18.04.2026
Harte Serie gegen Detroit wartet
Die Orlando Magic haben mit ihrem 31-Punkte-Sieg über die Charlotte Hornets ein echtes Statement gesetzt und wollen diesen Schwung mit in die Playoffs nehmen. Einer der Bausteine dafür war ein NCAA-Video, das Coach Jamahl Mosley seinen Spielern vor dem Play-In gezeigt hat.

"Wir haben den Jungs heute Morgen ein Video gezeigt, sie alle haben im NCAA-Turnier gespielt. Da spricht man vom 'One Shining Moment'", erklärte Mosley auf der Pressekonferenz nach dem Sieg über die Hornets. "Diese Spieler kennen das - du hast nur diese eine Chance. Und genau das war es heute Abend. Du hast entweder die Möglichkeit, deine Saison zu beenden oder eine neue zu starten", führte Mosley aus.
Gegen die Hornets zeigten die Magic ihr vielleicht bestes Spiel der gesamten Saison. Sie waren offensiv zielstrebig und defensiv endlich wieder so aggressiv und diszipliniert, wie man es aus den vergangenen Jahren gewohnt war. "Die Defense in der ersten Halbzeit war wahrscheinlich so elitär, wie wir sie schon lange nicht mehr gesehen haben", lobte auch Mosley. Dem Coach zufolge sei dies genau die richtige "Verzweiflung und Dringlichkeit" gewesen, die er von seinem Team für das Do-or-Die-Spiel gebraucht habe.
Auch Topscorer Paolo Banchero (25 Punkte), der von Beginn an mit seiner Physis und Entschlossenheit glänzte, war mit der Leistung des Teams sehr zufrieden. "Du musst für deine Mitspieler da sein und den Ton angeben. Ich finde, das habe ich getan. Ich finde, das hat Jalen getan. Ich finde, Anthony Black, Desmond Bane, eigentlich alle. Wir haben von Anfang an den Ton gesetzt", schwärmte er nach der Partie und meinte, dass dies die Aufgaben von "großartigen Spielern" sei. "Dafür wirst du bezahlt. Du kannst dich nicht mit durchschnittlichen Leistungen zufriedengeben, vor allem in solchen Situationen", führte er aus.

Bei den Charlotte Hornets hatte man dagegen das Gefühl, dass sie nicht darauf vorbereitet waren, wie physisch Orlando auftreten würde. "Wir wussten, dass sie sehr physisch spielen würden, aber manchmal liegt es auch einfach daran, wie das Spiel gepfiffen wird. Das sind alles Lernprozesse. Man lebt, man lernt. Man entwickelt sich weiter", analysierte LaMelo Ball, der mit 23 Punkten Topscorer seines Teams war, in Halbzeit eins jedoch nur auf magere zwei Pünktchen kam.
So konnte die sonst überragende Offensive (bestes Offensivrating in der NBA 2026) nie richtig ins Rollen kommen und auch die sonst starke Defensive (Platz 5 ligaweit in diesem Jahr) kam gegen Banchero und Co. nicht an. Nach dem ersten Viertel lag Charlotte bereits mit 22 Zählern zurück, Mitte des zweiten Viertels waren es sogar 35 Zähler. "Wir haben uns selbst ein zu großes Loch gegraben. Da sind wir nicht mehr rausgekommen", stellte Ball fest. Der 31-Punkte-Abstand am Spielende war sogar der höchste der Play-In-Geschichte.
Durch den Sieg bekommen es die Magic nun mit den Detroit Pistons zu tun, die sich zum ersten Mal seit 2007 mit 60 Siegen den Top Seed im Osten gesichert haben. Da Detroit auch viel über Physis kommt, dürfte es eine harte Serie werden. "Es wird viel Aggressivität geben. Es wird sehr physisch. Es wird ein echter Kampf", meinte auch Mosley.
Los geht die Serie in der Nacht auf Montag (0.30 Uhr) in Detroit. Spiel 2 steigt dann in der Nacht auf Donnerstag, ehe das erste Spiel in Orlando am Samstag zur deutschen Prime Time (19 Uhr) stattfindet.
Gianluca Fraccalvieri