vor 22 Stunden
Kanadier wollen Untersuchungsergebnisse abwarten
Der Trade zwischen den Los Angeles Clippers und Toronto Raptors um Kawhi Leonard steht plötzlich auf der Kippe. Wie beide Franchises am Donnerstagabend deutscher Zeit mitteilten, wolle man zunächst die Ergebnisse der Untersuchung gegen den Superstar abwarten. Zuvor hatte es einen entsprechenden Hinweis durch die Liga gegeben.

Knapp eine Woche, nachdem der Trade an die Öffentlichkeit durchgedrungen war, ist plötzlich vollkommen offen, ob es tatsächlich noch dazu kommt!
So teilten die Raptors mit, dass sie vom NBA-Büro über die Möglichkeit aufgeklärt wurden, dass sie die Leidtragenden sein könnten, sollte das Ergebnis der Untersuchung gegen Leonard eine Sanktion nach sich ziehen. Im Raum steht Medienberichten zufolge eine zeitlich befristete Sperre gegen den Spieler oder die Aufhebung des Vertrags.
Hintergrund sind schwerwiegende Vorwürfe gegen Leonard und die Los Angeles Clippers. Einer Recherche von Investigativjournalist Pablo Torre zufolge habe das Franchise seinen Superstar über Jahre am Salary Cap vorbei bezahlt, um einen größeren finanziellen Spielraum zu genießen. Die Umsetzung sei über eine Drittfirma erfolgt, die Franchise-Besitzer Steve Ballmer nahesteht.
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Herbst vergangenen Jahres hatte die NBA eine unabhängige Anwaltskanzlei mit der Untersuchung betraut. Anfang Juni hatte NBA-Boss Adam Silver auf einer Pressekonferenz schließlich angedeutet, dass die Ergebnisse schon bald vorliegen würden und man mit der Sache abschließen könne.
Dass die Raptors nun vorerst Abstand vom bereits fertig ausgehandelten Trade nehmen, könnte darauf hinweisen, dass durchaus mit tiefgreifenden Sanktionen zu rechnen ist. Dennoch teilten die Kanadier mit, man sei "weiterhin bestrebt, Kawhi nach Toronto zurückzuholen" und hoffe "auf eine schnelle Lösung für unsere Spieler, unsere Organisation und unsere Fans".
Unschuldig präsentierten sich am Abend die Clippers, die erneut jegliche Schuld von sich wiesen und auf ihre Strapazen hinwiesen, die ihnen durch die Untersuchung entstanden sind: "In den vergangenen zehn Monaten haben wir vollständig kooperiert, haben uns diversen Befragungen unterzogen und zehntausende Dokumente geteilt. Wenngleich dieser Prozess sehr herausfordernd war, haben wir uns der Transparenz verpflichtet."
jos