vor 21 Stunden
Droht der NBA ein neues Salary-Cap-Schlupfloch?
LeBron James verdient mit seinem neuen Polymarket-Deal offenbar fast viermal so viel wie bei den Philadelphia 76ers. Eine Verbindung zwischen beiden Verträgen gibt es bislang nicht. Dennoch sorgt die enorme Summe in der NBA für Diskussionen.

James soll durch seine neue Partnerschaft mit der Prognosemarkt-Plattform Polymarket jährlich 15 Millionen Dollar verdienen. Das berichtet "Front Office Sports" unter Berufung auf mehrere Quellen. Damit übersteigen seine Einnahmen aus dem Werbevertrag deutlich das Gehalt, das ihm die Philadelphia 76ers in der kommenden Saison zahlen.
James hatte im Juli einen Zweijahresvertrag über insgesamt acht Millionen Dollar in Philadelphia unterschrieben. In der Saison 2026/27 soll der 41-Jährige knapp vier Millionen Dollar erhalten. Polymarket zahlt ihm dem Bericht zufolge somit rund elf Millionen Dollar mehr als sein NBA-Arbeitgeber.
Nach Angaben von "Front Office Sports" ist James nicht an Polymarket beteiligt, sondern arbeitet ausschließlich als Werbepartner. Wie lange die Vereinbarung läuft, ist nicht bekannt. Die Zusammenarbeit soll unter anderem Beiträge in den sozialen Medien und weitere Inhalte umfassen. Im Mittelpunkt seiner Werbung steht demnach Football und nicht Basketball.
Obwohl derzeit nichts auf einen Zusammenhang zwischen den 76ers und Polymarket hindeutet, hat der Deal eine Diskussion über mögliche Umgehungen des Salary Caps ausgelöst. NBA-Insider Brett Siegel erklärte, dass die Vereinbarung seines Wissens nicht gegen das aktuelle Collective Bargaining Agreement verstoße. Vergleichbare Geschäfte könnten Spielern künftig jedoch ermöglichen, bei ihrem NBA-Vertrag auf Gehalt zu verzichten und die Differenz durch externe Werbeeinnahmen auszugleichen.
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Besonders sensibel ist das Thema durch den jüngsten Salary-Cap-Skandal um Kawhi Leonard und die Los Angeles Clippers. Eine Untersuchung der NBA ergab, dass die Franchise ihrem Star über Unternehmen mit Verbindungen zum Klub zusätzliche Einnahmemöglichkeiten verschafft hatte. Die Liga belegte die Clippers mit einer Geldstrafe von 30 Millionen Dollar und entzog ihnen fünf Erstrunden-Picks. Besitzer Steve Ballmer wurde für ein Jahr suspendiert, Leonard mit einer Geldstrafe von 700.000 Dollar belegt.
Der entscheidende Unterschied: Bei Leonard stellte die NBA eine Verbindung zwischen den externen Zahlungen und der Franchise fest. Im Fall von James gibt es nach aktuellem Stand keine Hinweise auf eine Absprache mit den 76ers. Dennoch dürfte die Liga solche Deals genau beobachten. Je größer externe Werbeverträge werden, desto wichtiger wird die Frage, ob sie tatsächlich unabhängig sind oder indirekt zur Finanzierung von Spielergehältern außerhalb des Salary Caps dienen.
sgm