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    NBA

    02.02.2026

    Ein Rückblick auf die Karriere des Deutschen

    Warum Schröder immer wieder getradet wird

    Dennis Schröder wurde nun zum inzwischen achten Mal getradet. Der Deutsche findet in der NBA einfach keine Heimat. Warum eigentlich?

    Dennis Schröder wurde bereits achtmal getradet.
    Dennis Schröder wurde bereits achtmal getradet. IMAGO/camera4+

    Zwölf verschiedene Teams, acht Trades. In seinen fast 13 Jahren in der NBA hat Dennis Schröder so ziemlich alles gesehen, nun ist er bei den Cleveland Cavaliers gelandet - nach nur sieben Monaten in Sacramento.

    Selbst im schnelllebigen NBA-Geschäft ist die Karriere von Schröder einzigartig. Seine fünf Jahre bei den Atlanta Hawks bleiben das Höchste der Gefühle, seit 2020 stand der Spielmacher bei unglaublichen neun Teams unter Vertrag. Dabei war der Deutsche bei all seinen Mannschaften immer ein guter Rotationsspieler, der über seine Karriere 27 Minuten im Schnitt auf dem Feld stand und stets produzierte. Ist es Pech? Sind es schlechte Entscheidungen?

    Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte, weswegen wir kurz auf alle Stationen eingehen.

    Schröder: Atlanta als glücklichster Ort

    Gedraftet wurde Schröder von den Atlanta Hawks, damals im Jahr 2013 an 17. Stelle. Im Interview mit basketball-world.news nannte der Braunschweiger diese Zeit als die Beste seiner Karriere. In seinem zweiten Jahr wurde Atlanta überraschend Erster im Osten und marschierte bis in die Conference Finals.

    Es war ein selbstloses Team mit keinem echten Superstar, aber starken Spielern wie Paul Millsap oder Al Horford. Jedoch wurde der Kern nicht zusammengehalten, Center Horford wechselte als Free Agent nach Boston, ein Jahr später verließ auch Millsap die Mannschaft gen Denver. Schröder blieb, nachdem er einen durchaus üppigen Anschlussvertrag erhalten hatte. Aber: Atlanta wollte neu aufbauen und nach einer Saison im Keller der Eastern Conference wurde Trae Young im Draft gezogen. Ein Point Guard und damit ein Zeichen, dass Schröders Dienste nicht mehr benötigt wurden.

    Es folgte der Trade zu den Oklahoma City Thunder. Dort war Kevin Durant seit zwei Jahren nicht mehr dabei, dazu scheiterte die Big Three um Russell Westbrook, Paul George und Carmelo Anthony. Mit Schröder für Anthony sollte ein neuer Versuch unternommen werden, mit dem Deutschen in der Rolle des sechsten Mannes.

    Dennis Schröder wurde in OKC zum zweitbesten Bankspieler der Saison gewählt.
    Dennis Schröder wurde in OKC zum zweitbesten Bankspieler der Saison gewählt. picture alliance/AP Images

    Schröder: Gute Jahre in OKC und bei den Lakers

    OKC schied aber wieder in Runde eins aus, PG-13 wurde zu den Clippers getradet und auch Westbrook wurde zu den Houston Rockets verschifft. Die Thunder wollten neu starten, hatten aber dennoch ein gutes Team, vor allem dank der drei Guards um Chris Paul, einem gewissen Youngster namens Shai Gilgeous-Alexander sowie eben Schröder.

    Dass diese Mannschaft keine Zukunft haben würde, war allen klar, dennoch überraschte das Team und scheiterte in der Corona-Bubble nur knapp an Houston in sieben Spielen. Schröder wurde Zweiter bei der Wahl zum Sixth Man Of The Year. Entsprechend gut war sein Ruf zu dieser Zeit, die Lakers schnappten sich Schröder via Trade, um den alternden LeBron James in Sachen Playmaking etwas zu entlasten.

    Schröder war auf der Eins gesetzt und spielte eigentlich eine gute Saison, doch vor den Playoffs infizierte sich der Deutsche mit Corona und absolvierte eine schwache Playoff-Serie. Der Meister schied in Runde eins aus und Schröder war Free Agent in einem Jahr, als zahlreiche Spielmacher ebenfalls vertragslos waren (u.a. Chris Paul, Kyle Lowry, Mike Conley, Lonzo Ball, Spencer Dinwiddie).

    Schröder: Das Lakers-Debakel als Knackpunkt

    Schröder bekam keinen Stuhl, er war der Letzte dieser Klasse, der übrig blieb und musste sich mit einem Vertrag über 5,9 Millionen Dollar bei den Boston Celtics begnügen. Die Lakers hatten keine Verwendung für Schröder, weil sie einen Trade für Westbrook einfädelten.

    Hatte sich Schröder verzockt? Er selbst bestreitet, dass er ein Angebot zu einer vorzeitigen Vertragsverlängerung in Los Angeles (kolportierte 84 Millionen für vier Jahre) hatte, gleichzeitig wechselte er nach dieser Free Agency den Berater. Irgendetwas war schief gelaufen.

    Und das war auch der Knackpunkt. Ein langfristiger Vertrag bietet in der NBA zwar keine Sicherheit, sorgt aber dafür, dass Teams einen Spieler besser halten können. Free Agency hat derweil an Bedeutung verloren, weil Teams lieber Spieler vorzeitig verlängern. So wird die Gefahr gemindert, jemanden ohne Gegenwert zu verlieren. Dazu ist kaum ein Spieler "untradable".

