vor 3 Stunden
Lakers-Verkauf doch nicht freiwillig?
Warum hat Mark Walter die Los Angeles Lakers verkauft? Was zunächst nach einem rein profitgetriebenen Deal wirkte, scheint zunehmend einen regulatorischen Hintergrund zu haben. Am Dienstag veröffentlichte Gerichtsdokumente deuten auf weitreichende Verstrickungen seiner Unternehmen hin.

Der Vorwurf: Walter, der neben diversen Investments im Sportsektor - neben den Los Angeles Lakers auch beim Fußballklub FC Chelsea sowie dem Baseball-Franchise Los Angeles Dodgers - ebenfalls an der Spitze zweier Versicherungsgesellschaften steht, habe Gelder zwischen diesen Unternehmen unrechtmäßig vermischt.
Als Konsequenz der ersten Erkenntnisse verschickte die US-Staatsanwaltschaft nun Grand-Jury-Vorladungen an beide Versicherer Walters - "Delaware Life Insurance Company" und "Clear Spring Life and Annuity". Ersteres Unternehmen gestand auf Nachfrage von "The Athletic" ein, dass sich die Untersuchung um möglicherweise falsch oder nicht gekennzeichnete Investments in nahestehende Unternehmen dreht. Beide Versicherer mussten ihre Bilanzen kürzlich massiv korrigieren.
US-Finanzgesetze verbieten eine wilde Durchmischung verschiedener Unternehmen, wenn diese durch deren Besitzer miteinander verbunden sind. Grund dafür sind Interessenkonflikte, wenn dieselben Personen an beiden Enden einer Transaktion stehen. In Walters Fall geht es offenbar um Private-Credit-Investments, die viel zu hoch bewertet oder verschleiert wurden. FBI und Finanzaufsicht ermitteln.
"Es sieht langsam so aus, als würde er tatsächlich ins Gefängnis kommen", sagte nun NBA-Experte Bill Simmons in seinem namensgleichen Podcast. "Er hat bereits alle Lakers-Anteile abgestoßen. Berichten zufolge will er dasselbe mit seinen 12,5-Prozent-Anteilen am FC Chelsea machen und meine Prognose ist, dass die Dodgers als nächstes dran sind."
Walters augenscheinliches Ziel ist es dieser Tage, als Reaktion auf die Bundesermittlungen so viel Liquidität wie möglich aufzutreiben. Simmons: "Werden die Worte: 'Mark Walter hat sich heute schuldig bekannt' in den nächsten zwei Jahren Realität werden?" Ausgeschlossen kann das offenbar nicht mehr.
jos