Silva das "Entscheidende" wird

    Perspektive und Leistungsdruck liegen bei Tristan da Silva derzeit nah beeinander. Sein neuer Trainer hat ihm einen Auftrag erteilt, den sich viele Schützen wünschen: werfen, und zwar viel. Gleichzeitig stehen nachhaltige vertragliche Fristen bevor. Warum der Münchner selbst vom entscheidenden Jahr spricht - und was im Sommer 2027 auf dem Spiel steht.

    Tristan da Silva geht in seine dritte Saison bei den Orlando Magic.
    Tristan da Silva geht in seine dritte Saison bei den Orlando Magic. Ken Blaze

    Insgesamt 36 Punkte (17 und 19), acht Dreier bei 38 Prozent Trefferquote und zweimal Topscorer der Magic. Tristan da Silva hat sich zum Start der Preseason in hervorragender Form präsentiert. Der Zeitpunkt dafür könnte kaum passender sein. Da Silva geht in seine dritte NBA-Saison, und die hat für ihn eine besondere Bedeutung: "Ich glaube, das dritte Jahr ist auch immer so ein bisschen das Entscheidende für die Zukunft", sagte der 25-Jährige in einer Medienrunde vor wenigen Tagen.

    Schon sein Start in die NBA-Karriere konnte sich durchaus sehen lassen: 74 Spiele, 38 davon in der Startformation, 7,2 Punkte im Schnitt. Im zweiten Jahr legte der 18. Pick des 2024er Drafts nochmal spürbar zu und steigerte sich auf 9,9 Punkte bei 45,0 Prozent aus dem Feld. Vor allem die Dreierquote kletterte von 33,5 auf 37,4 Prozent, bei gleichzeitig mehr Versuchen pro Spiel.

    Vom Rookie zum verlässlichen Schützen

    Dazwischen lag ein Sommer, den er so schnell nicht vergessen dürfte: Bei seiner ersten Endrunde im Nationaltrikot gewann er 2025 EM-Gold. "Nachdem mein erster Sommer sehr erfolgreich war, will ich das beibehalten und weiter für die Nationalmannschaft auftreten", sagte er. In diesem August stand er in der WM-Qualifikation gegen die Niederlande und Polen auf dem Feld, traf dort allerdings nur zwei von elf Dreiern.

    Neu erfinden müsse er sein Spiel nicht, betont da Silva. Im Sommer habe er vor allem am Ballhandling und am Zug zum Korb gearbeitet, "ohne aus meiner Linie gedrängt zu werden". Mehr körperliche Präsenz helfe ihm auch in der Defense, um Kontakt aufnehmen zu können und trotzdem stabil zu stehen.

    Tristan da Silva: Statistiken in den beiden ersten NBA-Jahren

    SaisonSPGSMINPTSREBFG3PT
    2024/25743822,07,23,341,2 %33,5 %
    2025/26773424,79,93,745,0 %37,4 %

    Werfen als Dienstpflicht

    Unter Orlandos neuem Coach Sean Sweeney dürfte da Silva nun eine noch bedeutendere Rolle zukommen. Der Basketballlehrer, den die Floridianer aus San Antonio abgeworben haben, baut auf eine schnellere Offense mit deutlich mehr Würfen von außen. "Spacing ist keine Wahl. Es ist nicht optional", sagte der Coach zum Trainingslager-Auftakt. Seine Mannschaft solle lieber "zu hoch, zu breit, zu weit auseinander" stehen, damit gegnerische Defenses die gesamte Länge und Breite des Feldes verteidigen muss.

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    Da Silva ist einer derjenigen, der genau dafür sorgen soll - in den ersten beiden Vorbereitungsspielen stellte der Nationalspieler das bereits eindrucksvoll unter Beweis. "Ich glaube, dass es zu Recht die erste Message ist, dass ich werfen soll, dass ich viel werfen soll", berichtete er über sein Rollengespräch mit Sweeney. Viel zu werfen helfe nicht nur ihm, aggressiv zu sein, sondern öffne "gleichzeitig das Spacing für die restliche Mannschaft". Je weiter die Verteidiger an der Dreierlinie kleben, desto breiter würden die Driving Lanes für Wagner, Banchero und Co.

    Diese für ihn vorgesehene Rolle sei nicht "aus der Luft gegriffen" schwärmte er vom neuen Head Coach, sondern komme seinem Spielstil entgegen. Sweeney wiederum hob da Silva nach dem zweiten Trainingstag für sein Raumverständnis und seine Kommunikation hervor.

    Tristan da Silva spielt auch im DBB-Team eine wichtige Rolle.
    Tristan da Silva spielt auch im DBB-Team eine wichtige Rolle. IMAGO/camera4+

    Letzte Saison vor möglicher Rookie-Extension

    Da Silvas Entwicklung steht im Kontext zu einer Frist abseits des Parketts. Sein Rookievertrag umfasst vier Jahre, nur die ersten beiden waren garantiert. Die Option für die laufende Saison (rund 3,99 Millionen Dollar) zog Orlando im Herbst 2025. Über die Teamoption für 2027/28 (rund 6,14 Millionen Dollar) muss der Klub bis zum 2. November entscheiden.

    Lehnt das Team ab - so unwahrscheinlich das auch ist -, wäre da Silva im Sommer 2027 uneingeschränkter Free Agent, und die Magic dürften ihm im ersten Jahr nicht mehr als den Optionswert zahlen. Zieht der Klub die Option, öffnet sich ab Juli 2027 das Fenster für eine Vertragsverlängerung bis kurz vor dem Start der Saison 2027/28.

    Wie heikel solche Gespräche in Orlando derzeit sind, zeigt aktuell das Beispiel Anthony Black. Als Sixth Man nimmt auch er eine Schlüsselrolle ein, dennoch gab es keine Einigung zwischen den Parteien. Black wird 2027 Restricted Free Agent. Mit Banchero, Wagner, Bane und Jalen Suggs verdienen vier Magic-Profis jeweils mindestens 32 Millionen Dollar, der Abstand zur zweiten Luxussteuer-Schwelle beträgt nur wenige Millionen. Der Gehaltsspielraum ist klein, umso wichtiger somit, dass da Silva vor der möglichen Extension die Entscheider von sich überzeugt.

    Tristan da Silva: Der Rookievertrag im Überblick

    SaisonGehaltStatus
    2024/253,63 Mio. Dollargarantiert
    2025/263,81 Mio. Dollargarantiert
    2026/273,99 Mio. DollarTeamoption gezogen
    2027/286,14 Mio. DollarTeamoption - Entscheidung bis 31. Oktober 2026
    2028/29Qualifying Offer 9,32 Mio. DollarRestricted Free Agent (bei ausbleibender Extension)

    Für da Silva spricht, dass Lineups mit ihm in der Vorsaison häufig positive Werte verbuchten. Unter Sweeney könnte der Münchner, der als einer der besten Werfer im Team gilt, nochmal an Bedeutung im Teamgefüge gewinnen. Seine ersten Auftritte in der Preseason deuteten darauf bereits hin.

    Klar ist: Die Ambitionen der Magic sind schon heute groß. Nach der Playoff-Enttäuschung der vergangenen Saison wolle man in der kommenden Spielzeit den nächsten Schritt gehen und so hoch wie möglich abschließen, "idealerweise mit Heimvorteil", und im NBA Cup an das Halbfinale des Vorjahres anknüpfen. Doch bevor es so weit ist, dürfte zunächst der 2. November fett im Kalender da Silvas markiert sein.

    Julius Ostendorf