    Dennis Schröder: Seine Gehälter pro Saison

    SaisonTeamGehalt
    13/14Hawks1,3 Mio.
    14/15Hawks1,7 Mio.
    15/16Hawks1,8 Mio.
    16/17Hawks2,7 Mio.
    17/18Hawks15,5 Mio.
    18/19Thunder15,5 Mio.
    19/20Thunder14,5 Mio.
    20/21Lakers16,0 Mio.
    21/22Celtics/Rockets5,9 Mio.
    22/23Lakers2,6 Mio.
    23/24Raptors/Nets12,4 Mio.
    24/25Nets/Warriors/Jazz/Pistons13,1 Mio.
    25/26Kings/Cavaliers14,1 Mio.

    Schröder: Das Problem mit dem Minimum-Deal

    Schröder geriet dagegen in eine Spirale, in der für ihn kaum Geld auf dem Markt war. Gute Teams haben selten Geld in der Free Agency zur Verfügung, für Teams im Rebuild ergibt es wenig Sinn, Veteranen mit einem Langzeitvertrag auszustatten.

    So fing Schröder in Boston quasi bei Null an. Es war gleichzeitig eine seiner Stationen, wo es einfach nicht passte. Deswegen tradeten ihn die Celtics nach wenigen Monaten nach Houston, die damals fast ausschließlich junge Spieler hatten und keine Intention, Spiele zu gewinnen. Deswegen gab es dort keinen neuen Vertrag und Schröder musste bis nach der EM warten, ehe er zu den Los Angeles Lakers für das Minimalgehalt zurückkehrte.

    Dort polierte er seinen Ruf deutlich auf, spielte vor allem gegen die Golden State Warriors als Kettenhund von Stephen Curry eine starke Playoff-Serie und doch ging es wieder nicht weiter. Die Lakers bezahlten lieber 3-and-D-Spezialist Gabe Vincent (das entpuppte sich als Flop), Schröder bekam dafür von den Toronto Raptors einen gut dotierten Vertrag über zwei Jahre.

    In der Nationalmannschaft Anführer, in der NBA nur Rollenspieler.
    In der Nationalmannschaft Anführer, in der NBA nur Rollenspieler. IMAGO/Beautiful Sports

    Schröder: Inzwischen achtmal getradet

    Aber: Ähnlich wie in Sacramento waren die Raptors ein Team ohne Richtung. Ein Neuanfang schien eine Frage der Zeit und nach einem schwachen Saisonstart wurde Schröder zu den Brooklyn Nets angeschoben, die aber ebenfalls mitten in einer Umstrukturierung waren.

    Wieder waren es nur gut acht Monate, bevor die Nets Schröder schnell verschifften, da dieser das Team "zu gut" machte. Zu den Warriors passte der Braunschweiger aber überhaupt nicht, und als diese die Chance auf Jimmy Butler hatten, war Schröder mal wieder ersetzbar und wurde zu den Utah Jazz abgeschoben.

    Dort blieb Schröder aber keine 24 Stunden, die Jazz tradeten den Guard umgehend an die Detroit Pistons weiter, wo er mit seiner Erfahrung dem jungen Team helfen sollte. Als kommender Free Agent empfahl sich der Aufbauspieler, doch bezahlen wollten die Pistons Schröder im Sommer nicht, sodass es per Sign-and-Trade nach Sacramento ging.

    Der Rest der Geschichte ist bekannt und doch bleibt die Frage nach dem Warum? Schröder hat Tempo, kann den Ball verteilen und ist für seine Größe ein passabler Verteidiger. Sein Spiel ist aber fast schon darauf ausgelegt, dass er den Rhythmus bestimmt. Das machen in der NBA aber eigentlich nur die (Super-)Stars, das ist Schröder aber nicht.

    Schröder: Das ist sein NBA-Problem

    Schröder kontrolliert gerne den Ball, abseits davon strahlt er als Shooter nicht genug Gefahr aus. Das ist im Zusammenspiel mit Stars schwierig und macht Schröder bisweilen schwer greifbar. Kurzum: Sein Volumen und die Effizienz passen nur bedingt zusammen - vor allem in einer Liga, die immer effizienter wird.

    In der NBA geht es oft um Rollenverteilung, und bei Schröder ist es eben die des Anführers der Reservisten. Hier ist er am besten, auch wenn er selbst sich eher als Starter sieht. Die NBA ist eine Liga der Stars und Rollenspieler, Schröder baumelt etwas in der Mitte. Bei einem echten Contender ist er Ergänzungsspieler, in größerer Rolle aber auch nicht gut genug, um den Unterschied auszumachen.

    Heraus kommt diese Melange aus stets tradebaren Verträgen, einem weiterhin etwas angekratzten Image und dem Umstand, gewissermaßen austauschbar zu sein. Das ist bitter, aber zumindest gaben ihm die Kings finanzielle Sicherheit und tradeten ihn nun zu einem Team, welches um die Championship mitspielen möchte. Aber: Die Gefahr, dass Schröder erneut vor Ablauf seines Vertrags getradet wird, schwingt immer mit.

    Robert Arndt